Bremen verliert gegen Leverkusen Ball in der Luft, Werder am Boden

Das kriselnde Werder Bremen hadert vor allem mit Gegentoren nach hohen Bällen. So auch gegen Leverkusen, das gleich dreimal per Kopf traf. Kai Havertz stellte dabei das Debüt eines 17-Jährigen in den Schatten.
Leverkusens Kai Havertz trifft in Bremen per Kopf zur Führung

Leverkusens Kai Havertz trifft in Bremen per Kopf zur Führung

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Stuart Franklin/ Getty Images

Auch die Corona-Pause hat Werder Bremens Krise in der Fußball-Bundesliga nicht gestoppt. Im ersten Spiel nach der zweimonatigen Auszeit verlor der Tabellenvorletzte vor allem wegen der defensiven Schwäche bei hohen Bällen gegen Bayer Leverkusen 1:4 (1:2).

Dabei war Kai Havertz der herausragende Mann, gleich zweimal traf er mit dem Kopf (28. Minute, 33.). Theodor Gebre Selassie hatte zwischenzeitlich ausgeglichen. Mitchell Weiser erzielte die Vorentscheidung ebenfalls per Kopfball (61.), ehe Kerem Demirbay zum Endstand traf (79.).

Der 20 Jahre alte Havertz stahl dabei einem Debütanten die Show: Bei Bayer startete der erst 17 Jahre alte Florian Wirtz. Mit seiner Berufung wurde der B-Jugendliche zum jüngsten Spieler der Leverkusener Klubgeschichte und zum drittjüngsten der Bundesligageschichte.

Hoher Ball, großes Problem

Und es dauerte keine zwei Spielminuten, ehe Wirtz seinen Gegenspieler Marco Friedl auf dem rechten Flügel mit einer geschickten Körpertäuschung in die Leere laufen ließ. Erfolgreich wurden die Leverkusener Angriffe jedoch erst, nachdem Rechtsaußen Wirtz mit Linksaußen Moussa Diaby die Positionen tauschte. Auf der rechten Außenbahn zog Diaby das Tempo gegen den überforderten Friedl einmal an, flankte dann auf den zweiten Pfosten und sah dabei zu, wie Kai Havertz über Pavlenka hinweg zur Führung einköpfte (28.).

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Wieder führte ein hoher Ball zu einem Bremer Gegentor, vor allem bei Standardsituationen hatte Werder vor der Coronakrise große Probleme gehabt. Nur kurze Zeit nach dem Rückstand machte sich das Team von Trainer Florian Kohfeldt aber eine Ecke zunutze: Leonardo Bittencourt drehte sie mit Zug zum Tor auf den kurzen Pfosten, wo Gebre Selassie den Ball mit der Hacke über die Linie drückte (30.).

Werder vergibt aussichtsreiche Chancen, Leverkusen nicht

Offensiv funktionierte es, defensiv agierten die Bremer bei ruhenden Bällen aber weiter schwach: Nach einer Freistoßflanke von Daley Sinkgraven aus dem rechten Halbfeld ließ Havertz den Ball sanft über den Scheitel an Pavlenka vorbeirutschen (33.). In der Folge verpasste Bittencourt den Ausgleich, als er nach einem klasse Pass des vorgerückten Innenverteidigers Milos Veljkovic frei vor Leverkusens Torhüter Lukas Hradecky drüber schoss (39.).

Um dem neutralen Beobachter die größte Defensivschwäche zu verdeutlichen, kassierte Werder auch das dritte Tor durch einen hohen Ball. Nach einer Flanke von Diaby übersprang der 1,76 Meter große Weiser den 1,94 Meter großen Kevin Vogt und köpfte aus fünf Metern zur Vorentscheidung (61.).

Nachdem Davie Selke und Maximilian Eggestein eine aussichtsreiche Chance gegen nur einen verbleibenden Bayer-Verteidiger verspielten (62.), chippte Demirbay den Ball allein vor Pavlenka zum Endstand (78.).

hba