Bundesliga 6:2 - überragende Leverkusener zerlegen Bremen

Bayer steckte in der Krise, Bremen war in Topform, doch davon war im Duell nichts zu merken: Leverkusen hat mit einem spektakulären Auftritt bei Werder gewonnen.

Leverkusen-Profis
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Bayer Leverkusen hat die Heimserie von Werder Bremen beendet - und wie: Im Weser-Stadion gewann Bayer 6:2 (3:0). Kevin Volland (8. Minute), Julian Brandt (38.), Karim Bellarabi (45.), Kai Havertz (67.) und Aleksandar Dragovic (72.) trafen für die Gäste, zudem unterlief Bremens Sebastian Langkamp ein Eigentor (77.). Werders Tore erzielten Claudio Pizarro (60.) und Yuya Osako (62.). Es war die erste Niederlage im 17. Heimspiel von Bremens Trainer Florian Kohfeldt.

"Wir haben heute einen wichtigen Aspekt des Fußballs komplett vergessen, das war die Konterabsicherung", sagte der Coach nach der Partie. Leverkusens Trainer Heiko Herrlich sagte: "Ich hoffe, dass das Spiel heute Kräfte freisetzt und die Mannschaft den neuen Schwung mitnimmt."

Werbung für die Bundesliga

Bremen und Bayer betrieben Werbung für die Bundesliga. Von Beginn an waren die Rollen klar verteilt: Werder machte das Spiel, Leverkusen lauerte auf Konter. Die Gastgeber kombinierten sich gefährlich nach vorne, Max Kruse (23., 31.) und Ludwig Augustinsson (23., 33.) vergaben die besten Gelegenheiten in Hälfte eins. Offensiv gefiel Bremen zwar, das Gegenpressing funktionierte aber in Abwesenheit der verletzten Niklas Moisander und Philipp Bargfrede überhaupt nicht. Und Leverkusen nutzte das exzellent.

Bayer war dann gefährlich, wenn Havertz, Brandt, Volland und Bellarabi ihr Tempo ausspielen konnten. Die ersten drei Treffer resultierten allesamt aus Konteraktion. Am 1:0 war das komplette Quartett beteiligt, Volland vollendete eine Bellarabi-Flanke. Vor dem 2:0 hebelte Aleksandar Dragovic Bremens Abwehr mit einem langen Ball aus, Werder-Keeper Jiri Pavlenka wehrte eine Bellarabi-Flanke vor die Füße von Torschütze Brandt. Kurz vor der Pause tauchte Bellarabi frei vor Pavlenka auf und blieb cool - 3:0.

Pizarro trifft, Pavlenka patzt

Dennoch wurde es nochmal spannend. Der eingewechselte Pizarro traf zum 1:3, der 40-Jährige machte sich damit zum zweitältesten Torschützen der Bundesligahistorie. Nur Mirko Votava (ebenfalls Werder) war noch älter erfolgreich gewesen. Als Osako nur kurz darauf auf 2:3 verkürzte, schien eine erfolgreiche Aufholjagd möglich.

Dann aber schlug Leverkusen erneut eiskalt zu. Havertz überwand Pavlenka, der bei dem Abschluss aus spitzem Winkel keine gute Figur machte. Wenige Minuten nach Dragovics Treffer, der zunächst Langkamp als Eigentor zugeschrieben wurde, unterlief dem Bremer erneut einen folgenschwerer Fehler, als er vergeblich versuchte, in höchster Not zu klären. Leverkusen vergab sogar gute Chancen auf weitere Treffer, am Ende kamen die Gäste auf 30 Abschlüsse (Werder: 20).

Durch die Niederlage verpasste Bremen den Sprung auf Rang zwei. Mit nun 17 Punkten belegt das Team den vierten Platz. Leverkusen (elf Punkte) verbesserte sich auf Rang zwölf. Herrlich, der zuvor unter Druck geraten war, sagte, er wisse nicht, ob seine Position nun gefestigt sei. "Da bin ich der falsche Ansprechpartner", sagte der Coach: "Ich habe mich daran gewöhnt, dass ich in der Kritik stehe."

Werder Bremen - Bayer Leverkusen 2:6 (0:3)
0:1 Volland (8.)
0:2 Brandt (38.)
0:3 Bellarabi (45.)
1:3 Pizarro (60.)
2:3 Osako (62.)
2:4 Havertz (67.)
2:5 Dragovic (72.)
2:6 Langkamp (77., Eigentor)
Bremen: Pavlenka - Veljkovic, Langkamp, Friedl (46. Pizarro) - Gebre Selassie, Sahin (70. Rashica), Augustinsson - Maximilian Eggestein, Klaassen - Osako (79. Möhwald), Kruse. - Trainer: Kohfeldt
Leverkusen: Hradecky - Tah, Sven Bender, Dragovic - Weiser, Havertz (81. Alario), Lars Bender (59. Kohr), Wendell - Bellarabi (52. Bailey), Volland, Brandt. - Trainer: Herrlich
Schiedsrichter: Fritz
Zuschauer: 40.400
Gelbe Karten: Langkamp, Veljkovic - Volland, Tah

mon



insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
spon1899 28.10.2018
1.
Glückwunsch nach Leverkusen. Ihr ward heute klar besser als wir.
kurtbär 28.10.2018
2. herrlich musste nur die defensive stärken...
3er abwehrkette u. 4er mittelfeld, das gab den ausschlag! herrlich hat endlich konsequenzen gezogen u. das defensive mittelfeld gestärkt.
tsvbayer04 28.10.2018
3. Nur die Abwehr stärken
... ja, richtig. Aber nicht die drei Innenverteidiger sind für den Erfolg verantwortlich, sondern dass Havertz und Brandt mehr oder weniger zentral gestellt wurden. So lange Aranguiz ausfällt, gibt es sonst keinen, der den Ball nach der Eroberung in der Abwehr halten und nach vorne verteilen könnten. Bender und Kohr sind dafür sicher nicht gemacht. Aber mit den technisch Guten an diese Stelle, die zudem auch noch nach vorne denken, ist der Ball nicht gleich wieder weg, sondern auf dem Weg zum Konter.
tsvbayer04 28.10.2018
4. 2 Eigentore?
Im übrigen wäre es schön, wenn SPON die Torschützen richtig nennen würde. Da 2:5 hat Dragovic gemacht, das war kein Eigentor. Von den klaren Möglichkeiten von Leverkusen in Hälfte 1, die nicht verwandelt wurden, sage ich gar nichts.
axelmueller1976 28.10.2018
5. Wenn die Lauf-Km fehlen
Dann stürzen Alle ab.So war es bei Gladbach,BVB,Bremen und Schalke.Drei Spiele pro Woche und die sonst üblichen 120 Lauf-Km pro sind nicht möglich .Bayern hat da ein anderes Konzept.
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