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22. Oktober 2008, 22:42 Uhr

Champions League

Bremen rettet Remis in Athen

Drei Spiele, kein Sieg: Werder Bremen kommt in der Champions League weiter nicht in Tritt. Bei Panathinaikos Athen reichte es für die Mannschaft von Thomas Schaaf in einer abwechslungsreichen Partie aber immerhin zu einem Punkt.

Hamburg - Man kennt es aus der Bundesliga: Spiele mit Bremen enden meist mit reichlich Treffern. So auch in Athen. 2:2 (1:1) stand es nach 90 Minuten zwischen beiden Teams. Für Werder war es im dritten Gruppenspiel das dritte Remis. Damit liegt der deutsche Vizemeister in der Gruppe B weiter auf dem dritten Rang. "Wir haben viel Druck gemacht und können mit dem Punkt zufrieden sein", sagte Torsten Frings nach Spielende.

Trainer Thomas Schaaf hatte sein Team umgebaut nach dem 3:3 gegen Dortmund vom vergangenen Samstag. Neben Christian Vander, der für den verletzten Tim Wiese im Tor stand, bot der Coach Sebastian Prödl für Clemens Fritz in der Viererkette auf. Per Mertesacker spielte wieder in der Innenverteidigung, dafür rückte Frank Baumann ins Mittelfeld, während im Sturm Hugo Almeida an der Seite von Claudio Pizarro agierte.

Die erste nennenswerte Szene indes spielte sich im Strafraum der Bremer ab. Ein scharf nach innen geschlagener Freistoß von Giorgos Karagounis in der dritten Minute verpasste Freund und Feind und strich knapp am langen Pfosten vorbei. Acht Minuten später war Karagounis auch an der zweiten Chance von Panathinaikos beteiligt, als er den Ball zu Dimitris Salpingidis passte, dessen Schuss von halbrechts aber noch von einem Bremer zur Ecke abgefälscht wurde.

In der Folge wurden die Gastgeber immer stärker, Bremens Abwehr wirkte mehrfach orientierungslos. Vander verhinderte allerdings in der 19. und 26. Minute Schlimmeres, als er jeweils einen Schuss von Karagounis abwehrte. Der Wiese-Ersatz zeigte sich in der Anfangsphase erstaunlich abgeklärt, obwohl offenbar Panathinaikos-Fans versuchten, ihn mit einem Laserpointer immer wieder zu blenden. Schiedsrichter Michael Riley drohte daher sogar mit einem Spielabbruch.

In der 27. Minute musste Schaaf dann notgedrungen den ersten Wechsel vornehmen und Markus Rosenberg für den angeschlagenen Pizarro aufs Feld schicken. Bis dahin hatte Werder nicht eine Torchance gehabt, doch nach einem Freistoß von Mesut Özil stand Mertesacker im Fünfmeterraum frei und schob den Ball ins Netz. Allerdings war es ein Treffer, der nicht hätte zählen dürfen, da der Bremer die Kugel zuvor mit dem Arm gestoppt hatte.

Sicherheit verlieh die Führung dem Bundesligisten allerdings nicht, und in der 36. Minute gelang Vangelis Mantzios per Kopf nach einer Flanke von Gabriel das, was seine Teamkollegen zuvor mit den Füßen nicht geschafft hatten: Er überwand Vander zum 1:1. Bremen kam seinerseits nur noch zu einer Chance durch Diego (44.), dessen Schuss aus 20 Metern aber von Alexandros Tzorvas pariert wurde. "Es wäre schön gewesen, mit der Führung in die Pause zu gehen", sagte Schaaf nach Spielschluss.

Die zweite Hälfte begann dann verheißungsvoll für die Schaaf-Elf. Nach einer Flanke von Torsten Frings kam Almeida aus rund acht Metern zum Kopfball, konnte Tzorvas aber nicht überwinden. Bremen schien danach mehr Sicherheit zu gewinnen, doch dann musste Vander den Ball in der 69. Minute erneut aus dem Netz holen. Pech für die Werder-Elf: Özil konnte zwar auf der Linie per Hacke einen Kopfball von Loukas Vintra klären, den abgewehrten Ball aber köpfte Mantzios aus 14 Metern in hohem Bogen über Vander in das Bremer Gehäuse zurück. Die Proteste der Bremer, dass es Abstoß statt Ecke hätte geben müssen, waren zuvor vergeblich gewesen. "Wir waren damit noch zu sehr beschäftigt. Wir hätten nach der Ecke entschlossener nachsetzen müssen", sagte Schaaf zu der Situation, "aber gut, dass wir nach dem Rückstand zurückgekommen sind."

Kurz darauf wäre Salpingidis mit einem Schuss aus 20 Metern fast das 3:1 gelungen, doch der Ball prallte von der Unterkante der Latte vor der Linie auf. Doch wie schon im gesamten Spiel zuvor: Kaum wirkte ein Team sicher, traf der Gegner. In der 83. Minute rettete Almeida mit einem Kofball seinem Team wenigstens noch einen Punkt.

mti

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