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20. September 2001, 12:14 Uhr

Champions League

Auch der Sicherheitsdienst kannte kein Erbarmen

Nach der unglücklichen Niederlage bei Arsenal London hatte der FC Schalke 04 am Mittwochabend ein weiteres unschönes Erlebnis.

Andreas Möller: Freude sieht anders aus
REUTERS

Andreas Möller: Freude sieht anders aus

London - Stunden nachdem feststand, dass Schalke durch die unglückliche 2:3 (1:2)-Niederlage bei Arsenal London in seiner ersten Champions-League-Saison auch weiterhin punktlos geblieben war, wurden die Gelsenkirchener Mittwochnacht ein zweites Mal "bestraft". Auf dem Flughafen Stansted, von dem der Ruhrgebietsclub mit dem Eurowings-Sonderflug 5297 in Richtung Münster/Osnabrück abzuheben gedachte, ging nichts mehr. Die Sicherheitsbeamten des Airports hatten ihren Dienst bereits beendet, und so konnte der Schalke-Tross nach drei Stunden Herumlungern erst gegen 03.30 Uhr starten. Es gibt solche Tage. Und an denen können auch die Worte eines Arsene Wenger nichts ändern.

"Ich bin sehr beeindruckt von Schalke", hatte der Arsenal-Trainer nach dem Spiel gesagt und versucht, den Gegner wieder aufzubauen, "sie haben gegen uns eine starke Leistung gezeigt. Ich denke, sie sind noch nicht aus dem Rennen." Realistisch betrachtet brauchen Huub Stevens und seine Spieler am kommenden Mittwoch gegen RCD Mallorca alle möglichen drei Punkte, um noch ein bisschen auf das Erreichen der Zwischenrunde hoffen zu können. "Es wird schwer", sagte Stevens, "aber wir haben viel Selbstvertrauen. Mal sehen, wo wir am Ende stehen."

"Versäumt ein Tor zu schießen"

Dabei hatte das Spiel im Highbury-Stadion von London doch so gut begonnen für den FC Schalke. Nur leider vergaß der deutsche Vizemeister dabei das eigentliche Ziel der Sportart Fußball: "Wir hatten in den ersten zehn Minuten klare Möglichkeiten. Aber wir haben es versäumt, ein Tor zu machen und damit Arsenal noch mehr zu verunsichern", bemängelte Trainer Huub Stevens. Emile Mpenza und der erst am Spieltag kurzfristig eingeflogene Jörg Böhme hatten beste Möglichkeiten vergeben. Danach, so Stevens, sei man mehr und mehr unter Druck und unglücklich in Rückstand geraten.

Zwar gelang nach dem Doppelschlag von Frederik Ljungberg (33.), der mit einem von Tomasz Waldoch abgefälschten Schuss erfolgreich war, und Thierry Henry (36.) dem Niederländer Marco van Hoogdalem (43.) noch vor der Pause der verdiente Anschluss. Aber ein vom Franzosen Henry (47.) zum 3:1 ebenso sicher verwandelter wie umstrittener Strafstoß (Reck an Vieira) direkt nach Wiederanpfiff bedeutete die Vorentscheidung zu Gunsten der abgeklärt und clever agierenden Engländer. Mpenza (59.) konnte mit einem herrlichen Flugkopfball noch auf 2:3 verkürzen. Gerald Asamoah hatte kurz vor dem Abpfiff dann noch einen Heber auf die Latte des Arsenal-Tores gesetzt.

Auftritt Assauer

Schalke-Manager Rudi Assauer benötigte die üblichen Fußballfloskeln, um das Geschehene dadurch nicht wirklich begreiflicher zu machen. Fehler, wie sie seine Mannschaft gemacht habe, so Assauer, würden eben gnadenlos bestraft. "Da haben die Herren dreimal nicht aufgepasst und drei Tore kassiert", redete der Zigarrenraucher weiter. "In einem Freundschaftsspiel gegen den SC Hassel darf man mal einen Spieler laufen lassen, aber nicht solche Weltklasseleute." Der in der 71.Minute ausgewechselte Spielmacher Andreas Möller sieht zumindest für die nahe Zukunft nicht ganz so schwarz: "Wenn wir das Spiel gegen Mallorca gewinnen, haben wir noch eine Chance auf die Zwischenrunde."

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