Werders Sieg auf Schalke Im Stile einer Spitzenmannschaft

Der Bremer Erfolgslauf geht weiter. Werder hat auch Schalke geschlagen und setzt sich weiter oben fest. Das Team entdeckte eine neue Stärke und hatte gleich zwei Matchwinner.

Bremer Jubel
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Im Sekundenbruchteil zum Erfolg: In der 43. Minute spielte Max Kruse einen Flugball vom linken Flügel zurück an die Strafraumkante. Wie wenig Zeit Maximilian Eggestein dann benötigte, um das Zuspiel zu verwerten, war beeindruckend. Mit dem ersten Kontakt legte sich der Bremer den Ball perfekt vor und schloss nur einen Sekundenbruchteil später präzise mit rechts ab - und traf so zur Führung.

Das Ergebnis: Werder gewinnt auf Schalke 2:0 (1:0), zieht damit wieder an den Bayern vorbei und ist Zweiter der Bundesliga-Tabelle. Hier geht es zum Spielbericht.

Torwartwechsel: Die vergangenen 117 (!) Bundesligaspiele des FC Schalke hatte Ralf Fährmann allesamt bestritten. Gegen Bremen blieb der Keeper allerdings erstmals seit März 2015 draußen. Fährmann erlitt beim Aufwärmen eine Leistenverletzung. So kam Alexander Nübel zu seinem dritten Einsatz in der Liga - seinem ersten von Beginn an.

Die erste Hälfte: Die Begegnung enttäuschte und bot kaum Strafraumszenen. Für das einzige wirkliche Highlight sorgte Eggestein mit seinem Führungstor. Es war sein dritter Treffer in der laufenden Saison und der dritte von außerhalb des Strafraums.

Bremen-Fans in Gelsenkirchen
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Bremen-Fans in Gelsenkirchen

Sechs Spiele, vier Positionen: Weston McKennie wird in dieser Saison von Trainer Domenico Tedesco praktisch überall eingesetzt. Defensives Mittelfeld, Innenverteidigung, offensives Mittelfeld - all das war McKennie allein in dieser Spielzeit schon bekannt. Nun lief er als hängende Spitze auf - die vierte Position in seinem sechsten Ligaspiel. Der US-Amerikaner sorgte allerdings nicht wirklich für Torgefahr. Später wurde er dann wieder ins Mittelfeld zurückgezogen. Insgesamt blieb McKennie ohne Torschuss, legte aber vier Abschlüsse auf.

Die zweite Hälfte: Schalke war die bessere, die offensivere Mannschaft und drängte auf den Ausgleich. Guido Burgstaller, McKennie, Franco di Santo und Naldo vergaben allerdings ihre Torchancen. Ganz anders Werder: Die Gäste erzielten mit ihrem zweiten Schuss aufs Tor den zweiten Treffer. Und wieder war es Eggestein. Beim ersten Treffer bewies er seine Handlungsschnelligkeit, beim zweiten seine Flexibilität. Technisch stark setzte er den Ball diesmal mit links genau ins Eck, Saisontor Nummer vier. In der Schlussphase traf Mark Uth für S04 noch die Latte (88.).

Bitteres Startelfdebüt: Nübel parierte gegen Werder nur einen einzigen Ball, einen Distanzschuss von Kevin Möhwald. Diesen lenkte er aber sehenswert zur Ecke. Die anderen beiden Abschlüsse der Bremer aufs Tor waren für Nübel nicht zu halten und führten zu Treffern. Gleichzeitig ging ohne Stammtorwart Fährmann eine Schalker Serie zu Ende. 350 Minuten hatte kein Team gegen S04 getroffen. Eggestein beendete diesen Lauf.

Alexander Nübel
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Alexander Nübel

Der Anführer: Klar, Eggestein war der offensichtliche Mann des Spiels. Aber auch Kruses Anteil am Erfolg war enorm. Gerade in der zweiten Hälfte, als die Gäste zunehmend unter Druck gerieten, sorgte der Angreifer für Entlastung. Der 30-Jährige machte Bälle in der gegnerischen Hälfte fest, beruhigte die Partie, spielte clevere Verlagerungen. Genau so fiel auch der zweite Treffer: Erst schüttelte Kruse mehrere Schalker Verteidiger ab, dann spielte er einen Diagonalball auf Theodor Gebre Selassie, der für Eggestein auflegte.

