Champions League Arsenal schockt Inter Mailand

Der Paukenschlag des fünften Gruppen-Spieltags gelang Arsenal London bei Inter Mailand. Im Hinspiel war das Team um Torhüter Jens Lehmann den Italienern zu Hause noch mit 0:3 gedemütigt worden, doch die Rache der "Gunners" in San Siro war diesmal süßer als türkisches Gebäck.


Mailand - "Wir haben der ganzen Welt gezeigt, wozu wir fähig sind", tönte Torjäger Thierry Henry nach der 5:1-Torgala im Meazza-Stadion von San Siro. Selbst die italienischen Gazetten feierten den französischen Welt- und Europameister nach seinen Toren 27 und 28 in der Königsklasse mit Superlativen. "Auf die Knie vor König Henry", titelte "La Gazzetta dello Sport". Und: "Henry demütigt und Arsenal demoliert Inter - es war ein Albtraum in Mailand."

Auf der Insel war dafür die Erleichterung groß. Nach dem zweiten Sieg hintereinander ist der zuvor schon abgeschriebene Tabellenführer aus England, der das Hinspiel kläglich mit 0:3 verloren hatte, wieder klar auf Achtelfinal-Kurs. "Arsenal steigt aus der Asche empor. Eine der reifsten Leistungen brachte eines der besten Resultate der Club-Historie", befand "The Guardian". "The Daily Telegraph" schrieb: "Arsenal übernahm wieder die Kontrolle über sein Schicksal, nachdem es die Rekordbücher und Inters Abwehr auf sensationelle Weise auseinander gerissen hat." Nur Coach Arsène Wenger bremst noch die Euphorie: "Wir sind noch nicht weiter, aber in einer guten Position."

Lehmann teilt aus


Jens Lehmann nutzte die Gunst der Stunde und trat nach Inters erst zweiter Heimpleite in 41 Champions-League-Partien, für die Henry (2), Ljungberg, Edu und Pires sorgten, verbal nach. Die Aussage von Marco Materazzi, der beim Stand von 1:2 einen Elfmeter für sich reklamierte und den ausgebliebenen Pfiff als spielentscheidend bewertete, konterte der vor Jahren beim AC Mailand gescheiterte deutsche Torhüter in der "Corriere della Sera" abwertend: "Das war kein Foul. Materazzi hat sich schlecht verhalten. Das ist typisch für den italienischen Fußball."

Die Londoner (7 Punkte) können am 10. Dezember in Gruppe B mit einem Heimsieg über Tabellenführer Lok Moskau (8) ebenso das Achtelfinale erreichen wie Inter (7) und Dynamo Kiew (6) trotz des 2:3 in Moskau. Der AS Monaco hat es schon geschafft. Die Monegassen zogen nach Juventus Turin und Real Madrid in die K.o.-Runde ein. "Ich bin froh, dass wir dieses Ziel erreicht haben. Das ist eine große Leistung", sagte Monacos Trainer Didier Deschamps. Sein Team (10) kann in der Gruppe C nach dem 1:1 gegen den PSV Eindhoven (7) dank des gewonnenen Direkt-Vergleichs nicht mehr abgefangen werden.

Schwache Griechen


Fast durch ist auch Deportivo La Coruna (10) nach dem 3:0 über AEK Athen. "Griechische Siesta. Trainer Irureta musste seinen Spielern in der Pause Kaffee geben, damit sie gegen den leichten Gegner nicht einschliefen", urteilte "As" am Donnerstag. Irureta hatte angeordnet, dass seine Elf nie mehr in dem orangefarbenen Dress spielt, in dem sie zuletzt gegen Monaco 3:8 demontiert wurde. Irureta: "Diese Hemden will ich nicht mal mehr auf einem Foto sehen." Im letzten Spiel kann sich Deportivo in Eindhoven eine Niederlage mit einem Tor Differenz leisten - und wäre doch weiter.

Gut sieht es auch für Real San Sebastian in Gruppe D aus. Hinter "Juve" (10) - das Spiel bei Galatasaray (3) wurde wegen der derzeit unsicheren Lage in Istanbul auf 2. Dezember verlegt - untermauerten die Spanier (8) Platz zwei durch das 2:2 bei Olympiakos Piräus (4), vergaben aber "den ersten Matchball zum Achtelfinale", so "Sport".



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