Uefa bestraft schottischen Klub Celtic Glasgow muss Strafe zahlen, weil Fans Palästinaflaggen zeigten
Fans von Celtic Glasgow zeigen im Spiel gegen Atletico Madrid bei einer konzertierten Aktion ihre Unterstützung für Palästina
Foto: Jason Cairnduff / Action Images / REUTERSDer schottische Fußballklub Celtic Glasgow muss rund 17.500 Euro Strafe an die Uefa zahlen, weil dessen Fans im Champions-League-Heimspiel gegen Atlético Madrid im vergangenen Monat palästinensische Flaggen geschwenkt hatten. Das teilte die der europäische Fußballverband Uefa am Mittwoch mit.
Die Fahnen, die zu Hunderten geschwenkt worden waren, wurden als »provokative Botschaften mit beleidigendem Charakter« betrachtet, so die Uefa in ihrer Erklärung. Die Bilder waren tausendfach in den sozialen Netzwerken geteilt worden.
Beim Spiel am 25. Oktober zeigten sie beim Einlauf der Teams die palästinensischen Flaggen. Zuvor hatten die Fans bereits im Celtic Park zwei große Transparente mit der Aufschrift »Free Palestine« und »Victory to the Resistance« entrollt.
Thank you to the European fans and thank you to Celtic FC for your support of Palestine pic.twitter.com/bgSbtDLVrF
— MVMPR (@MVMPR) November 15, 2023
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Federführend bei der Aktion war die 2006 gegründete Ultras-Gruppe »Green Brigade«, die für ihre irisch-republikanischen Ansichten bekannt sind. Sie lehnen die britische Einflussnahme in Irland ab und fordern dessen Einheit und Unabhängigkeit. In diesem Kampf sehen sie sich mit den Palästinensern verbunden. Die Celtic-Fans waren zuvor vom Verein aufgefordert worden, keine Flaggen zu zeigen, weil Strafen befürchtet wurden.
Der Celtic-Support für Palästina hat bereits Geschichte
Es ist nicht der erste Disput zwischen der eher konservativ eingestellten Celtic-Führung und der »Green Brigade«. Wenige Tage vor dem Vorfall hatten Fans in einem Spiel in der heimischen Liga palästinensische Flaggen gezeigt, die allerdings in der TV-Übertragung nicht zu sehen waren.
2016, bei einem Spiel gegen den israelischen Vertreter Hapoel Be'er Sheva, hatten Celtic-Fans ebenfalls palästinensische Flaggen im Stadion geschwungen. Auch damals musste der Klub eine Strafe für »unerlaubte Banner« an die Uefa zahlen. Die Fans sammelten daraufhin untereinander mehr als 150.000 Euro Spenden – nicht um die Strafe zu zahlen, sondern um humanitäre Projekte in Palästina zu unterstützen.
Celtic hat der »Green Brigade« nach den jüngsten Vorfällen ein Stadionverbot für alle Heim- und Auswärtsspiele ausgesprochen. Der Verein liegt in der Champions-League-Gruppe E mit einem Punkt nach vier Spielen abgeschlagen auf dem vierten Platz.