Ultra-Gruppe "Green Brigade" Celtic räumt Block 111

Schon länger streitet der Glasgower Verein Celtic FC mit den eigenen Ultras. Nach den jüngsten Ausschreitungen hat der Verein mehrere Mitglieder der "Green Brigade" mit Stadionverboten belegt, die verbliebenen Ultras sollen sich über verschiedene Blöcke des Celtic Parks verteilen.
Umstrittene Choreografie: Irische Identität und Provokationen

Umstrittene Choreografie: Irische Identität und Provokationen

Foto: Brian Stewart/ dpa

Hamburg - Der Glasgower Verein Celtic FC geht mit harten Maßnahmen gegen die eigenen Anhänger vor. Im Laufe der Woche erteilte der Club 128 Fans ein Stadionverbot für alle Heim- und Auswärtsspiele. Die meisten Betroffenen gehören den "Green Brigade"-Ultras an.

Jetzt machte der Verein 250 Dauerkartenbesitzern für Block 111 im heimischen Celtic Park - in dieser Sektionen haben die Ultras ihren Platz - zudem ein ungewöhnliches Angebot. Sie sollten sich entweder Plätze in anderen Blöcken des Stadions suchen oder ihre Dauerkarten gegen Rückerstattung zurückgeben. Das berichten verschiedene britische Medien.

Zuletzt hatten sich die Verantwortlichen des Clubs immer wieder über die "Green Brigade" geärgert. Beim Champions-League-Spiel gegen den AC Mailand im November zeigte die Gruppe Bilder des schottischen Freiheitskämpfers William Wallace und der irischen IRA-Ikone Bobby Sands, dazu waren Spruchbänder mit der Aufschrift zu sehen: "Terrorist oder Träumer? Barbar oder Held? Die Sichtweise hängt davon ab, hinter wessen Stimme man her ist." Dafür wurde der Verein von der Uefa mit einer Strafe von 50.000 Euro belegt.

Die Choreografie bezog sich auf den "Offensive Behaviour at Football and Threatening Communications Act", ein 2012 in Kraft getretenes Gesetz, das Beleidigungen im schottischen Fußball unter Strafe stellt. Die Mitglieder der "Green Brigade" sehen darin eine Kriminalisierung von Fußball-Fans.

Der Verein und seine Fans pflegen seit jeher eine irische Identität. Die politische Haltung sowie die provokanten Choreografien und Gesänge der Fans gehen dem Verein aber zu weit. Vor zwei Jahren musste Celtic schon einmal 15.000 Euro Strafe zahlen, weil die Fans beim Europa-League-Spiel gegen Rennes Pro-IRA-Gesänge angestimmt hatten. Auch wegen Pyrotechnik wurde der Verein in der Vergangenheit mehrfach bestraft.

Der jüngste Vorfall ereignete sich in der vergangenen Woche beim Auswärtsspiel gegen Motherwell. Celtic-Fans zündeten Bengalische Feuer, warfen Fackeln auf das Spielfeld und zerstörten mehrere Sitzschalen im Gästeblock, der Schaden betrug 12.000 Euro. Für Celtic war damit offenbar eine Grenze erreicht - der Verein entschloss sich zu den Maßnahmen gegen die eigenen Fans.

buc
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