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Champions League Bremen erkämpft Punkt, Schalke verliert

Mäßiger Auftakt für die deutschen Teams in der Königsklasse: Schalke 04 verlor in Unterzahl bei Olympique Lyon. Werder Bremen geriet gegen Tottenham Hotspur früh mit zwei Toren in Rückstand, rettete am Ende aber zumindest noch einen Punkt.

Hamburg - Es war keine große Europapokal-Nacht für Werder Bremen und Schalke 04 - und vor allem war es ein Abend zum Vergessen für Petri Pasanen und Benedikt Höwedes. Bremens Pasanen war mit einem Eigentor (13. Minute) und einem verlorenen Zweikampf gegen Tottenhams Peter Crouch (18.) für den frühen 0:2-Rückstand gegen die Londoner mitverantwortlich. Am Ende hieß es durch Tore von Hugo Almeida kurz vor (43.) und Marko Marin (47.) kurz nach der Pause immerhin noch 2:2 (0:2) zum Auftakt in der Gruppe A. "In der ersten Halbzeit haben wir zu passiv gespielt. Wir haben die Situation einfach über uns ergehen lassen. Das wurde bestraft", kritisierte Werder-Trainer Thomas Schaaf nach Spielende.

Schalke hingegen verlor in der Gruppe B 0:1 (0:1) bei Olympique Lyon. Höwedes scheiterte beim Gegentor von Michel Bastos (21.) mit seinem Rettungsversuch aus auswegloser Situation, in der 38. Minute sah der Verteidiger nach einem Luft-Duell gegen Lyons Jimmy Briand eine fragwürdige Rote Karte. "Das Spiel war nach der Roten Karte leider entschieden. Bis zur Hinausstellung haben wir sehr gut verteidigt und kaum etwas zugelassen", haderte S04-Trainer Felix Magath mit der Entscheidung.

Ohne die verletzten Schlüsselspieler Claudio Pizarro, Per Mertesacker und Naldo tat sich Werder von Beginn an extrem schwer. Die Gäste aus London starteten schwungvoll in ihre Champions-League-Premiere und gingen bereits in der zwölften Minute in Führung. Eine scharfe Hereingabe von Mittelfeldspieler Gareth Bale drückte Innenverteidiger Pasanen aus kurzer Distanz über die eigene Torlinie. Nur sechs Minuten später landete ein Kopfball von Stürmer Crouch auf Flanke des ehemaligen Hamburgers Rafael van der Vaart im Winkel des Bremer Tors. Werder-Keeper Tim Wiese hatte keine Abwehrmöglichkeit.

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Champions League: Werder mit Moral, Schalke ohne Glück

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Vor 32.000 Zuschauern im Weserstadion kam der Gastgeber nur langsam wieder zurück ins Spiel. Ohne den am Oberschenkel verletzten Pizarro fehlte es den Aktionen des Bundesliga-Zehnten oft an der letzten Konsequenz in den Angriffsbemühungen. Zudem stand Tottenhams Defensive sicher und ließ bis kurz vor dem Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Massimo Busacca keine nennenswerte Torgelegenheit für die Bremer zu.

Stattdessen wäre sogar eine noch höhere Führung für Tottenham möglich gewesen. In der 31. Minute überlief der überragende Bale erneut seinen Gegenspieler Clemens Fritz, scheiterte aber mit einem Diagonalschuss an Wiese. Schaaf reagierte auf die schwache Leistung seines Teams und wechselte in der 37. Minute Aaron Hunt für Philipp Bargfrede ein, um das Angriffsspiel zu beleben - mit Erfolg: Hugo Almeida verkürzte in der 43. Minute per Kopf nach einer Flanke von Zugang Wesley auf 1:2.

Alle vier Teams in Gruppe A mit einem Punkt

Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff gelang Werder dann das 2:2. Nationalspieler Marko Marin, der Sekunden zuvor noch an Tottenhams Keeper Carlo Cudicini gescheitert war, traf mit einem Flachschuss aus 18 Metern. "Wir sind schlecht ins Spiel gekommen, aber wir haben Moral gezeigt. Zum Glück haben wir noch das 2:2 gemacht", sagte Marin nach seinem Champions League-Debüt. Almeida (55.), Marin (67.) und Aaron Hunt (73./88.) vergaben in der Folge jeweils Großchancen und damit mögliche drei Punkte. Crouch hätte bei Kontern im zweiten Durchgang (81./87.) allerdings auch die Spurs zum Sieg schießen können.

Im zweiten Spiel der Gruppe A sorgte der niederländische Meister aus Enschede mit einem 2:2 (2:2) gegen Titelverteidiger Inter Mailand für die erste Überraschung. Nach der schnellen Inter-Führung durch Wesley Sneijder (13.) und dem Ausgleich durch Theo Janssen (20.) traf Diego Milito ins eigene Netz (30.). Samuel Eto'o glich mit einem 18-Meter-Schuss für Mailand aus (41.).

Moritz' Fehler bringt Schalke in Rückstand

Nach einem zu kurzen Kopfball-Rückpass von Schalkes Christoph Moritz erzielte Michel Bastos in der 21. Minute die Führung für den Vorjahres-Halbfinalisten Lyon. Nach dem Heber des Angreifers über Nationaltorwart Manuel Neuer kam der Rettungsversuch von Höwedes zu spät. "Es war eine dumme Aktion vor dem 1:0, und dann laufen wir diesem Tor die ganze Zeit hinterher", sagte Moritz nach dem Schlusspfiff. Bis zu dieser Szene hatte Schalke gut gespielt und war das gefährlichere Team. Nach nur 42 Sekunden hatte Jermaine Jones mit einem Kopfball nach einer Freistoßflanke von Ivan Rakitic die erste Chance der Partie.

Die besten Gelegenheiten in der Anfangsphase vergab Jefferson Farfan. Der Angreifer aus Peru scheiterte in der elften Minute mit seinem Schuss aus spitzem Winkel zunächst an Lyons Torwart Hugo Lloris. Direkt im Anschluss an die folgende Ecke köpfte er übers Tor. Champions-League-Rekordtorjäger Raúl (66 Treffer) blieb dagegen ebenso unauffällig wie sein Sturmpartner Klaas-Jan Huntelaar.

Keine Chancen für Raúl und Huntelaar, Lissabon schlägt Tel Aviv

Auch nach dem Rückstand bestimmte Schalke das Spiel, und Moritz hätte seinen Fehler beinahe wieder gutgemacht. Den Schuss des Verteidigers (33.) parierte Lloris. Dann folgte der nächste Rückschlag für Schalke in der 38. Minute. Nach einem eher harmlosen Luftkampf mit Jimmy Briand sah Höwedes die Rote Karte von Schiedsrichter Ivan Bebek aus Tschechien. "Das war natürlich ein Witz", sagte Sportdirektor Horst Heldt in der Pause.

In der zweiten Halbzeit befreite sich Schalke kaum noch, Lyon drängte auf das 2:0. Doch die Gästeabwehr stand relativ sicher. Die größte Chance vergab noch Miralem Pjanic, der von der Strafraumgrenze um Zentimeter Neuers Tor verfehlte (67.). Raúl und Huntelaar bekamen praktisch keine Zuspiele mehr, Schalker Chancen blieben Mangelware.

Portugals Rekordmeister Benfica Lissabon schlug im zweiten Spiel der Gruppe B Hapoel Tel Aviv 2:0 (1:0). Innenverteidiger Luisao (21.) und Torjäger Oscar Cardozo (68.) trafen für Benfica zum Sieg gegen Tel Aviv.

luk/sid/dpa
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