BVB-Sieg in Bremen "Das hat mal richtig Spaß gemacht"

Dortmund präsentierte sich beim Kantersieg gegen Bremen so stark wie lange nicht. Trainer Jürgen Klopp applaudierte von der Seitenlinie, Torjäger Robert Lewandowski befand: "Das war der alte und der neue BVB."
BVB-Trainer Klopp (l.): "Die Jungs haben klasse Tore gemacht"

BVB-Trainer Klopp (l.): "Die Jungs haben klasse Tore gemacht"

Foto: AP/dpa

Hamburg - Landsleute halten zusammen. Weshalb es kein Zufall war, dass Bremens Nachwuchsstürmer Martin Kobylanski nach dem Schlusspfiff auf Dortmunds Torjäger Robert Lewandowski zusteuerte. Und höflich, wie der BVB-Star nun einmal ist, ließ sich der Pole vom Werder-Novizen, der im Besitz der deutschen und polnischen Staatsbürgerschaft ist, zum Trikottausch überreden.

Artig schleppte Lewandowski das durchgeschwitzte Trikot durch die Mixed Zone des Weserstadions - als sei es eine wertvolle Trophäe. "Das war ein sehr, sehr guter Tag für uns", sagte der 25-Jährige, "das war der alte und der neue BVB."

Zwei Tore und eine Vorlage hatte Lewandowski zum 5:1-Kantersieg gegen die überforderten Bremern beigesteuert. "Das war die richtige Richtung für die Rückrunde", sagte der Stürmer anschließend, "ich freue mich auf die nächste Woche." Zweimal binnen vier Tagen tritt Borussia Dortmund nun gegen Eintracht Frankfurt an - erst am Dienstag im DFB-Pokal-Viertelfinale, dann nächsten Samstag in der Bundesliga.

In der aktuell gezeigten Verfassung müsste der Sieger eigentlich zweimal Dortmund lauten. "Wir wollen im Pokal weiterkommen, in der Liga Zweiter werden", sagte Nuri Sahin, "dafür war dieser Auftritt sehr bedeutend." Tatsächlich stand die Vorstellung gegen Bremen für eine Rückbesinnung zum forschen Vorwärtsfußball besserer Borussen-Zeiten. Starkes Gegenpressing - wie beim Führungstor durch Lewandowski (26.) - bildeten mit schnellem Kombinationsfußball - wie beim 4:0 des präsenten Henrich Mchitarjan (62.) - eine erfolgreiche wie effektive Symbiose.

Fotostrecke

Fußball-Bundesliga: Torfestival in Bremen, souveräner Sieg der Bayern

Foto: David Ebener/ dpa

Und dass neben Lewandowski auch der Armenier Mchitarjan sich gleich zweimal in die Torschützenliste eintrug, kennzeichnete den zielgerichteten Auftritt der Gäste. "Die Jungs vorn haben klasse Tore gemacht", lobte Sahin. Der in dieser Serie schon wieder 13-mal in der Bundesliga erfolgreiche Lewandowski erhielt von Trainer Jürgen Klopp ein Sonderlob. "Er ist ein ganz außergewöhnlicher Spieler mit einem super Charakter. Dass er bald zu Bayern München wechselt, ist zwar schade, aber so etwas ist schon viel häufiger passiert."

"Das war ein großartiges Spiel von uns"

Und auch über seinen zuletzt kritisierten Millionen-Einkauf Mchitarjan redete Klopp gerne: "Wir haben Micky nie komplett in Frage gestellt, wir möchten nur, dass er seine Fähigkeiten häufiger abruft." Der BVB-Trainer klatschte fast im Minutentakt an der Seitenlinie Beifall, immer wieder schallte sein Applaus hoch auf die Südtribüne, wo das Stammpublikum des Weserstadions den Werder-Zerfall schweigend hinnahm.

"Das war ein großartiges Spiel von uns. Ich hoffe, dass wir das jetzt jede Woche zu sehen bekommen", konstatierte Klopp. "Das war sehr mutig, sehr konsequent, sehr ballsicher. Wir haben in den richtigen Räumen gespielt - immer zwischen die Ketten." Tatsächlich fand speziell aus dem zentralen Mittelfeld die Doppel-Sechs mit Sven Bender und Sahin viel mehr Zugriff aufs Geschehen als zuletzt; zuvorderst bestimmte Sahin Takt und Rhythmus seiner Mannschaft. Fast wie im Meisterschaftsjahr 2011. Nicht umsonst hatte er die meisten Ballkontakte (92).

"Das hat mal richtig Spaß gemacht", sagte Klopp, der sogar das Gegentor des Bremer Debütanten Levent Aycicek (89.) mit einem Grinsen quittierte. "Darüber rege ich mich bestimmt nicht auf." Lieber sprach der 46-Jährige noch Komplimente für seinen im Herbst nachverpflichteten Innenverteidiger Manuel Friedrich aus, der nach dem erneuten Ausfall von Mats Hummels von der Tribüne in die Startelf rutschte. "Der Manu steht erst gar nicht im Kader, kommt dann rein und macht noch ein Tor - es hat an diesem Tag alles gepasst."

Und solche Tage hatte es im vergangenen Halbjahr bei Borussia Dortmund in der Liga eben viel zu wenige gegeben.

Werder Bremen - Borussia Dortmund 1:5 (0:2)
0:1 Lewandowski (26.)
0:2 Mchitarjan (41.)
0:3 Manuel Friedrich (48.)
0:4 Mchitarjan (62.)
0:5 Lewandowski (85.)
1:5 Aycicek (89.)
Bremen: Wolf - Gebre Selassie, Prödl, Lukimya, Caldirola - Bargfrede, Junuzovic - Elia (55. Kobylanski), Hunt (79. Aycicek), Obraniak - Di Santo (55. Petersen)
Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Manuel Friedrich, Sokratis, Schmelzer - Sven Bender (65. Kehl), Sahin - Aubameyang (77. Hofmann), Mchitarjan, Reus (65. Großkreutz) - Lewandowski
Schiedsrichter: Günter Perl (Pullach)
Zuschauer: 42.100 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Di Santo (3), Kobylanski - Manuel Friedrich (2), Sokratis (3)
Schüsse: 11:15
Ecken: 5:9
Ballbesitz: 47:53 Prozent

Noch viel mehr Statistiken finden Sie in unserer Fußball-App!

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.