Leverkusen gegen ManUnited "Jetzt haben wir Blut geleckt"

Bayer Leverkusen kann mit einem Sieg gegen Manchester United den Einzug ins Champions-League-Achtelfinale perfekt machen. Für den Club ist es die Chance, das Image weiter aufzupolieren. Sportchef Rudi Völler setzt auf Angriff.

Jubelnde Bayer-Profis: "Jetzt haben wir Blut geleckt"
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Jubelnde Bayer-Profis: "Jetzt haben wir Blut geleckt"


Hamburg - Es ist ein wenig irritierend. Laut, das ist Bayer Leverkusen eigentlich nicht. Und jetzt das. "Das ist das Spiel der Spiele für uns", sagt Rudi Völler, Sportchef der Leverkusener: "Das Highlight schlechthin. Und deshalb wollen wir alle Wucht und Kraft in dieses Spiel hineinwerfen."

Das "Spiel der Spiele" ist das Duell mit Manchester United am Mittwochabend in der Champions League (20.45 Uhr, ZDF und Sky, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Ein Sieg und man wäre für das Achtelfinale qualifiziert. Für Bayer Leverkusen, das nahezu untrennbar mit den Begriffen "mangelhafte" und "Wertschätzung" verbunden ist, Grund genug, um zumindest etwas lauter zu werden.

Bayer bietet sich am Mittwoch die große Bühne. Erstmals ist eine Partie des Vereins in dieser Gruppenphase im Free-TV zu sehen. "Ganz Deutschland schaut uns zu", sagt Torjäger Stefan Kießling: "Deshalb müssen wir den Leuten was zeigen und die Überraschung klarmachen."

Leverkusen und die Wahrnehmung, das ist ein Dauer-Thema. Bayers neuer Geschäfstführer Michael Schade will 2014 eine neue Image-Kampagne starten: für mehr Zuschauer in der Arena, mehr Sponsoren. Dabei hat sich Leverkusen im Schatten von Bayern München und Borussia Dortmund zu einem sehr stabilen Konstrukt entwickelt.

Platz drei einkalkuliert, jetzt die "große Chance" auf mehr

Nach der vergangenen Saison, in der Bayer mit nur einem Punkt Rückstand auf den BVB Dritter geworden war, steht man nun sogar vor der Borussia. Gemerkt haben das selbst nach der Dortmunder Niederlage im Spitzenspiel gegen die Münchner am vergangenen Samstag nur wenige.

Möglichst lange wolle man Dortmund und den Bayern lästig bleiben, sagte Völler nach dem 1:0-Sieg beim starken Aufsteiger Hertha BSC. Der erste klitzekleine Hinweis auf gestiegenes Selbstbewusstsein. In der Hauptstadt reichte Leverkusen eine Chance zum Tor, anschließend brachte das Team von Trainer Sami Hyypiä den Vorsprung souverän über die Zeit.

Das Achtelfinale in der Champions League zu verpassen wäre inzwischen fast schon enttäuschend. "Nach der Auslosung hatten wir natürlich auch Platz drei einkalkuliert", sagt Völler: "Aber jetzt haben wir Blut geleckt. Die große Chance, das Achtelfinale zu erreichen, wollen wir nutzen."

Manchester ohne van Persie und Vidic

Im Hinspiel Mitte September (2:4) agierte Bayer in der Defensive erschreckend naiv. Doch die Vorzeichen haben sich geändert. "Vor der Saison habe ich gedacht, dass Schachtjor Donezk das härteste Spiel der Gruppenphase wird. Nun wird es aber Leverkusen", sagte Manchester Uniteds Trainer David Moyes, der derzeit lieber Champions League statt Premier League spielt.

Nur Platz sechs nach zwölf Spielen, dazu unschöne Spitznamen in der Boulevard-Presse ("The Cautious One - "Der Zaudernde"): Moyes muss ins Champions-League-Achtelfinale. Mit Robin van Persie und Nemanja Vidic fehlen dem Schotten in Leverkusen zwei wichtige Profis - zusätzlich zu den Ausfällen von Marouane Fellaini (gesperrt) und Michael Carrick (Achillessehnenprobleme).

Torjäger van Persie klagt seit der Rückker von der niederländischen Nationalmannschaft über Adduktorenprobleme und fehlte am Sonntag beim 2:2 in Cardiff ebenso wie Innenverteidiger Vidic, der wegen einer Gehirnerschütterung passen muss. Leverkusen kann mit Ausnahme von Sidney Sam (Muskelfaserriss) und Sebastian Boenisch (Knie) in Bestbesetzung antreten und wähnt sich bereit für das Duell.

