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Champions-League-Achtelfinale Barças Ballkünstler deklassieren Stuttgart

Der VfB Stuttgart hatte nicht den Hauch einer Chance: Im Achtelfinale der Champions League scheiterte er am FC Barcelona - und wurde vom spanischen Meister im Rückspiel phasenweise vorgeführt. Überragender Mann bei Barça war einmal mehr Weltfußballer Lionel Messi.

Hamburg - Die große Show des kleinen Ballkünstlers beginnt um Punkt 20.58 Uhr: Lionel Messi, 1,69 Meter groß und derzeit wohl der weltbeste Fußballer, läuft in Richtung Strafraum des Gegners, den Ball am Fuß. Vorbei am erster Stuttgarter, vorbei am zweiten, vorbei am dritten, ein Schuss - der Rest ist Jubel bei den knapp 90.000 Zuschauern im Camp Nou. Aus 16 Metern zirkelt der Argentinier den Ball links oben in den Winkel. Und bereits dieses Dribbling samt Abschluss in der 13. Minute lässt erahnen, dass der VfB Stuttgart an diesem Abend kaum eine Chance haben wird.

Messi, Messi, immer wieder Messi: In der 22. Minute, als er mit einem genialen Pass über die Stuttgarter Viererkette Yaya Touré bedient, dessen direkte Weitergabe Pedro Rodriguez zum 2:0 verwertet; oder in der 60. Minute, als er aus ähnlicher Position wie beim ersten Tor trifft, diesmal allerdings flach ins rechte Eck; und in der 86. Minute, als er der kompletten Stuttgarter Hintermannschaft entwischt, den Ball aber knapp am rechten Pfosten vorbeilegt.

Es war ein Klassenunterschied zwischen Barça und dem VfB, der sich bei der 0:4 (0:2)-Niederlage der Schwaben offenbarte. Nicht nur wegen Messi. Stuttgart hatte in 90 Minuten keine einzige Torchance, der spanische Meister und Champions-League-Titelverteidiger hingegen hätte gut und gerne noch das fünfte und sechste Tor erzielen können, genug Möglichkeiten hatte er. Barcelona erteilte Stuttgart, das im Hinspiel noch ein 1:1 erreicht hatte, eine Lehrstunde in modernem Offensivfußball. "Bis zum 3:0 hatte ich noch ein bisschen Hoffnung, danach war dann alles entschieden. Barcelona war klar besser, Messi war absolut der entscheidende Mann", sagte VfB-Trainer Christian Gross.

Stuttgart kassiert gleiche Klatsche wie der FC Bayern vor einem Jahr

Durch die Tore von Messi, Pedro Rodriguez und dem vierten Treffer durch den kurz zuvor eingewechselten Bojan Krkic (89.) stehen die Katalanen zum dritten Mal nacheinander in Viertelfinale der Champions League. Der VfB kassierte damit eine Klatsche wie der FC Bayern München, der vor einem Jahr an gleicher Stätte ebenfalls 0:4 verloren hatte. Und wie der deutsche Rekordmeister seinerzeit waren die Schwaben völlig chancenlos. "Das war ein sehr bitterer Europacupabend für uns. Die Klasse von Barcelona hat sich durchgesetzt", sagte Stuttgarts Mittelfeldspieler Sami Khedira.

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Barcelona vs. Stuttgart: Messi zaubert, Barça jubelt

Foto: LLUIS GENE/ AFP

Trotz aller guten Vorsätze gelang es dem Team von Christian Gross nicht, den meist von Messi und Xavi-Vertreter Touré initiierten Kombinationswirbel zu unterbinden. Im Spiel nach vorne blieb der VfB zur Enttäuschung der rund 5000 mitgereisten Fans fast alles schuldig, in der Defensive ließ er Barças Ballkünstler viel zu viel Raum. Dabei hatte Gross im Vorfeld der Partie immer wieder gemahnt, kompakt zu stehen und eng bei den Leuten zu bleiben. Doch schon beim 0:1 durch Messi hielten die Abwehrspieler fast ehrfurchtsvoll Distanz zum Argentinier.

"Wenn es überhaupt ein Rezept gibt, dann, so lange wie möglich ohne Gegentor zu bleiben", hatte die bescheidene Vorgabe von Horst Heldt noch vor der Partie gelautet. Doch die Rechnung des Stuttgarter Managers ging nur 13 Minuten auf.

Nach Wiederbeginn war der VfB nur noch um Schadensbegrenzung bemüht - was nicht wirklich gelang. Allein Stuttgarts Torhüter Jens Lehmann verhinderte mit Glanzparaden gegen Messi (68.) und Iniesta (80.) sogar noch eine höhere Niederlage.

FC Barcelona - VfB Stuttgart 4:0 (2:0)
1:0 Messi (13.)
2:0 Pedro Rodriguez (22.)
3:0 Messi (60.)
4:0 Krkic (89.)
Barcelona: Victor Valdes - Dani Alves, Pique, Puyol, Maxwell - Busquets (66. Ibrahimovic), Toure, Iniesta (88. Krkic) - Messi, Henry (78. Milito), Pedro Rodriguez
Stuttgart: Lehmann - Celozzi (46. Gebhart), Niedermeyer, Delpierre, Molinaro - Träsch, Kuzmanovic, Khedira, Hleb - Pogrebnjak (70. Marica), Cacau
Schiedsrichter: Alain Hamer (Luxemburg)
Zuschauer: 88.543
Gelbe Karten: Lehmann, Pogrebnjak, Kuzmanovic

ham/dpa/sid