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20. Dezember 2012, 14:56 Uhr

Irrer Zufall bei Testgrafik

Uefa-Mitarbeiter sagte CL-Auslosung exakt voraus

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Wie unwahrscheinlich ist das denn? Bereits am Abend vor der Ziehung der Champions-League-Paarungen sind die gleichen Begegnungen schon einmal zusammengestellt worden. Ein Fernsehsender filmte die Grafik und stellte sie ins Netz - der Beginn wilder Verschwörungstheorien.

Hamburg - Dieser Mitarbeiter der Europäischen Fußball-Union Uefa sollte dringend Lotto spielen: Ein Grafiker legte am Mittwochabend ein Test-Bild von der Auslosung der Champions-League-Achtelfinal-Paarungen an, die am Donnerstagmittag durchgeführt wurde. So weit ein normaler Vorgang.

Doch dann wurde es kurios. Die tatsächliche Auslosung der Gegner ergab exakt dieselben Begegnungen, nur in einer anderen Reihenfolge. So wurde die Partie Galatasaray Istanbul gegen Schalke 04 am Donnerstag beispielsweise direkt zu Beginn gezogen, in der Testgrafik wird sie als letzte aufgeführt.

Ein Fernsehteam des britischen Senders Sky soll die Grafik in Nyon per Zufall abgefilmt haben, zuvor und danach wurden offenbar weitere Testauslosungen durchgeführt. In einem kurzen Beitrag während der Sendung "Sky Sport News HD" berichteten die britischen Reporter am Mittwochabend von den Vorbereitungen der Auslosung - und zeigten die Grafik.

Als dann die tatsächliche Auslosung das erstaunliche Ergebnis brachte, verbreitete sich die Testgrafik mit rasanter Geschwindigkeit im Internet. Von Betrug durch die Uefa war bereits die Rede, die Ziehung sei manipuliert gewesen.

Doch in Nyon ist man offenbar selbst überrascht. "Die Uefa wird sich zu dem Vorfall äußern, wir versuchen gerade, an das Video heranzukommen", sagte der Sprecher von Sky Sport Deutschland, Dirk Grosse, SPIEGEL ONLINE. Man gehe laut Grosse nicht von einer Fälschung, sondern von einem außergewöhnlichen Zufall aus. "Da hat offenbar jemand einen richtigen Volltreffer gelandet."

Sky-Reporter Uli Köhler habe zudem aus Nyon berichtet, dass bei einer weiteren Probeauslosung am Donnerstagvormittag Bayern als Gegner Galatasaray Istanbul zugelost worden sei.

Das bestätigte eine Sprecherin der Uefa auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE: "Wir führen zahlreiche Tests durch, damit technisch alles korrekt abläuft. Natürlich waren wir sehr verwundert über die Übereinstimmung, aber das kann eben passieren." Der Verband habe sich bei der Auslosung streng an alle Regeln gehalten, eine Manipulation sei ausgeschlossen.

Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit einer solchen Übereinstimmung verschwindend gering. Mathematiker aus dem SPIEGEL-Verlag haben sich - wie viele Leser - ihre Gedanken gemacht und ein kleines Computer-Skript geschrieben, das alle möglichen Paarungen berechnet. Auf Basis der offiziellen Uefa-Liste der möglichen Gegner sind sie so auf 5463 mögliche Auslosungsergebnisse gekommen. Die Wahrscheinlichkeit, bei wenigen Versuchen zweimal die gleichen Paarungen zu ziehen, würde demnach bei 0,000183 liegen.

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