Champions-League-Erfolg gegen Benfica Routiniers schießen die Bayern mit Kantersieg ins Achtelfinale

Arjen Robben, Robert Lewandowski, Franck Ribéry: Die Altstars haben den Bayern die Qualifikation fürs Achtelfinale und Niko Kovac ein wichtiges Erfolgserlebnis beschert.

Arjen Robben (l.) und Leon Goretzka (r.)
LUKAS BARTH-TUTTAS/EPA-EFE/REX

Arjen Robben (l.) und Leon Goretzka (r.)


Mit einem 5:1 (3:1)-Sieg gegen Benfica Lissabon hat sich der FC Bayern bereits am fünften Spieltag der Champions-League-Gruppenphase vorzeitig für das Achtelfinale qualifiziert. Arjen Robben (13. Minute, 30.), Robert Lewandowski (36., 51.) und Franck Ribéry (76.) erzielten die Treffer für die Münchner, die als Tabellenführer zur abschließenden Begegnung nach Amsterdam fahren. Das Tor für Benfica erzielte Gedson in der 46. Minute.

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Die gegenüber dem 3:3 gegen Fortuna Düsseldorf auf zwei Positionen veränderte Startelf der Münchner (Rafinha und Robben statt Javi Martínez und Renato Sanches) agierte von Beginn an offensiv. Eine Einzelaktion brachte in der 13. Minute die Führung: Von mehreren Gegenspielern umringt, kam Robben auf dem rechten Flügel an den Ball. Der Niederländer setzte zu einem unwiderstehlichen Solo an, das er mit einem Linksschuss ins lange Eck abschloss - ein Traumtor!

Robben unwiderstehlich

In der 23. Minute verhinderte Odisseas Vlachodomis, der ehemalige Schlussmann der deutschen U21-Auswahl, das 2:0. Spektakulär lenkte er einen Schlenzer von Robert Lewandowski aus 17 Metern über die Querlatte. Spektakulär auch das 2:0 der Münchner: Robben startete im Mittelfeld zu einem erneuten Alleingang, überlief Germán Conti, und schoss nach mehreren Verzögerungen aus zehn Metern ins rechte Eck. Vlachodomis war erneut ohne Abwehrchance.

Ein Standard brachte das 3:0: Eine Ecke des im defensiven Mittelfeld aufgebotenen Joshua Kimmich setzte Lewandowski per Kopf aus fünf Metern an den linken Innenpfosten, von wo aus der Ball über die Linie prallte.

Ein Doppelpass des eingewechselten Gedson mit Jonas hebelte kurz nach Wiederanpfiff die Bayern-Abwehr aus. Der 19-Jährige Gedson blieb vor Manuel Neuer ruhig und schloss sicher ab (46.). Doch bereits fünf Minuten später war der alte Abstand wieder hergestellt. Das 4:1 war dabei eine Kopie des 3:0: Eine Ecke von Kimmich köpfte Lewandowski aus kurzer Distanz ein.

Lewandowski überholt Henry

Es war Lewandowskis 51. Treffer in der Champions League. Der Angreifer der Münchner hat damit Arsenal-Legende Thierry Henry überholt und liegt nun in der ewigen Torschützenliste der Königsklasse auf dem fünften Platz.

Ribéry legte in der 76. Minute das 5:1 nach. Der Franzose traf nach einem Rückpass von David Alaba fast von der Grundlinie aus zentraler Position im Strafraum ins untere rechte Eck. Sein erster Treffer in der Champions League seit dem Frühjahr 2015. In der 81. Minute feierte der Südkoreaner Woo-Yeong Jeong sein Profidebüt im Trikot des FC Bayern. Der 19-Jährige wurde für Thomas Müller eingewechselt.

Für Münchens Trainer Niko Kovac war es ein dringend benötigtes Erfolgserlebnis. Nach dem Remis gegen Düsseldorf hatte Klubpräsident Uli Hoeneß angekündigt, "alles überdenken" zu wollen. Die Position des Trainers ist bei neun Punkten Rückstand auf Tabellenführer Borussia Dortmund in der Liga geschwächt.

Um als Gruppensieger ins Champions-League-Achtelfinale einzuziehen, benötigen die Münchner beim abschließenden Spieltag der Gruppenphase am 12. Dezember (21 Uhr) ein Remis in Amsterdam. Die Runde der letzten Sechzehn wird ab dem 12. Februar 2019 ausgetragen.

