Celtic-Sieg gegen Barcelona "Die Spieler sind Helden"

Rod Stewart weinte vor Freude, Spieler und Trainer von Celtic Glasgow jubelten ungläubig: Der schottische Club hat den großen FC Barcelona besiegt und sich damit zum 125-jährigen Vereinsjubiläum selbst beschenkt. Dabei war das Team fast nie am Ball.

Jubelnde Celtic-Spieler: 2:1-Sieg gegen Barcelona
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Jubelnde Celtic-Spieler: 2:1-Sieg gegen Barcelona


Hamburg - Für die Fans von Celtic Glasgow gab es bisher meist nur vier aufregende Liga-Partien pro Saison, die "Old Firm"-Derbys gegen Stadtrivale Glasgow. Die Rivalität der Clubs ist enorm, kein anderes Stadtderby in Europa wurde häufiger ausgetragen. Doch in diesem Jahr ist alles anders, die Rangers mussten wegen finanzieller Probleme einen Neuanfang in der vierten Liga starten.

Kein Problem für Celtic, der Club hat sich eine Ersatzbefriedigung besorgt: die Champions League. Am Mittwoch besiegte die Mannschaft sensationell den FC Barcelona 2:1. "Die Spieler sind Helden, für mich sind sie einfach Helden", sagte Trainer Neil Lennon, der von "einer der großartigsten Nächte in der Clubgeschichte" sprach. Der Erfolg war so unerwartet, dass Sänger Rod Stewart, einer der berühmtesten Fans des Clubs, auf der Tribüne vor Freude weinte.

Und der Triumph kam zu einem optimalen Zeitpunkt. Einen Tag zuvor hatte der Verein sein 125. Geburtstag gefeiert. "Das ist das speziellste Tor meines Lebens. Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder ein solch wichtiges Tor in meiner Karriere schießen werde", sagte der erst 18 Jahre alte Tony Watt (83. Minute), der genau wie Victor Wanyama (21.) getroffen hatte.

Celtic agierte gegen Barcelona, wie es nicht anders zu erwarten war: extrem defensiv. So hatten die Schotten nur 16,4 Prozent Ballbesitz, so wenig wie kein anderes Team jemals in der Champions League. Doch die Taktik ging auf, Barça kassierte seine erste Niederlage seit dem 30. August (1:2 im spanischen Supercup gegen Real Madrid). "Wir konnten nichts machen. Wir haben alles versucht. Sie sind zweimal vor unser Tor gekommen und haben zweimal getroffen", sagte Weltfußballer Lionel Messi.

Celtic kann in Lissabon den Einzug in die K.o.-Runde perfekt machen

Während Barcelona trotz der Pleite mit neun Punkten Tabellenführer bleibt, hat auch Celtic (7 Punkte) gute Karten aufs Weiterkommen. Denn der Sieg gegen Barça war nicht die erste überzeugende Leistung in der Königsklasse. Schon das Hinspiel war lange Zeit ausgeglichen gewesen, erst in der vierten Minute der Nachspielzeit sicherte Jordi Alba Barcelona den 2:1-Sieg.

Zuvor hatten die Schotten 3:2 bei Spartak Moskau gewonnen, es war zugleich der erste Auswärtssieg des Clubs in der Champions-League-Geschichte. Durch die Erfolge hat das Team eine hervorragende Ausgangslage, um die K.o.-Runde zu erreichen. Es reicht ein Sieg beim kommenden Spiel gegen Benfica Lissabon am 20. November (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Dies war dem Club zuletzt in der Saison 2007/2008 gelungen. In den vergangenen drei Spielzeiten hatte sich Celtic nicht für die Champions League qualifizieren können, 2008 war man in seiner Gruppe Letzter geworden, hinter dem dänischen Club Aalborg BK. Doch nun ist das Überstehen der Gruppenphase in Reichweite. Trainer Lennon sieht nur ein Problem: "Die Spieler und das Trainerteam müssen nun mit deutlich gestiegenen Erwartungen klarkommen."

Celtic Glasgow - FC Barcelona 2:1 (1:0)
1:0 Wanyama (21.)
2:0 Watt (83.)
2:1 Messi (90.+1)
Glasgow: Forster - Lustig (72. Watt), Ambrose, Wilson, Matthews - Wanyama, Ledley - Commons, Mulgrew - Samaras (79. Kayal), Miku
Barcelona: Valdes - Alves, Bartra (71. Pique), Mascherano, Alba - Song (71. Fabregas) - Xavi, Iniesta - Pedro, Messi, Sanchez (65. Villa)
Schiedsrichter: Björn Kuipers
Zuschauer: 58.000
Gelbe Karten: Miku - Song (2), Alba

leh/AP/dpa

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