Real-Sieg bei Borussia Dortmund Volleyball in Perfektion

Dortmund ärgert sich nach der Partie gegen Real Madrid über einen verwehrten Elfmeter. Dass die Niederlage in der Champions League verdient war, bestritt aber nicht mal BVB-Trainer Peter Bosz.

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Der Aufreger des Spiels: Wie macht man aus erbitterten Gegnern des Videobeweises ganz schnell Befürworter? Durch eine Schiedsrichter-Fehlentscheidung in der Champions League. Bei dieser Partie so geschehen in der 14. Minute, als Real Madrids Sergio Ramos nach einem Dortmunder Angriff den Ball im Strafraum aus kurzer Distanz an die Hand bekam und ihn im Stile eines Volleyballers wegpritschte. Dass es in der Champions League statt des Videobeweises einen Torrichter gibt, half dem BVB auch nicht. Schiedsrichter Björn Kuipers beriet sich zwar mit seinem Assistenten, pfiff jedoch keinen Strafstoß.

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Die Meinungen dazu: "Das war ein Handspiel, das können wir alle sehen", sagte BVB-Trainer Peter Bosz im Interview mit Sky. Seiner Meinung nach hätte es "deutlich einen Handelfmeter" geben müssen. Toni Kroos sah es natürlich anders: "Klar geht der Ball an die Hand, aber deswegen ist es nicht unbedingt Elfmeter. Sergio kann da nicht viel machen."

Traumtor des Spiels: Vier Treffer fielen im Laufe des Abends, den schönsten erzielte Gareth Bale. Nach einer Flanke von Dani Carvajal vollendete der Waliser per Volley - und das so lässig, wie es 99 Prozent aller Fußballer wohl nicht mal im lockersten Trainingskick hinbekommen würden. Bale ließ den Ball wunderbar über BVB-Keeper Roman Bürki hinweg ins Tor tropfen.

Bales Schuss fliegt ins Tor
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Bales Schuss fliegt ins Tor

Ergebnis: 1:3 (0:1) aus Dortmunder Sicht - hier geht's zum Spielbericht.

Die CR7-Statistiken des Spiels: Es vergehen ja eigentlich kaum noch Partien, an denen Cristiano Ronaldo teilnimmt, ohne dass er irgendein Jubiläum feiert oder einen Rekord bricht. Das Spiel in Dortmund war das 400. für Real Madrid. Ach ja, zwei Tore gelangen Ronaldo, dem nach zwei (!) torlosen Spielen in der Liga schon eine Krise angedichtet worden war, auch noch. Damit kommt der 32-Jährige auf 411 Tore in 400 Spielen plus 112 Vorlagen. Richtig, 411 Tore.

Und Dortmunds Top-Stürmer? Auf Pierre-Emerick Aubameyang ist derzeit in ähnlichem Maße Verlass wie auf Ronaldo, aber der Gabuner bekam deutlich weniger Chancen als sein Gegenüber. Die beste Möglichkeit nutzte Aubameyang zum einzigen Dortmunder Treffer nach Hereingabe von Gonzalo Castro.

Nochmal Ronaldo: Ähnlich beeindruckend wie die Tor-Quote des Portugiesen ist Ronaldos Quote an Nähe suchenden Fans. Es scheint kaum mehr Ronaldo-Spiele zu geben, an deren Ende kein junger Mann in Real-Trikot über Zäune und an Ordnern vorbei auf den Platz stürmt, um ein Foto mit oder zumindest ein paar nette Worte von CR7 abzubekommen. So auch in Dortmund, diesmal zeigte der Eindringling seinem Idol, dass er seinen Torjubel imitieren kann. Ronaldo schaute sich das Ganze routiniert an.

Ronaldo-Fan und sein Idol
AFP

Ronaldo-Fan und sein Idol

Ende einer Serie: 1998, 2003, 2012, 2013, 2014 und 2016 hatte der BVB schon im eigenen Stadion gegen Real Madrid gespielt - und nie verloren. 0:0, 1:1, 2:1, 4:1, 2:0 und 2:2 - so lauten die Resultate aus Heimspielen gegen die Königlichen. Damit ist es jetzt vorbei. Und wenn die Borussia nicht aufpasst, hat sich auch diese Champions-League-Saison bald erledigt. Schon nach zwei Spieltagen wird es eng für Boszs Mannschaft. "Heute haben wir zu Recht verloren. Wenn wir weiter kommen wollen, müssen wir besseren Fußball spielen", sagte der Niederländer.

Borussia Dortmund - Real Madrid 1:3 (0:1)
0:1 Bale (18.)
0:2 Ronaldo (49.)
1:2 Aubameyang (54.)
1:3 Ronaldo (79.)
Dortmund: 38 Bürki - 26 Piszczek, 25 Sokratis, 36 Toprak, 15 Toljan (61. Dahoud) - 8 Sahin (60. Weigl) - 27 Castro, 10 Mario Götze (76. Pulisic) - 9 Jarmolenko, 17 Aubameyang, 20 Philipp
Real: 1 Navas - 2 Carvajal, 4 Ramos, 5 Varane, 6 Nacho - 14 Casemiro - 8 Kroos, 10 Modric (90.+1 Ceballos) - 11 Bale (85. Vazquez), 7 Ronaldo, 22 Isco (75. Asensio)
Schiedsrichter: Björn Kuipers (Niederlande)
Zuschauer: 65.849 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Toprak, Weigl - Bale, Carvajal (2), Modric

insgesamt 48 Beiträge
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Seite 1
Msc 27.09.2017
1.
Selbst wenn man jetzt zweimal gegen Nikosia gewinnt und dann auch noch gegen Tottenham wird es vermutlich nicht für Platz 2 reichen. Da müsste schon noch mind. 1 Punkt in Madrid her. Schwierig. Man kann schon mal für die Europa League planen.
rjb26 27.09.2017
2. keine frage
real war die bessere Mannschaft aber vielleicht hätte es bei der dann korrekten Entscheidung auf Elfmeter doch zu einem 1:1 gereicht
karit 27.09.2017
3. National toll, international eine Niete ...
... was soll das mit Dortmund und seinem Trainer nur werden? Oder ist die Bundesliga so schlecht? Wenn man nich die Ergebnisse von Leipzig dazu nimmt wird einem schlecht! Bleibt immerhin (wieder einmal) nur Bayern als letzte Hoffnung ...
tomaraya 27.09.2017
4. Offenes Visir?
Ich gebe zu ich habe das Spiel nicht gesehen. Aber nach dem Liveticker und den Nachberichten zu urteilen, hat Dortmund mit der gleichen Taktik wie in der Bundesliga gespielt. Sollte man das gegen Real wirklich tun, wenn mann, wie auch gegen Gladbach deutlich zu sehen, eine ziemlich wacklige Abwehr hat? Dazu kommt das Real eben auch eine Abwehr hat, die diesen Namen verdient, es also nicht so leicht wird mal ein Tor zu erziehlen... Da hat sich Tottenhamn deutlich cleverer angestellt! Jedenfalls ist es mal wieder beeindruckend, wie die stärkste Liga der Welt international auftriit. Siehe auch Leipzig. Die spanische Dominanz wird gebrochen. Alleine nicht durch deutsche sondern englische Mannschaften. Und PSG...
spon-facebook-10000220808 27.09.2017
5.
Ball an die Hand: Elfmeter. Punkt. Gab schon Elfmeter für angelegten Unterarm, wo der Ball auch nur abgeprallt ist.
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