WM-Qualifikation gegen Kasachstan Götze für Gomez, Ärger für Löw

Joachim Löw wird im WM-Qualifikationsduell mit Kasachstan aller Voraussicht nach auf Mario Götze als offensivsten Spieler setzen. Der Mittelfeldstar von Borussia Dortmund soll statt Mario Gomez auflaufen. Beim Gegner sorgt indes eine Äußerung des Bundestrainers für Unverständnis.
BVB-Star Götze: In Kasachstan wohl auf ungewohnter Position

BVB-Star Götze: In Kasachstan wohl auf ungewohnter Position

Foto: Alex Grimm/ Bongarts/Getty Images

Hamburg - "Niemand hat das Recht, unserer Nationalmannschaft vorzuschreiben, wie und gegen wen sie spielen darf", schimpfte ein kasachischer Verbandsvertreter. Die Kasachen sind sauer, weil Bundestrainer Joachim Löw sie in eine Reihe mit Ländern wie Andorra, San Marino und die Färöer gestellt hat, allesamt keine Größen im Fußball. Pflichtspiele gegen solche Teams seien fragwürdig, sagte Löw.

Beim WM-Qualifikationsduell am Freitag (19 Uhr, ZDF und Liveticker SPIEGEL ONLINE) in Astana wird Löw aller Voraussicht nach erneut ohne echten Stürmer spielen. Der Dortmunder Mario Götze würde in diesem Fall als "falsche Neun" auflaufen, für Mario Gomez bliebe wie zuletzt beim FC Bayern erst einmal nur die Ersatzbank.

Schon beim 2:1 gegen Frankreich zum Auftakt des Länderspiel-Jahres hatte es Löw in der zweiten Hälfte mit dieser Taktik versucht, ebenso beim 0:0 im November 2012 gegen die Niederlande. Hinter Götze sind Thomas Müller, Mesut Özil und Lukas Podolski im offensiven Mittelfeld erste Wahl. Sie sollen den Dortmunder bei den Angriffen auf dem ungewohnten Kunstrasenplatz unterstützen. BVB-Profi Marco Reus fehlt gelbgesperrt.

Im defensiven Mittelfeld sind Sami Khedira und Bastian Schweinsteiger gesetzt. Khedira wird von seiner Knöchelverletzung, die er am Dienstag beim Training erlitten hatte, nicht mehr behindert. Auch Schweinsteiger und Podolski haben ihre leichteren Blessuren überwunden.

Zwei Bundesligaprofis beim Gegner

Der Gegner vertraut fast ausschließlich Akteuren aus der heimischen Liga - einzig die beiden Bundesligaprofis Heinrich Schmidtgal (Greuther Fürth) und Konstantin Engel (Energie Cottbus) spielen im Ausland. Vor allem Schmidtgal, der wie Engel in Kasachstan geboren wurde und als Kind nach Deutschland zog, gilt als Hoffnungsträger. "Er ist wieder fit und zerreißt sich im Kampf", titelt die Verbands-Homepage martialisch.

Doch die Spieler des Gastgebers verbreiten eher Durchhalteparolen. "Das ist Fußball, und alles kann passieren", sagt Mittelfeldspieler Marat Chairullin. "Wir werden versuchen, unsere besten Fähigkeiten zu zeigen." Allerdings sieht Löw Fortschritte bei den Kasachen: "Mein Eindruck war, dass sie in der Defensive kompakter und intelligenter in der Zweikampfführung geworden sind."

Irland (2:1) und Schweden (2:0) mühten sich zu knappen Siegen. Für Österreich reichte es in Astana sogar nur zu einem 0:0. Diese Peinlichkeit will sich Löw ersparen. In der Qualifikationsgruppe C liegt das DFB-Team (10 Punkte) auf Platz eins. Schweden (7) und Irland (6) spielen am Freitag gegeneinander, haben aber noch ein Spiel mehr auszutragen.

Kasachstan - Deutschland (Freitag, 19 Uhr) in Astana
(voraussichtliche Aufstellungen)
Kasachstan: Sidelnikow - Engel, Logwinenko, Dmitrenko, Kirow - Nurdauletow, Bogdanow - Konysbajew, Chairullin, Schmidtgal - Ostapenko
Deutschland: Neuer - Lahm, Mertesacker, Boateng, Schmelzer - Khedira, Schweinsteiger - Müller, Özil, Podolski - Götze
Schiedsrichter: Anastasios Kakos (Griechenland)

chp/sid/dpa
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