Bundesliga Werder siegt, Schalke stolpert, Fans prügeln

Dank des Sieges von Werder Bremen steht die Entscheidung in der Meisterschaft nach wie vor aus. Doch den Bayern reicht morgen ein Unentschieden in Wolfsburg. Schalke 04 schaffte nur ein Remis. In Bielefeld wurde ein Ordner von prügelnden Bochumer Fans schwer verletzt.


Hamburg - Werder Bremen sorgte durch einen ungefährdeten 2:0-Erfolg über Energie Cottbus dafür, dass die Meisterschaft noch nicht entschieden ist. Hingegen kam Schalke 04 vor eigenem Publikum nicht über ein 1:1 gegen Hannover 96 hinaus. 3:1 siegte der HSV bei Hansa Rostock. Die Hamburger waren zuvor über sechs Stunden lang ohne Torerfolg geblieben.

Eine Blamage leistete sich hingegen Eintracht Frankfurt, das beim VfB Stuttgart 1:4 unter die Räder geriet. Bielefeld hat seine Chancen im Abstiegskampf mit einem 2:0-Erfolg über den VfL Bochum verbessert. Hertha BSC Berlin besiegte den KSC 3:1.

Schalke enttäuscht

Der FC Schalke 04 musste beim enttäuschenden 1:1-Unentschieden gegen Hannover 96 sogar zunächst einem Rückstand hinterherlaufen. Arnold Bruggink zirkelte in der 8. Minute einen Freistoß von halblinks nach innen. Mike Hanke fälschte den Ball noch ab, der Treffer wurde deshalb dem ehemaligen Schalker zugeschrieben. In der 40. Minute folgte dann der Ausgleich durch Halil Altintop. Obwohl Schalke in der Folgezeit weiter Druck machte und sich eine Reihe guter Chancen erspielte, blieb es dabei. Dennoch hat Schalke vier Punkte Vorsprung auf den HSV und somit die besseren Karten im Kampf um die Champions-League-Ränge. "Wir konnten nicht davon ausgehen, dass wir nach dem Trainerwechsel jetzt alle Spiele gewinnen", meinte Coach Mike Büskens. "Man muss das Positive sehen, schließlich hat sich die Mannschaft nach dem 0:1 zurückgekämpft." Sein Gegenüber Dieter Hecking war voll des Lobes über den ansehnlichen Auftritt seiner Mannschaft: "Jeder hat gesehen, dass wir diese Saison nicht einfach auslaufen lassen. Das ist nicht der Charakter dieser Mannschaft."

Deutlich weniger Mühe als die Gelsenkirchener hatte Werder Bremen beim 2:0 über Energie Cottbus, das sich nun wieder mitten im Abstiegsstrudel befindet. Markus Rosenberg und Hugo Almeida retteten Werder Bremen drei wichtige Punkte im Kampf um Platz zwei. Die beiden in der zweiten Halbzeit eingewechselten Angreifer erzielten die entscheidenden Tore in der 67. und 79. Minute und hielten ihr Team damit auf Champions-League-Kurs.

Marko Pantelic hat Hertha BSC auch die letzten theoretischen Abstiegssorgen genommen. Er sorgte mit seinem zwölften Saisontor für den 3:1 (2:0)-Erfolg über den Karlsruher SC. Zuvor hatte KSC-Torwart Miller vor 49. 595 Zuschauern mit einem Geschenk an Gojko Kacar das 1:0 ermöglicht. Den Endstand besorgte Rudolf Skacel drei Minuten vor dem Ende. Den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer hatte Edmond Kapllani (53.) erzielt.

