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22. Oktober 2002, 15:41 Uhr

Champions League

Alarmstufe Rot in Leverkusen

Vor der Champions-League-Begegnung von Bayer Leverkusen gegen Maccabi Haifa am Mittwoch gleicht die BayArena einer Festung. Beim ersten Europapokal-Auftritt einer israelischen Mannschaft in Deutschland herrscht Sicherheitsstufe eins.

Am Mittwoch gegen Haifa wieder einsatzbereit: Nationalspieler Bernd Schneider (re.)
AP

Am Mittwoch gegen Haifa wieder einsatzbereit: Nationalspieler Bernd Schneider (re.)

Leverkusen - Knapp 1000 Polizeikräfte sind im Einsatz, die mehrere Stunden vor dem Spiel einen weiträumigen Sperrgürtel um das Stadion ziehen. Die Fans erwarten penible Einlass-Kontrollen und Durchsuchungen, mit Sonden werden die Gullis auf Bomben überprüft. Wie der "Kölner Express" berichtet, observieren Agenten des israelischen Geheimdienstes Mossad das Gelände rund um die BayArena.

"Wir haben ein ganzes Paket an Sicherheitsmaßnahmen geschnürt und machen alles, um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten", so Georg Kraushaar, Pressesprecher der Polizei Leverkusen. Bayer-Manager Rainer Calmund ergänzte: "Keiner braucht Angst zu haben, jede erdenkliche Sicherheitsvorkehrung wird getroffen". Die Mannschaft von Maccabi Haifa, die in einem geheim gehaltenen Hotel untergebracht ist, wird von der Landung bis zum Abflug auf Grund der angespannten Situation im Nahen Osten besonders geschützt.

"Wir müssen höllisch aufpassen"

Von diesen Begleiterscheinungen will sich Bayer-Trainer Klaus Toppmöller jedoch nicht beirren lassen. "Für mich ist Fußball eine Begegnung der Freundschaft", sagte Toppmöller. "Es wäre eine Katastrophe, wenn etwas passieren würde. Wir müssen uns aber auf den Fußball konzentrieren. Ein Sieg gegen Haifa ist Pflicht." Der Bayer-Coach hofft, dass Manchester United gleichzeitig bei Olympiakos Piräus punktet. "Dann wären wir dick im Rennen, denn mit einem Sieg am nächsten Dienstag gegen Piräus könnten wir alles klar machen." Gleichzeitig warnt Toppmöller vor Übermut: "Die Partie gegen Maccabi ist kein Selbstgänger, die muss erst einmal gewonnen werden. Wir müssen höllisch auf die Konter der Israelis aufpassen. Die kommen hierhin, um zu gewinnen".

Toppmöller schöpft gegen Haifa, mit Ausnahme der Blessuren von Dimitar Berbatow (Kapselverletzung im rechten Fuß) und Kapitän Jens Nowotny (Kreuzbandriss), aus dem Vollen. Nationalspieler Bernd Schneider kann nach überstandener Magen-Darmgrippe wieder auflaufen. Stürmen wird der lange verletzte Brasilianer Franca, Nationalspieler Oliver Neuville muss zunächst ebenso wie Abwehrspieler Boris Zivkovic, auf der Bank Platz nehmen.

Die voraussichtlichen Mannschafstellungen:
Leverkusen: Butt - Juan, Lucio, Placente - Sebescen, Schneider, Ramelow, Bastürk, Babic - Franca, Brdaric (Neuville)
Haifa: Awat - Zano, Harazi, Benado, Keise - Zutautas, Badir, Pralija - Rosso, Katan - Aiyegbeni
Schiedsrichter: Eric Poulat (Frankreich)

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