DFB-Coach vor Chile-Test Bundestrainer Löw ist "wahnsinnig nachdenklich"

Am Freitag benennt Joachim Löw das Aufgebot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft für das Länderspiel gegen Chile. Doch den Bundestrainer plagen vor dem einzigen Test vor der WM-Kader-Nominierung erhebliche Probleme.
Bundestrainer Löw: "Brauchen Spieler, die sehr gut im Rhythmus sind"

Bundestrainer Löw: "Brauchen Spieler, die sehr gut im Rhythmus sind"

Foto: Alex Grimm/ Bongarts/Getty Images

Hamburg - Die Liste ist lang: Mesut Özil ist außer Form, Sami Khedira, Ilkay Gündogan, Thomas Müller und Sven Bender sind verletzt, Mats Hummels, Julian Draxler, André Schürrle, Lukas Podolski, Benedikt Höwedes und Bastian Schweinsteiger ohne die nötige Spielpraxis. Bundestrainer Joachim Löw steht vor dem WM-Test der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Mittwoch (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE, TV: ARD) in Stuttgart gegen Chile vor großen Problemen.

Löw hat deshalb Alarm geschlagen. "Bei der WM brauchen wir Spieler, die sehr gut im Rhythmus sind. Ich hoffe, dass einige Spieler in den kommenden zwei, drei Wochen einen Schritt nach vorne machen. Wir brauchen in Brasilien 20", sagte der 54-Jährige, der am Freitagmittag seinen Kader für das Duell mit Chile nominieren wird.

Ob Bayern-Profi Schweinsteiger dann schon wieder dem deutschen Aufgebot angehört, ist offen, eine Berufung möglich. Der Münchner hatte erst am Wochenende in Hannover nach monatelanger Verletzungspause sein Startelf-Comeback gefeiert. Auch Draxler, Höwedes und Hummels waren lange verletzt gewesen und kehren erst langsam wieder zurück. Kaum Berücksichtigung bei ihren Clubs in England fanden zudem zuletzt Podolski und Schürrle.

"Wichtige Spieler verletzt"

Die Situation stimme ihn "wahnsinnig nachdenklich", sagte Löw deshalb sorgenvoll. Man habe "im Moment viele wichtige Spieler, die verletzt sind oder lange nicht gespielt haben. Gerade in der deutschen Historie waren bei den WM-Siegen die Leistungsträger in einer sehr, sehr guten Form." Davon sind viele Nationalspieler rund elf Wochen vor der Nominierung des Kaders für die WM in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli) aber noch weit entfernt.

Deshalb deutete Löw bereits an, von seiner Linie möglicherweise abzuweichen und sogar einen nicht vollständig fitten Spieler zur WM mitzunehmen. Vor allem auf Khedira und Gündogan könnte dies zutreffen.

"Es gab auch in der Vergangenheit Spieler, die angeschlagen zu einem Turnier gefahren sind, aber die eine Mannschaft nun mal eben braucht. Beispielsweise aufgrund der Persönlichkeit oder der riesigen Erfahrung des Spielers. So einen kann sich ein Kader grundsätzlich leisten", sagte Löw. Klar sei aber auch: "Mit Beginn der Vorbereitung brauche ich Spieler, die hoch belastbar sind."

Bis die Vorbereitung mit dem Länderspiel gegen Polen in Hamburg (13. Mai) und dem Trainingslager in Südtirol (21. Mai bis 1. Juni) beginnt, steht Löw nur noch der Test gegen Chile zur Verfügung.

chp/sid
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