Mit einem souveränen 4:1 (3:0)-Sieg gegen Eintracht Frankfurt hat der VfB Stuttgart seine Ambitionen auf einen Uefa-Pokal-Platz eindrucksvoll unterstrichen. Der deutsche Meister zeigte streckenweise überragende Kombinationen und ging gegen die harmlosen Hessen schon früh in Führung. Spielmacher Yildiray Bastürk (3. und 18. Minute) und Torjäger Mario Gomez (6.) mit seinem 16. Saisontreffer sorgten früh für die Entscheidung. Cacau krönte seine gute Leistung mit dem verdienten 4:0 (47.), ehe dem in Stuttgart aufgewachsenen Ioannis Amanatidis der Ehrentreffer gelang (63.) nach dem Spiel war Stuttgarts Trainer Armin Veh aus nachvollziehbaren Gründen gut gelaunt. "Wir haben klasse Fußball gespielt und teilweise sehr schön kombiniert. Einziges Manko war, dass wir einige Chancen nicht konsequent genutzt haben." In der Tat: Auch über eine 1:7-Niederlage hätten sich die indisponierten Frankfurter nicht beschweren können.

Vorentscheidung im Abstiegskampf

Mit dem 2:0 (0:0) gegen den VfL Bochum setzte Arminia Bielefeld den Aufwärtstrend durch Treffer von André Mijatovic (70.) und den eingewechselten Jonas Kamper (90.) fort. Damit gewann Bielefeld die dritte Heimpartie hintereinander und kann bei 32 Punkten nun durchatmen.

Überschattet wurde das Spiel von randalierenden Gäste-Anhängern, die einen Bielefelder Ordner unmittelbar vor dem Anpfiff schwer schwer am Kopf verletzten. Der Ordner wollte eingreifen, als in der Gäste-Kurve Rauchbomben und ein Kanonenschlag gezündet wurden und musste nach einer heftigen Schlägerei in ein nahegelegenes Krankenhaus eingeliefert werden. Wie ein Arminia-Sprecher am Sonntag bestätigte, zog sich der Mann eine Schädelfraktur und einen Kieferbruch zu.

Durch den Kanonenschlag wurden fünf Personen verletzt. Sie erlitten teilweise offene Wunden und Verbrennungen. "Wir werden die Vorfälle vorbehaltlos aufklären", sagte der Bochumer Vorstand Ansgar Schwenken: "Wir werden uns nicht nur davon distanzieren, sondern die Täter verfolgen und stellen." Durch die Videoauswertung konnten mindestens zwei Tatverdächtige ermittelt werden, eine 21-jährige Frau und ein 19-jähriger Mann wurden im Bereich des Bielefelder Hauptbahnhofs festgenommen. In beiden Fällen werden Strafanzeigen erlassen, die Ermittlungen dauern an.

Der Hamburger SV hat seine Krise beendet. Nach sechs Spielen ohne Sieg gewann die Mannschaft von Trainer Huub Stevens das Nord-Derby beim FC Hansa Rostock mit 3:1 (2:0). Vor 28. 000 Zuschauern beendeten Ivica Olic (18., 51.) und Kapitän Rafael van der Vaart (27) mit ihren Treffern zudem die Torflaute des HSV, der zuvor in vier Spielen nicht getroffen hatte. Der Hamburger Joris Mathijsen (76.) markierte mit einem Eigentor den Endstand. Hamburg steht nach dem 13. Saisonsieg auf Platz vier. Rostock ist Vorletzter und hat nun fünf Zähler Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Damit können die Rostocker fast schon für die zweite Liga planen, auch wenn sich ihr Trainer Frank Pagelsdorf weiter an Durchhalteparolen versucht: Man muss sagen, dass der HSV die klar bessere Mannschaft gewesen war. Er hat es uns vorgemacht, was es heißt, effektiv seine Torchancen zu nutzen. Aber die Hoffnung ist immer noch da, dass wir den Klassenerhalt schaffen."

Bayern hat es morgen in Wolfsburg selbst in der Hand

Der 31. Spieltag wird am Sonntag mit den Partien VfL Wolfsburg gegen Bayern München und MSV Duisburg gegen Bayer Leverkusen komplettiert. Spitzenreiter Bayern München (66 Punkte) genügt dabei ein Unentschieden, um als Meister der Saison 2007/2008 festzustehen. Bereits am Freitag hatten sich Borussia Dortmund und der 1. FC Nürnberg mit einem torlosen Remis getrennt.

ruf/sid/dpa



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