Niederlage in Sevilla Gladbachs Elfmeter-Drama

Schlechter hätte Mönchengladbachs Rückkehr in die Königsklasse kaum laufen können: Beim FC Sevilla war der Bundesligist chancenlos. Die Spanier erhielten drei Elfmeter, die Borussia wirkte hilflos. Alles Wichtige zur Gladbacher Pleite.

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Ausgangslage: 37 Jahre ist es her, dass Borussia Mönchengladbach letztmals auf der ganz großen europäischen Bühne spielen durfte. Gladbachs Rückkehr in die Königsklasse stand allerdings unter keinem guten Stern, bei den vier Pleiten in den ersten vier Bundesligaspielen zeigte die Borussia zum Teil erschreckende Leistungen. Immerhin: Beim Gegner, dem FC Sevilla, lief es bislang nur wenig besser. Die Spanier sind in der Primera División 18., holten zwei Punkte aus drei Spielen.

Ergebnis: 0:3 (0:0) aus Sicht der Borussia. Kevin Gameiro (47. Minute/Elfmeter), Éver Banega (66./Elfmeter) und Jewhen Konopljanka (84.) erzielten die Treffer für Sevilla. Gladbach ist nun nicht mehr nur in der Bundesliga Letzter, sondern auch in seiner Champions-League-Gruppe.

Kampfansage des Spiels: Gladbachs Sportdirektor Max Eberl glaubte zu wissen, was in Sevilla von Nöten sei. Man müsse sich Selbstvertrauen holen, und das gehe nur "über Zweikämpfe, nicht über Fußballspielen", sagte Eberl bei Sky. Wer sich auf eine ansprechende Partie gefreut hatte, zuckte bei diesen Worten zusammen.

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Champions League: Gladbach verliert auch in Sevilla
Die erste Halbzeit: Schnell wurde klar, dass die Borussia tatsächlich nicht vor hatte, ihre Fans mit ästhetischem Fußball zu unterhalten. Das Ziel war einzig, eine Niederlage zu vermeiden, und sei es durch ein schnödes 0:0. Was auch in Ordnung ist, wenn man in der Champions League auswärts antritt. Das klappte in den ersten 45 Minuten allerdings nur, weil Sevillas Vitolo (5.), José Antonio Reyes (5.), und Gameiro (30., 36., 43.) wahlweise am Pfosten, an Gladbachs Torwart Yann Sommer oder an sich selbst scheiterten.

Und Gladbach? Die Borussia zog sich phasenweise so tief in die eigene Hälfte zurück, dass der Eindruck entstand, man würde nicht gegen Sevilla spielen, sondern gegen den FC Bayern. Mit dem Unterschied, dass gegen die Münchner zuletzt stets auch gefährliche Konter gelungen waren. In Sevilla brachte Gladbach jedoch nur einen nennenswerten Abschluss zustande.

Die zweite Halbzeit: Verkam zum Elfmeter-Festival.

  • Die 47. Minute: Gladbach-Torwart Sommer geht zum Ball, Sevillas Angreifer Vitolo stürzt, Schiedsrichter Pavel Královec fällt darauf herein. Gameiro trifft - 1:0.
  • Die 50. Minute: Vitolo dribbelt im Strafraum an Roel Brouwers vorbei, der Verteidiger fährt das Bein aus, diesmal ist der Elfmeter berechtigt. Doch Gameiro schießt an die Unterkante der Latte.
  • Die 66. Minute: Gladbach-Kapitän Tony Jantschke stochert am Ball vorbei, trifft Gameiro. Den fälligen Strafstoß verwandelt Banega sicher.

Die Andalusier kamen noch zu weiteren Großchancen, das dritte Tor resultierte aber aus einer eigentlich harmlosen Szene, als Konopljanka den Ball nicht in die Strafraummitte flankte, sondern ins Tor.

Zahlen des Spiels: Es ist rund sieben Monate her, dass sich Sevilla und Gladbach in der Europa League gegenübergestanden hatten. Wer die damaligen Spielweisen beider Teams mit den heutigen vergleicht, stellt eine Verwandlung fest. Gladbach, vor sieben Monaten das dominante, spielstarke Team, das nur unglücklich unterlag, wirkte diesmal erratisch. Die Passquote ist von 88 auf 80 Prozent gesunken, der Ballbesitzanteil von 67,6 auf 42,5 Prozent geschrumpft. Das Ergebnis bleibt zwar gleich, alle drei Spiele verlor die Borussia. Doch dieses 0:3 fühlte sich anders an als jene Pleiten in der Europa League. Die Mannschaft wirkte hilflos.

FC Sevilla - Borussia Mönchengladbach 3:0 (0:0)
1:0 Gameiro (47. Foulelfmeter)
2:0 Banega (66. Foulelfmeter)
3:0 Konopljanka (84.)
Sevilla: Rico - Coke, Andreolli, Kolodziejczak, Tremoulinas - Krychowiak, N'Zonzi - Vitolo, Banega (76. Krohn-Dehli), Reyes (83. Konopljanka) - Gameiro (71. Immobile).
Mönchengladbach: Sommer - Korb, Brouwers, Jantschke, Wendt - Stindl (67. Dahoud), Nordtveit - Hahn (73. Nico Schulz), Traore - Raffael (83. Drmic), Hazard.
Schiedsrichter: Peter Kralovic (Tschechien)
Zuschauer: 36.959
Gelbe Karten: Reyes, N'Zonzi - Brouwers, Sommer, Stindl
Besonderes Vorkommnis: Gameiro schießt einen Foulelfmeter an die Latte (50.)



insgesamt 13 Beiträge
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kastenmaier95 16.09.2015
1. Einfach erschütternd!
Es ist unglaublich was die Mannschaft zurzeit abliefert, Abgänge hin, Ausfälle her, diese Leistungen gegen Hamburg und heute sind durch nichts, aber auch gar nichts zu entschuldigen. Samstag noch einmal so eine "Leistung" in Köln, dann fängt Eberl's "unrauswerfbar" über Favre an zu bröckeln, so kann und darf es nicht weitergehen. Sonst steigt Gladbach ab...
rahelrubin 16.09.2015
2. Na ja
Gladbach gehört nun mal nicht in die CL. Klar, dass nach den Spielen in der BL hier genauso abgelost wird. So eine Niederlagen-Serie steckt man nicht einfach so weg. Es sei denn, man heißt Borussia Dortmund. Da lief die CL trotz Bundesliga Katastrophe in der letzten Saison, Zumindest eine Zeit lang. Mir tun die Gladbach Fans leid, da ist grad so gar kein bisschen Positives. Ich weiß, wie weh das tut...
ge1234 16.09.2015
3. Wer sich...
... in der Abwehr so dilettantisch verhält, braucht sich nicht wundern! Ob der der erste Elfmeter tatsächlich berechtigt war, konnte man m.E. aufgrund der Fernsehbilder nicht eindeutig erkennen, die beiden anderen Elfer waren es auf alle Fälle. Gladbach soll froh sein, dass es keine höhere Klatsche gegeben hat. Und das gegen die nominell schwächste Mannschaft in der Gruppe. Das kann ja noch heiter werden!
ThoR1234 16.09.2015
4. Schade Gladbach!
Ich hatte gehofft, dass Ihr, ähnlich wie der BVB letztes Jahr, in der CL etwas Selbstvertrauen tanken könnt. Denn das ist jetzt dringend nötig, um in der BL wieder Punkte einzufahren. MfG
benchok 16.09.2015
5. hä
zu beitrag zwei. klar war das ein elfer! zum artikel. tor drei war ein eigentor.
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