Bayern München - Benfica Lissabon 5:1 (3:0)
1:0 Robben (13.)
2:0 Robben (30.)
3:0 Lewandowski (36.)
3:1 Gedson (46.)
4:1 Lewandowski (51.)
5:1 Ribéry (76.)
München: Neuer - Rafinha, Süle, Boateng, Alaba - Kimmich - Robben (72. Renato Sanches), Müller (81. Jeong), Goretzka, Ribéry (78. Wagner) - Lewandowski
Lissabon: Vlachodimos - André Almeida, Conti, Ruben Dias, Grimaldo - Pizzi (46. Gedson), Fejsa (76. Alfa), Gabriel - Rafa Silva, Jonas (59. Seferovic), Cervi
Schiedsrichter: Daniele Orsato
Gelbe Karten: Robben, Ribéry / Alfa
Zuschauer: 70.000 (ausverkauft)

mfu



insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
hileute 27.11.2018
1. Geht doch
hoffentlich geht das als Beginn eines Aufwärtstrend in der Buli so ähnlich weiter
pjotrmorgen 27.11.2018
2. Altherrenfussball mit Kreisliganiveau
Das ist offenbar ein Erfolgsrezept für die Champions League. Allerdings sind die Bayern noch lange nicht alt genug um den Titel zu holen. Mit einem Durchschnittsalter der Startelf von 27,4 Jahren war man praktisch zwei Jahre jünger als Real Madrid (29,3 Jahre) beim 3. CL-Sieg vor wenigen Monaten. Aber der FC Bayern altert ja schneller als andere Vereine: Müller mit 29 ist schon deutlich überaltert im Vergleich zum ewig jungen Reus mit 29. Im Mai 2019 könnte es dann soweit sein, um den dritten Tripelbaustein zu setzen. Ernst beiseite. Der FCB hat souverän gezeigt, dass all das Megakrisengeschreibsel der Journalisten (und hier der meisten Foristen) Unsinn war. Kovac hat alles richtig gemacht, seine Taktik mit der Doppelsechs Kimmich und Goretzka leicht modifiziert und dadurch auch die gesamte Defensive stabilisiert. Die ganze Mannschaft rannte und kämpfte miteinander und setzte offenbar die Vorgaben des Trainers adäquat um. Es kann also keine Rede davon sein, dass Spieler gegen den Trainer spielen wie unter Ancelotti. Ja das hat sich zwar auch ein SPON-Journalist so schön ausgedacht, all die "Parallelen" zu Ancelottis Abgang, nur ist die Übereinstimmung mit der Realität eben äußerst gering. Ein Teil der FCB- Schwierigkeiten beruht auf Kovac´ häufiger Rotation, die sich aber legen wiird und spätestens nach der Winterpause zu einem unschätzbaren Vorteil in allen drei Wettbewerben werden wird, da alle Positionen durch zwei Spieler ohne wesentlichen Qualitätsverlust besetzt werden können. Zwar ist die Einwechslung von Woo-Yeong Jeong 10 Minuten vor Schluss eher symbolisch zu werten, doch ist es ein Signal von Kovac, dass auch er willens ist, die Mannschaft für den unaufhaltsamen Umbau zu verjüngen.
kepplerd 27.11.2018
3. Sieh einer an
die geprügelten Altherren können also doch noch Fußball spielen. Man sollte eher die Charakterfrage stellen, anstatt diesen Spielern die fußballerischen Qualitäten abzusprechen. Spieler wie Lewandowski, Ribery oder Boateng haben scheinbar keine Lust sich auf der kleineren Bühne gegen einen unglamorösen Gegner den Arsch aufzureißen, glänzen dann aber in der Championsleague. Ein Pech, das die Superliga nicht kommt, die Bayern können sich also weiter auf viele Partien gegen Düsseldorf, Bremen und ,in 1 Jahr, (Gott stehe uns bei) HSV freuen.
thinkahead 28.11.2018
4. Bitte haltet Nico Kovac
Keine Frage zum desolaten, peinlichen Verhalten und dem Missmanagement der Bayern-Führung in allen Belangen. Das tut schon weh. Niko Kovac kann dafür m.E. aber rein gar nichts. Der Saison-Auftakt hat eigentlich deutlich gezeigt, dass hier mit dem jetzt fehlenden jungen Kreativ-Kader um Thiago, James, Tolisso, Coman sehr viel mehr Potential vorhanden ist - leider nicht ausfallsicher, das war Bayerns Stärke in der Vergangenheit und eigentliche Fehlerursache im Management für die jetzige Situation. Ich würde mir daher wünschen, man gäbe Nico Kovac in dieser schwierigen unverschuldeten Situation mehr Rückhalt und Zeit. Die Anfänge waren richtig gut. Warten wir zudem mal ab, bis das BVB-Prinzip, das eigentlich gar nicht soll doll ist, evident wird. Immer nur nach gleichem Schema auf einen Auswechselspieler zu setzen, der dann doch noch den lucky punch setzt, ist auf Dauer eben auch auch ziemlich durchsichtig. Die Gegner werden sich darauf einstellen. Trotzdem sehr grossen Respekt für den BVB, der vergleichbares zuvor durchlebt hat und dann mal aufgewacht ist. Das sollten sich die Bayern zum Vorbild nehmen - sagt annerkennend ein Bayern-Fan.
briancornway 28.11.2018
5. Die Alten
Na also, dann ist ja doch kein Umbruch nötig, die üblichen Verdächtigen schießen die Bayern zum nächsten Titel. Nein, im Ernst: Freut mich für Kovac, und dass der alte Robben-Move noch funktioniert, ringt mir ein leichtes Schmunzeln ab. Dazu noch die Einwechselung von Jeong aus der 2. Mannschaft, und trotz dieses Riskos das 5:1 gehalten ... das bringt viel Selbstvertrauen.
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