Bayern München Trainer Ancelotti muss gehen

Einen Tag nach der 0:3-Pleite bei Paris Saint-Germain hat der FC Bayern seinen Trainer Carlo Ancelotti beurlaubt. Assistent Willy Sagnol wird die Mannschaft vorerst übernehmen.
Carlo Ancelotti

Carlo Ancelotti

Foto: HANNIBAL HANSCHKE/ REUTERS

Das 0:3 bei Paris Saint-Germain war zu viel: Der FC Bayern München hat sich am Nachmittag von Trainer Carlo Ancelotti getrennt. Das hat der Verein in einer Pressemitteilung  bestätigt. Die Klubspitze reagierte damit auf die deutliche Pleite vom Vorabend in der Champions League, Unzufriedenheit mit den Entscheidungen des italienischen Meistertrainers gab es allerdings schon länger.

"Die Leistungen unserer Mannschaft seit Saisonbeginn entsprachen nicht den Erwartungen, die wir an sie stellen", sagte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge in der Mitteilung. "Das Spiel in Paris hat deutlich gezeigt, dass wir Konsequenzen ziehen mussten." Neben Ancelotti mussten auch seine vier italienischen Assistenten gehen.

Zunächst soll Assistenz-Coach Willy Sagnol das Team übernehmen. Der Franzose war zu Saisonbeginn von Girondins Bordeaux nach München gewechselt, wo er bereits als Spieler jahrelang tätig war. Die Bayern treten am kommenden Bundesliga-Spieltag bei Hertha BSC an, danach folgt eine Länderspielpause.

Ob Sagnol möglicherweise sogar die Chance hat, das Team länger zu betreuen, ist nicht bekannt. Als Kandidat für die Zukunft galt bislang Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann, nun wird für eine Nachfolge Thomas Tuchel gehandelt. Der ehemalige BVB-Coach hat persönliche Beziehungen nach München und ist nach seiner Entlassung in Dortmund auf dem Markt.

Ancelotti war in der Saison 2016/2017 als Nachfolger von Pep Guardiola nach München gekommen, musste mit dem verlorenen Viertelfinale in der Champions League gegen Real Madrid und der Niederlage im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund aber schon früh Rückschläge verkraften. In dieser Saison gaben die Bayern beim 0:2 gegen Hoffenheim und beim 2:2 gegen Wolfsburg ungewohnt früh Punkte ab.

Rummenigge hatte nach der Pleite bei PSG von einer "ganz bitteren Niederlage" gesprochen und "Konsequenzen in Klartextform" angekündigt. Ancelottis Rauswurf kommt trotzdem überraschend, eine so frühe Entlassung gab es beim Rekordmeister schon lange nicht mehr.

Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß sahen die Mannschaft aber nicht mehr gewappnet für die anstehenden Aufgaben. Es sei wichtig, "dass wir schnell wieder die Kurve kriegen und uns als Bayern München präsentieren und dann eben auch zeigen, dass wir eine Mannschaft sind, die in Europa, aber auch national für Furore gesorgt hat", sagte Rummenigge. Was er nicht sagte: Unter Ancelotti hat sich dieses Bayern München stetig zurückentwickelt, es ist kein Konzept zu erkennen, keine Struktur wie unter Pep Guardiola.

aha/krä/sid/dpa
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