Sieg gegen Atlético Madrid Leverkusen bewahrt sich Chance auf das Achtelfinale der Champions League

Ein Madrider Eigentor leitete den ersten Sieg Bayer Leverkusens in der laufenden Champions-Leauge-Saison ein. In den verbleibenden Spielen braucht das Team aber Schützenhilfe.

Kevin Volland traf zum 2:0 für Leverkusen
FRIEDEMANN VOGEL/EPA-EFE/REX

Kevin Volland traf zum 2:0 für Leverkusen


Bayer Leverkusen schöpft im Kampf um das Achtelfinale in der Champions League ein wenig Hoffnung. Das Team von Peter Bosz gewann das Rückspiel gegen Atlético Madrid 2:1 (1:0) und holte damit die ersten drei Punkte in der laufenden Saison der Königsklasse. Leverkusen profitierte von einem Eigentor des Madrilenen Thomas Partey (41. Minute), Kevin Volland legte das 2:0 nach (55.). Álvaro Morata gelang der späte Anschluss (90.+4).

Juventus Turin, das bei Lokomotive Moskau 2:1 gewonnen hatte, steht als Erster der Gruppe D mit zehn Punkten bereits sicher im Achtelfinale. Madrid ist mit sieben Punkten Zweiter vor Moskau (3 Punkte) und Leverkusen (3). Gewinnt Atlético eines seiner beiden verbleibenden Spiele gegen Juve oder Moskau, stehen die Spanier im Achtelfinale - egal wie viele Punkte Leverkusen aus seinen Spielen gegen Moskau und Turin holt. Wahrscheinlicher ist, dass sich Leverkusen mit Moskau um den dritten Platz duelliert, der für die K.o.-Phase der Europa League qualifiziert.

Atlético begann gewohnt kompakt in der Defensive und überließ Leverkusen die Ballkontrolle. Die Gastgeber konnten damit zunächst wenig anfangen, erst nach 22 Minuten kam Leverkusen zum ersten Torschuss des Spiels. Nach einer Hereingabe von Nadiem Amiri von der linken Seite geriet der Schuss von Sturmspitze Volland zu zentral, Madrids Torhüter Jan Oblak parierte (22. Minute).

Gefährlich wurde Leverkusen insbesondere bei Eckstößen. Nach Amiris Eckball hatte Madrids Innenverteidiger Felipe Glück, dass sein Kopfball nur an der Latte und nicht im eigenen Tor landete (38.). Unglücklicher war die nächste Situation: In Folge eines Eckballs hob Charles Aránguiz den Ball erneut ins Zentrum, Thomas' missratener Klärungsversuch flog per Kopfball ins Tor von Atlético (41.). Der bis dato einzige Leverkusener Treffer in der laufenden Champions-League-Saison war ebenfalls ein Eigentor gewesen - Moskaus Benedikt Höwedes hatte im Spiel gegen Bayer ins eigene Tor getroffen.

Den zweiten Treffer der Gastgeber erzielte dann ein Leverkusener. Nachdem Atlético-Trainer Diego Simeone Linksverteidiger Renan Lodi für Mittelfeldspieler Tomas Lemar ausgewechselt hatte, wirkte Madrid auf der linken Abwehrseite unorganisiert. Das nutzte Karim Bellarabi für eine Hereingabe in den Strafraum aus, dort traf Volland aus zehn Metern zum 2:0 (55.).

Madrid kam in der Folge zu mehr Chancen, Bayer-Torwart Lukas Hradecky hatte bei einem Freistoß von Lemar (63.) und einem Schuss von Ángel Correa (64.) aber keine Probleme. Die Gäste wurden aktiver, hatten mehr Ballbesitz und kamen zu mehr Abschlüssen. Alvaro Morata stand beim vermeintlichen 1:2 im Abseits (75.). Im Gegenzug traf Leverkusen beinahe zum 3:0, nach einem Eckstoß herrschte Chaos in Madrids Strafraum, Santiago Arias klärte den Ball auf der Linie (77.).

Die Schlussphase wurde hitzig. Bei einer Rangelei im Strafraum sahen zunächst vier Spieler die Gelbe Karte. Dann gab es auch noch eine Rote Karte gegen Amiri, nachdem der Leverkusener seinen Gegenspieler Arias rüde umgegrätscht hatte (85.). Kurz vor Schluss gelang Morata der Anschluss (90.+4), der Ausgleich fiel aber nicht mehr.

Bayer Leverkusen - Atlético Madrid 2:1 (1:0)
1:0 Partey (41., Eigentor)
2:0 Volland (55.)
2:1 Morata (90.+4)
Leverkusen: Hradecky - Weiser, Tah, S. Bedner, Wendell (81. Retsos) - Demirbay, Aránguiz (64. Baumgartlinger), Bellarabi, Havertz (88. Dragovic), Amiri - Volland
Madrid: Oblak - Arias, Felipe, Hermoso, Renan Lodi (52. Lemar) - Correa (70. Herrera), Thomas, Saúl Niguez, Koke - Morata, Diego Costa (61. Vitolo)
Schiedsrichter: Damir Skomina
Gelbe Karten: Weiser, Tah, Bellarabi / Oblak, Morata
Rote Karte: Amiri (85.)
Zuschauer: 28.000