"Im Hinspiel waren wir zu ängstlich", sagt Kießling: "Aber wir haben unsere Lehren gezogen. Diesmal sind wir gewappnet und treten mit Selbstbewusstsein auf. Außerdem sind wir zu Hause eine Macht." Da hat der 29-Jährige recht. Bayer holte aus den vergangenen zehn Heimspielen in der Gruppenphase zehn Siege. Die letzte Pleite gab es vor mehr als elf Jahren. Gegner damals: Manchester United.

Die voraussichtlichen Aufstellungen
Leverkusen: Leno - Donati, Toprak, Spahic, Can - Bender, Reinartz (Hegeler), Rolfes - Castro, Kießling, Son
Manchester: de Gea - Smalling, Jones, Ferdinand, Evra - Valencia, Anderson, Cleverley (Kagawa), Giggs - Rooney - Januzaj

chp/sid/dpa

insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
Bee1976 27.11.2013
1. Fehler ?
Zitat von sysopGetty ImagesBayer Leverkusen kann mit einem Sieg gegen Manchester United den Einzug ins Champions-League-Achtelfinale perfekt machen. Für den Club ist es die Chance, das Image weiter aufzupolieren. Sportchef Rudi Völler setzt auf Angriff. http://www.spiegel.de/sport/fussball/champions-league-bayer-leverkusen-auf-grosser-buehne-gegen-manchester-a-935927.html
Irgendwie hat sich da ein Fehlerteufelchen eingeschlichen. "Das Image weiter aufpolieren" ???! 1 . wieso weiter ? nicht umsonst wird Leverkusen oftmals FC Fairplay genannt, und dies bezieht sich bei weitem nicht nur auf Kießlings Lügnerei beim Phantomtor. 2. Wenn ich an Leverkusen denke, denke ich an ein ganz unrühmliches spiel gegen Barca inkl Trikotjagd. Kein Wunder das rudi mal im vorfeld den lauten gibt, vermutlich in der Hoffnung das seine Jungs diesmal vielleicht auch fussballspielen und nicht nur drüber nachdenken wie man an das Trikot des Gegenspielers kommt zur Halbzeit. 3. Auch der unrühmliche Umgang mit Ballack wird wohl noch dem einen oder anderen ein Begriff sein. 4. Wenn man ein Image aufpolieren, oder besser erstmal aufbauen will, sollte man erstmal Versuchen wirklich eine Fanbasis zu schaffen. Damit sind "Fans" gemeitn die freiwillig und gern ins Stadion gehen und nicht nur weils die Karte umsonst gab oder man bei Bayer arbeitet... Und nein ich mag Leverkusen nicht
aurichter 27.11.2013
2. @ bee1976
Nun ein Mr Fairplay werden Sie so auch nicht. Bayer spielt im Moment erfolgreich und hätte es bei einem Sieg, den ich ihnen gönne, verdient in's Achtelfinale zu kommen. Ständiges nachtreten ist imho auch nicht angebrscht, auch weil es immer noch Mendchen gibt, die die Geschichte in Sinsheim einem Spieler anlasten, der am Wenigsten dafür kann. Bayer sollte es heute packen gegen ManU - ich bin kein B04 Fan, aber soviel Fairness sollte sein.
Dodger74 27.11.2013
3. optional
@bee1976 Stellen Sie sich vor.. Bayer hat ein Image ! Und spielt seit Jahren erfolgreich. Auch wenn es aus verschiedenen Gründen net zum ganz großen Wurf reicht. Ihre Einwände könne man auf beliebig viele Buli-Vereine kopieren. Jeder andere Verein hatte schon Probleme mit Spielern und auch andere Vereine haben sich in manchen Situationen nicht mit Ruhm bekleckert. Aber sie wollen ja lästern und motzen. Hauptsache Dagegen. Wie sie schon schreiben, sie mögen Lev nicht. Wahrscheinlich sind sie Fan eines " Traditionsverein".. der in der 3. Liga kickt, weil sein Vorstand Jahrelang Scheisse gebaut hat und sind deswegen sauer.. Recht arm, oder finden sie nicht ?
Dodger74 27.11.2013
4. optional
Ok, da mein Kommentar nicht erscheint, hier die Kurzfassung. Bee1976, Sie mögen LEv nicht und deswegen ist Ihr Kommentar reines gehetzte gegen Lev ohne irgendein Beispiel, was andere Buli-Vereine nicht auch schon gemacht hätten. Also alles in allem , behalten sie es doch für sich. Sicher sind sie " Traditionsverein.Anhänger"...
Heinz L. Männchen 27.11.2013
5. Laberkusen
Kiesling und Rolfes beweisen immer wieder, wenn es mal um was Großes geht, das sie zu recht nicht in die Nationalmannschaft berufen werden. Sunnyboys mit Pensionsanspruch aus der Bayer-Kasse.
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