Spektakuläres Nordderby Werder gewinnt glücklich in Wolfsburg

Zweimal Pfosten, zwei Torschussrekorde und dennoch eine Niederlage: Der VfL Wolfsburg hat trotz klarer Überlegenheit gegen Werder Bremen verloren - und steckt damit noch tiefer im Abstiegskampf.
Serge Gnabry (M.)

Serge Gnabry (M.)

Foto: Stuart Franklin/ Bongarts/Getty Images

Werder Bremen hat einen glücklichen Erfolg beim VfL Wolfsburg gefeiert. Das Team von Trainer Alexander Nouri gewann durch einen Doppelpack von Serge Gnabry (10. Minute, 18.) 2:1. Für Wolfsburg traf Borja Mayoral (20.). Der VfL war fast über die gesamte Spielzeit die deutlich bessere Mannschaft, hatte extrem viele Abschlüsse, ließ aber zu viele hochkarätige Torchancen ungenutzt. Damit verlässt Werder vorerst die Abstiegsränge und steht nun punktgleich hinter Wolfsburg auf Platz 15. Der Hamburger SV müsste am Samstag (15.30 Uhr, High-Liveticker SPIEGEL ONLINE) beim FC Bayern gewinnen, um wieder vorbeizuziehen.

VfL-Trainer Valérien Ismael veränderte seine Startelf im Vergleich zur0:3-Niederlage bei Borussia Dortmund auf fünf Positionen: So blieb unter anderem Mario Gomez zunächst auf der Bank, für ihn spielte Mayoral. Daniel Didavi und Christian Träsch standen erstmals seit November von Beginn an auf dem Platz, Jakub Blaszczykowski war erstmals seit Dezember wieder mit dem Anpfiff dabei. Nouri musste bei Werder auf ein neues defensives Mittelfeld setzen: Für den gelb-gesperrten Clemens Fritz und den verletzten Thomas Delaney spielten Milos Veljkovic und Maximilian Eggestein.

Wolfsburg startete engagiert und offensiver als Werder. Aber Bremen zeigte sich extrem effektiv, Serge Gnabry traf innerhalb von acht Minuten doppelt. Erst setzte er sich gegen Maximilian Arnold durch und traf mit einem abgefälschten Schuss (10.) Wenig später verlängerte Lamine Sané eine Freistoß-Flanke von Zlatko Junuzovic per Kopf, Gnabry nahm den Ball mit der Brust an und schoss aus kurzer Distanz ein (18.). Aber diesmal fanden die Gastgeber eine schnelle Antwort, weniger als zwei Minuten nach dem 0:2 brachte Mayoral sein Team wieder heran: In Folge einer Ecke und einer Kopfballverlängerung durch Didavi drückte der Spanier den Ball mit der Brust über die Linie (20.).

Zweimal Pfosten für Wolfsburg

Fin Bartels verpasste es für Werder fast im Gegenzug, den Zwei-Tore-Vorsprung wiederherzustellen, VfL-Torwart Diego Benaglio parierte (21.). In der Folge entwickelte Wolfsburg viel Druck. Die größten Chancen hatten zunächst Yunus Malli per Kopf (22.) und Blaszczkyowski per Direktabnahme (26.), beide scheiterten an Bremens Torwart Felix Wiedwald. Dann traf Wolfsburg gleich zweimal den Pfosten: Didavi mit einem direkten Freistoß (36.) und Mayoral nach einer Hereingabe von links (40.). Am Ende einer turbulenten ersten Hälfte rettete nochmals Wiedwald die Führung, diesmal gegen Ricardo Rodríguez (45.+.1.). Es war der 18. Torschuss der Wolfsburger in nur einer Hälfte - Saisonrekord.

Auch nach der Pause begann Wolfsburg schwungvoll: Wiedwald parierte einen guten Distanzschuss von Luiz Gustavo (47.). Bei einem Zweikampf zwischen Robert Bauer gegen Robin Knoche hatte Werder etwas Glück, dass Schiedsrichter Wolfgang Stark nicht auf Elfmeter für den VfL entschied (56.). Malli (62./77.) und Didavi (62.) vergaben anschließend die nächsten gute Möglichkeiten, Werder stand weiter tief in der eigenen Hälfte.

Der Offensivdrang der Gastgeber ließ in der Schlussphase nicht nach, der VfL schaffte auch über die gesamte Spielzeit einen Saisonrekord: Mit insgesamt 27 Torschüssen stellte das Team den Bestwert des FC Bayern ein. Die Wölfe kamen nun aber zu deutlich weniger klaren Torgelegenheiten. In der Nachspielzeit traf Gomez - irritiert durch einen Mitspieler - den Ball unmittelbar vor dem Tor nicht richtig (90.+3.). So brachte Werder die knappe Führung über die Zeit und feierte den zweiten Sieg in Folge.

VfL Wolfsburg - Werder Bremen 1:2 (1:2)
0:1 Gnabry (10.)
0:2 Gnabry (18.)
1:2 Mayoral (20.)
Wolfsburg: Benaglio - Knoche, Luiz Gustasvo, Rodríguez - Träsch (81. Gerhardt), Arnold - Blaszczykowski, Didavi (63. Gomez), Malli, Horn - Mayoral (74. Ntep)
Bremen: Wiedwald - Gebre Selassie, Sané, Moisander, Bauer - Veljkovic, M. Eggestein (74. Grillitsch) - Bartels (60. Kainz), Junuzovic - Gnabry (82. Pizarro), Kruse
Gelbe Karten: Bartels, Wiedwald, Sané - Arnold
Schiedsrichter: Wolfgang Stark
Zuschauer: 30.000 (ausverkauft)

aev
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