ptz



insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
mima84_84 07.11.2019
1.
Top, Leverkusen! Die 3. beste Mannschaft Europas geschlagen! Der BVB hatte ja damals sogar die 2. beste Mannschaft Europas dominiert und nur unglücklich Unentschieden gespielt. So schlecht ist die Bundesliga offensichtlich doch nicht.
Hans-Dampf 07.11.2019
2.
Zitat von mima84_84Top, Leverkusen! Die 3. beste Mannschaft Europas geschlagen! Der BVB hatte ja damals sogar die 2. beste Mannschaft Europas dominiert und nur unglücklich Unentschieden gespielt. So schlecht ist die Bundesliga offensichtlich doch nicht.
Eine Glanzleistung einer Mannschaft sieht anders aus. Leverkusen hatte Glück, dass ein Eigentor im Spiel war und dass Hradecky oft prima pariert hat. Das gehört zwar zum Fußball auch dazu und Leverkusen scheint sich leistungsmäßig zu steigern. Jubelarien sind hier fehl am Platz. Und daraus ableiten, dass die Bundesliga nicht so schlecht sei, verstehe ich auch nicht. International gesehen waren nur die Bayern in den letzten Jahren relativ erfolgreich. Ggü. spanische oder englische Mannschaften hat man noch einiges wieder aufzuholen.
mima84_84 07.11.2019
3.
Zitat von Hans-DampfEine Glanzleistung einer Mannschaft sieht anders aus. Leverkusen hatte Glück, dass ein Eigentor im Spiel war und dass Hradecky oft prima pariert hat. Das gehört zwar zum Fußball auch dazu und Leverkusen scheint sich leistungsmäßig zu steigern. Jubelarien sind hier fehl am Platz. Und daraus ableiten, dass die Bundesliga nicht so schlecht sei, verstehe ich auch nicht. International gesehen waren nur die Bayern in den letzten Jahren relativ erfolgreich. Ggü. spanische oder englische Mannschaften hat man noch einiges wieder aufzuholen.
Ja klar, Spanien und England ist weiter. Und auch die Bayern sind in den letzten Jahren immer dann rausgeflogen, wenn sie auf spanische oder Englische Top-Mannschaften trafen. Von daher kann ich eher wenig erkennen, wo sie da erfolgreicher sein sollen als andere Bundesligisten. Die Tatsache, dass man weiter kam lag bekanntlich eher an der Setzliste als an der sportlichen Qualität.
briancornway 07.11.2019
4. Haken
Schade, dass mit dem unnötigen Gegentor noch der direkte Vergleich verloren wurde, das könnte am Ende von Bedeutung sein. Aber vielleicht ist es auch egal.
marcel_m 08.11.2019
5. Adressiert an Beitrag #2
In diesem Jahrzehnt hat doch in der Addition - Titel, Punkteakkumulation, Anzahl an Teams - sich La Liga abgesetzt, während deutsche und englische Ligen sich um Rang 2 bemühen durften. Ab der Saison 2017/18 und 2018/19 wurde die Premier League ihrem Ruf schleichend gerecht, wobei aktuell mit Man City und Liverpool sich nur zwei wirkliche CL-Titelkandidaten positioniert haben. Gemessen an internationalen Standards besteht die Liga, trotz des "Trademarks" der top 6, in Wahrheit aus einer Top-2-Elite. Innerhalb des definierten Zeitraums bis zur Saison 2016/17 gab es nicht eine englische Mannschaft, welche den Charakter eines Favoriten besaß. Die Bundesliga wurde in dieser Zeitspanne, wenn auch am ehesten und kontinuierlichsten durch den FC Bayern, sehr wohl auch wegen der Viertelfinalteilnahmen von Borussia Dortmund 2013/14, 2016/17, respektive VfL Wolfsburg im Jahr 2015/16 neben immerhin Achtelfinalpartien von weiteren Bundesligisten, vertreten; Fakten, die sich in der UEFA-Fünfjahreswertung sogar mit einem jährlichen Plus gegenüber den Engländern widerspiegelten. Die Wertigkeit der Europa League und entspr. Erfolge in dem Turnier mögen umstritten sein, trotzdem haben Borussia Dortmund, der VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach als Viertelfinalisten genauso ihre UEFA-Punkte beigesteuert. Nach der schlechten internationalen Saison 2017/18 ist ein deutlich positiver Trend zu erkennen, auch wenn - und das ist durchaus realistisch - nur 2 von 4 Mannschaften die CL-Gruppenphase überstehen sollten. Bayern ist immer konkurrenzfähig, ob nun ein Trainer entlassen wurde oder nicht, aber auch die Verfolger bewegen sich auf hohem internationalen Niveau. "Kleinere" Bundesligamannschaften kuschen nicht derartig, wie noch zu Guardiolas Zeiten, sind vielleicht sogar stärker als vergleichbare Mannschaften aus anderen großen europäischen Ligen, ergo ein Argument, Partien von Bayern, BVB & Co. gegen jene Teams als ausgeglichener wahrzunehmen, das FÜR die Bundesliga spricht, wobei die Behauptung einer Ausgeglichenheit früher GEGEN die Bundesliga sprach, eben weil der Leistungsdurchschnitt geringer war. Zu Leverkusens Sieg sei noch angemerkt: absolut verdient. Erst in Unterzahl in den Schlussminuten kippte das Spiel. "Glück" zu haben, wie im Falle des Eigentors, spricht auch für das eigene Vermögen, solche Aktionen zu erzwingen. Natürlich ist man vom prozentualen Verhältnis aus Unkontrollierbar : Kontrollierbar unterschiedlich abhängig, es wäre aber töricht, dies einseitig zu bewerten. Gegen einen CL-Mitfavoriten wie Atletico Madrid wird es selten zu "Glanzleistungen" kommen, gerade defensiv gehören sie immer noch in die Phalanx der Besten.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.