BVB-Sieg gegen Schalke Plötzlich Helden

Das Revierderby gegen Schalke wäre fast zur tragischen Nummer für den BVB geworden. So überlegen war Dortmund selten - und selten vergab der Klub so viele Chancen. Alles Wichtige zum Top-Spiel.
Jubelnde BVB-Profis: 13:0 Torschüsse gegen Schalke

Jubelnde BVB-Profis: 13:0 Torschüsse gegen Schalke

Foto: Maja Hitij/ dpa

Die Ausgangslage: Drei Bundesligaspiele in Folge hatte Dortmund vor dem Derby gewonnen, dabei zehn Tore erzielt und sich vom Tabellenende weggearbeitet. Die Schalker dagegen sind die Minimalisten der Rückrunde: 1:0, 1:1, 1:0, 0:1 und 1:1 lauteten die Ergebnisse. Doch dieses Mal ging die Defensivtaktik der Gäste nicht auf.

Das Ergebnis: 3:0 für den BVB. Aber das hatte sich bis zur 78. Minute noch nicht wirklich abgezeichnet.

Der Spielverlauf in Zahlen: 31:3 Schüsse, 13:0 Torschüsse, 9:5 Ecken, 64:36 Prozent Ballbesitz, 52:48 Prozent gewonnener Zweikämpfe. Das alles natürlich aus Sicht des BVB.

Die erste Halbzeit: War so einseitig wie wohl kaum eine andere in 52 Jahren Fußballbundesliga. Es spielte NUR Borussia Dortmund. Der BVB kam zu einer Großchance nach der anderen, vergab allerdings auch eine nach der anderen. In Person und Minute liest sich das so: Pierre-Emerick Aubameyang (4. Minute), Marco Reus (15.), Shinji Kagawa (16.), Aubameyang (26.), wieder Reus (27.), nochmal Reus (34.), Reus zum Vierten (37.) - irgendwann wurde es tragisch.

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BVB in der Einzelkritik: Batman und Robin

Foto: AP/dpa

Die zweite Halbzeit: War auch einseitig, mit dem Unterschied, dass der BVB nicht mehr ganz so viele Chancen vergab, weil er nicht mehr ganz so viele Möglichkeiten hatte. Auch wieder Person plus Minute: Zur Überraschung Reus (56.), Henrich Mchitarjan (65.), Kagawa (73.). Wäre es so weiter gegangen, die Dortmunder Spieler wären als die Deppen der Nation verspottet worden. Doch plötzlich wurden sie zu Helden.

Der Befreiungsschlag: Gelang in der 78. Minute dem Mann, der schon in der vierten Minute hätte treffen müssen. Dieses Mal schoss Aubameyang jedoch nicht Schalkes Torwart Timon Wellenreuther an, sondern traf zum 1:0. Sorry für die folgende Phrase - aber damit war der Knoten geplatzt. Mchitarjan traf eine Minute später zum 2:0. Und dann kam auch noch Reus zu seinem Tor (siehe nächsten Punkt).

Der Aussetzer: Unterlief Schalkes Torwart Wellenreuther in der 86. Minute. Der Keeper hatte den Ball am Fuß und hätte ihn sonstwo hinschießen können. Tat er aber nicht. Er schoss gar nicht. Und als er Reus kommen sah, hatte der Dortmunder den Ball schon ins Tor gespitzelt. Zur Ehrenrettung des erst 18 Jahre alten Torwarts sei gesagt: Darauf kam es dann auch nicht mehr an. Und Wellenreuther hatte zuvor etliche gute Paraden gezeigt.

Der besondere Jubel: Nach seinem Treffer lief Aubameyang schnurstracks hinter das Tor und hob einen schwarzen Sack auf. Jetzt kommt die Spiderman-Maske, dachten wohl alle, es war dann aber ein anderer Comic-Held. Aubameyang verwandelte sich in Batman, und Reus wurde zu Robin.

BVB-Profis Aubameyang (l.), Reus: Batman und Robin

BVB-Profis Aubameyang (l.), Reus: Batman und Robin

Foto: Lars Baron/ Bongarts/Getty Images

Der Blick auf die Tabelle: Sieben Punkte Rückstand auf einen Europa-League-Platz. Und acht Zähler bis zu Platz vier, der zur Teilnahme an der Champions-League-Quali berechtigt. Nur um das klarzustellen, wir reden hier von Borussia Dortmund. Der Verein, der nach dem ersten Spieltag der Rückrunde auf den letzten Platz abgerutscht war. BVB-Trainer Jürgen Klopp will von Europa aber nichts wissen: "Stand heute haben wir absolut nichts mit den internationalen Plätzen zu tun, die interessieren mich wirklich nicht."

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