Champions League Ballack hält Bayern am Leben

Mit einem verwandelten Foulelfmeter in der Nachspielzeit hat Michael Ballack Bayern München die Chance auf das Halbfinale erhalten. Zuvor hatte der FC Chelsea die Partie in London eindeutig dominiert. Das innerstädtische Duell gegen Inter entschied der AC Mailand klar für sich.

London - Die Bayern mussten sich Chelsea mit 2:4 (0:1) geschlagen geben. Doch dank der zwei Auswärtstore wahrte der deutsche Rekordmeister seine Chancen, mit einem Sieg im Rückspiel am 12. April das Halbfinale gegen den Sieger des Duells zwischen Liverpool und Juventus Turin zu erreichen. Michael Ballack erhielt den Münchnern mit einem verwandelten Foulelfmeter in der dritten Minute der Nachspielzeit die Hoffnung. Zuvor war der Kapitän am Trikot gezupft worden.

"Das war unsere letzte Chance, jetzt ist alles wieder offen", sagte Ballack, "insgesamt war für uns hier mehr drin. Wir haben blöde Tore kassiert." Ähnlich sah es Bayern-Trainer Felix Magath. "Nach dem 4:1 waren wir fast draußen. Jetzt haben wir aber gute Aussichten, das im Rückspiel noch zu drehen", so der Münchner Coach.

"Das Tor zum Schluss gibt uns für das Rückspiel gute Chancen. Ein 2:0 oder 3:1 können wir schaffen, davon bin ich jetzt überzeugt", sagte Manager Uli Hoeneß. Die Statistik spricht dagegen: Zuletzt vor 16 Jahren konnte der Bundesliga-Spitzenreiter in einer K.o.-Runde ein Europacup-Aus nach einer Hinspielniederlage noch verhindern.

Der FC Chelsea, bei dem der deutsche Nationalspieler Robert Huth nach 65 Minuten eingewechselt wurde, blieb auch im 25. Heimspiel dieser Saison ungeschlagen. Die Bayern konnten dagegen nur eines der letzten 19 Gastspiele in der Champions League gewinnen. Der gesperrte Chelsea-Coach José Mourinho hatte sich dagegen entschieden, das Spiel live im Stadion zu verfolgen und saß an einem geheimen Ort vor dem Fernseher.

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Champions League: Ballack hält FC Bayern am Leben

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Vor dem Anpfiff seines 99. CL-Spieles hatte der FC Bayern eine Hiobsbotschaft erhalten. Der niederländische Torjäger Roy Makaay musste wegen muskulärer Probleme am rechten Oberschenkel kurzfristig passen. Der verletzungsbedingte Ausfall des peruanischen Angreifers Claudio Pizarro hatte bereits seit Samstag festgestanden. "Ich hoffe, dass am Dienstag Makaay, Pizarro und Martin Demichelis wieder zur Verfügung stehen. Dann bin ich zuversichtlich, dass wir weiterkommen", sagte Magath.

An der geschwächten Offensive lag es nicht, dass die Münchner an der mit 40.253 Zuschauern ausverkauften Stamford Bridge schon so gut wie ausgeschieden waren. Die Bayern-Abwehr leistete sich etliche Fehler gegen den Tabellenführer der englischen Premier League. Beim 0:1 nach vier Minuten etwa fälschte Lucio einen Schuss von Joe Cole ab, allerdings stand Chelsea-Stürmer Didier Drogba in abseitsverdächtiger Position. Auch die Treffer von Frank Lampard (60. und 70.) konnte die Bayern-Defensive nicht verhindern. Drogba (81.) sorgte für den vermeintlichen 4:1-Endstand.

"Drogba war Weltklasse"

"Wir hatten große Schwierigkeiten, Drogba haben wir nie unter Kontrolle gekriegt. Normalerweise sind wir defensiv stark", klagte Magath. "Ich habe schon lange keinen so guten Stürmer mehr gesehen wie diesen Drogba, der war Weltklasse", staunte Hoeneß, dessen Mannschaft zuletzt 2001 in der Champions League die Runde der letzten vier erreicht hatte.

Nach der Einwechslung von Bastian Schweinsteiger zur Pause für den enttäuschenden Hasan Salihamidzic hatte es zwischenzeitlich für die Bayern sogar sehr gut ausgesehen. Der Nationalspieler erzielte in der 52. Minute das 1:1. Nach einem Schuss von Zé Roberto ließ Chelsea-Keeper Petr Cech den Ball nach vorne abprallen, Schweinsteiger schoss aus kurzer Entfernung ein. Anschließend folgten jedoch die vielen Aussetzer der Münchner Hintermannschaft. "Bis zum 1:1 haben wir sehr gut gespielt, dann haben wir das Spiel völlig unnötig aus der Hand gegeben", umschrieb es Hoeneß.

In Mailand gewann der AC gegen Inter mit 2:0 (1:0). Jaap Stam (45.+1) und Andrej Schewtschenko (74.) waren vor 80.000 Zuschauern im 258. Stadtderby die Torschützen. Das Rückspiel wird am kommenden Dienstag ebenfalls im Giuseppe-Meazza-Stadion ausgetragen, dann ist Inter die gastgebende Mannschaft.

Bereits in der Spielzeit 2002/03 waren die beiden Fußball-Clubs aus Mailand in der Champions League aufeinander getroffen. Damals im Halbfinale setzte sich der AC Milan durch und gewann am Ende auch die Champions League. Endspielgegner war Juventus Turin, das im Elfmeterschießen bezwungen werden konnte.

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