Erkenntnis des Spiels: Werder hat nach Auswärtssiegen in Frankfurt und Augsburg auch beim Vizemeister unter Beweis gestellt, dass es eine Spitzenmannschaft ist. Spielerische Klasse hat das Team in dieser Saison schon öfter gezeigt. Nun kommt ein neues Attribut hinzu: eine unglaubliche Effektivität. Von acht Abschlüssen, gingen drei aufs Tor und zwei rein. Ein Manko: Bremen lässt noch zu viele Torchancen zu, hatte auch gegen Schalke mehrfach Glück. Und dennoch war der Auftritt in Gelsenkirchen abgeklärt, der Sieg verdient. S04 hingegen fällt wieder auf den Relegationsplatz, die Fans reagierten mit Pfiffen. Aktuell ist Schalke so etwas wie das Anti-Werder.

Schalke 04 - Werder Bremen 0:2 (0:1)
0:1 Eggestein (42.)
0:2 Eggestein (66.)
Schalke: Nübel - Caligiuri, Salif Sané, Naldo, Mendyl (46. Uth) - Mascarell (63. Di Santo) - Schöpf, McKennie, Bentaleb, Harit (69. Serdar) - Burgstaller
Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Augustinsson - Sahin (78. Möhwald) - Maximilian Eggestein, Klaassen - Osako (56. Langkamp), Kruse, Kainz (55. Pizarro)
Schiedsrichter: Dingert
Gelbe Karten: Mendyl / Kainz, Sahin, Eggestein, Klaassen
Zuschauer: 60.000



insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
spon1899 20.10.2018
1.
Wunderbar! Bitte weiter so Werder! Nächsten Sonntag gegen Leverkusen ist der nächste Dreier durchaus drin.
karl-der-gaul 21.10.2018
2. Rudy ist nicht glücklich
Rudy wollte von Hoffenheim weg nach München er fühlte er sei besser als in einem kleinen Kaff zu spielen. Spielte immer bei Hoffenheim und sogar in der Mannschaft. War unglücklich in München, spielte nicht immer. Wollte weg nach Schalke und sitzt unglücklich auf der Bank. Genau so geht's Wagner und scheint auch so bei Uth. Ein Spieler passt in eine Mannschaft aber nicht immer in eine andere.
Pollowitzer 21.10.2018
3. Oh Schalke04
Der überwiegende Teil der Saison wird wohl leider von den Knappen dafür verbraten werden müssen da hinten aus dem Keller zu kommen und der Trainer ist nach meinem Gefühl jetzt schon Geschichte - die Königsblauen haben kein Glück mit den Trainern der letzten Jahre denn es kommt immer wieder zu unerklärlichen Abstürzen und es gibt nicht die erforderliche Kontinuität. Quo vadis Schalke?
nahatschalah 21.10.2018
4. Als Werder-Fan
genieße ich natürlich die aktuelle Saison, aber ich denke nicht, dass irgendein Werder-Fan dies wirklich ernst nimmt. Die Saison ist ja noch lang. Natürlich werden am Ende Mannschaften wie Dortmund, Bayern und Leipzig vor Werder stehen. Platz 6 wäre ein Erfolg., mehr muss nicht sein.
behindtheborderline 21.10.2018
5. Bremen wird überbewertet
angesichts der schalker 100%en hätte das Ergebnis anders aussehen müssen. die Bremer Abwehr stand zeitweise weit offen wie Scheunentor, Bremen spielte nach dem 2:0 nur noch arrogant, vor allem Kruse. die werden sich ganz schnell wieder im Mittelfeld einpendeln, weil nach so viel Hochmut kommt wieder der Fall. das war doch absoluter Rumpelfußball vonwg. Spitzenteam. Der Fährmann hätte diese Eiertore nicht bekommen
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