DFB-Trainingslager Endspiel-Bayern bereiten Löw Kopfzerbrechen

Der Bayern Freud ist des Bundestrainers Leid: Durch den Finaleinzug der Münchner fehlen Joachim Löw gleich acht Stammkräfte beim Regenerations-Trainingslager auf Sardinien. Auch das DFB-Pokalendspiel erschwert die Vorbereitung für die EM.

Bundestrainer Löw: "In so einem tollen Moment macht man sich keine Sorgen"
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Bundestrainer Löw: "In so einem tollen Moment macht man sich keine Sorgen"


Hamburg - Als der Triumph perfekt war, feierte Joachim Löw erst mal mit. Beim Bankett des FC Bayern im Anschluss an den Sieg im Elfmeter-Krimi bei Real Madrid gratulierte der Bundestrainer ausführlich seinen Nationalspielern. "Die Bayern haben sehr viel Qualität. Sie sind sehr selbstbewusst aufgetreten, das Duell mit Real war ein großer Kampf", sagte Löw SPIEGEL ONLINE. Die Gedanken an die Probleme, die der Einzug der Münchner ins Endspiel der Champions League mit sich bringen wird, kamen erst später hoch.

"In so einem tollen Moment macht man sich keine Sorgen", sagte Löw nach dem Triumph der Bayern im Elfmeterschießen bei den Königlichen. Doch der 52-Jährige muss sich ernsthaft mit den Auswirkungen des Münchner Erfolgs auf die Nationalmannschaft und die EM in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) beschäftigen.

Durch das "Finale dahoam" am 19. Mai in München verpassen Torwart Manuel Neuer, Kapitän Philipp Lahm, Holger Badstuber, Jérôme Boateng, Bastian Schweinsteiger, Toni Kroos, Thomas Müller sowie Mario Gomez und damit gleich acht Stammkräfte der Nationalmannschaft das Regenerations-Trainingslager auf Sardinien (11. bis 18. Mai). Zum zweiten Vorbereitungscamp in Tourettes (18. bis 30. Mai), Südfrankreich, werden die Bayern-Stars erst verspätet eintreffen.

"Der Sieg ist auch positiv für unsere Nationalmannschaft"

"Unsere EM-Vorbereitung wird sich jetzt anders gestalten. Wir haben die Bayern-Spieler fast zwei Wochen nicht zur Verfügung", sagte Löw: "Aber dass die Bayern das Finale der Champions League erreicht haben, ist klasse. Das ist ein historischer Sieg - und auch positiv für die Nationalmannschaft."

Nun hat Löw seine Spieler noch nicht einmal zwei Wochen am Stück in der Vorbereitung zusammen. Immerhin: Die beiden Real-Legionäre Mesut Özil und Sami Khedira können nach dem Ausscheiden der Königlichen etwas früher zur Nationalmannschaft stoßen.

Die Regenerationsphase an der Costa Smeralda werden nur wenige EM-Fahrer genießen können. Im DFB-Pokalfinale sind am 12. Mai neben den acht Münchner Nationalspielern auch bis zu vier Kandidaten vom Deutschen Meister Borussia Dortmund (Mats Hummels, Mario Götze, Marcel Schmelzer und Sven Bender) beschäftigt. Zudem fehlen auf Sardinien Özil und Khedira sowie die zurzeit angeschlagenen Miroslav Klose (Lazio Rom) und Per Mertesacker (FC Arsenal), da die Spielzeiten in Spanien, Italien und England jeweils erst am 13. Mai enden.

Ein besonderes Ärgernis für Löw wird zudem verhindern, dass die Spieler des FC Bayern wenigstens gleich nach dem Champions-League-Finale in Südfrankreich eintreffen. Die Münchner müssen vertragsgemäß mit all ihren Stars am 22. Mai noch ein Freundschaftsspiel gegen den deutschen EM-Gruppengegner Niederlande bestreiten.

trn/luk/sid



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