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Champions League Dortmund feiert späten Sieg bei Arsenal

Schwarz-gelber Jubel in London: Borussia Dortmund hat sein Auswärtsspiel in der Champions League beim FC Arsenal gewonnen. Mitten in einer Drangphase der Gastgeber erzielte Robert Lewandowski den Siegtreffer.

Hamburg - Er saß zwar nicht auf der Trainerbank, trotzdem durchlebte BVB-Trainer Jürgen Klopp am Dienstagabend wieder die gesamte Gefühlspalette: Er verschränkte die Arme, ärgerte sich, jubelte, klatschte, nur um dann wieder die Arme vors Gesicht zu schlagen und sich tief in den Sitz auf der Tribüne des Arsenal-Stadions sinken zu lassen.

Was die Dortmunder Mannschaft ihrem Coach, der aufgrund seiner Sperre auf der Tribüne zwischen BVB-Präsident Reinhard Rauball und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke Platz genommen hatte, beim FC Arsenal bot, rechtfertigte eine solche Gefühlsachterbahn aber auch: 2:1 (1:1) stand es am Ende, der BVB hatte zwischenzeitlich dominiert, sich dann aber durch eigene Fehler immer wieder selbst in Bedrängnis gebracht. "Zwischendurch hatten wir auch mal Glück. Hinten raus haben wir es sehr gut gemacht. Insgesamt kann man das als verdient bezeichnen", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc dem TV-Sender Sky.

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Arsenal vs. BVB: Später Treffer, großer Jubel

Foto: DYLAN MARTINEZ/ REUTERS

Henrich Mchitarjan hatte den BVB in der 15. Minute in Führung gebracht, Olivier Giroud gelang noch vor der Pause der Ausgleich (41. Minute). Robert Lewandowski erzielte dann letztendlich den Siegtreffer. Für die Dortmunder war es ein wichtiger Sieg: Mit nun sechs Punkten liegt der BVB gleichauf mit den Londonern und dem SSC Neapel, der gegen Olympique Marseille 2:1 (1:0) gewann. "Es läuft auf einen Dreikampf hinaus: Wir sind voll im Geschäft", sagte Zorc.

Reus erst schlampig, dann kämpferisch

Vor 60.000 Zuschauern im ausverkauften Arsenal-Stadion war der BVB von Beginn an um Kontrolle bemüht. Die Londoner, immerhin aktueller Tabellenführer der Premier League, zogen sich in die eigene Hälfte zurück und überließen dem BVB das Feld, doch mehr als zwei ungefährliche Fernschüsse von Kevin Großkreutz (4.) und Mats Hummels (6.) brachte Dortmund in der Anfangsphase nicht zustande.

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BVB in der Einzelkritik: Doppelrolle für Lewandowski, 100 Prozent für Schmelzer

Foto: Bernd Thissen/ dpa

Die erste gefährliche Szene hatte Marco Reus nach zwölf Minuten: Hummels unterbrach geschickt einen Konter des FC Arsenal und ermöglichte somit den Gegenangriff. Mittelfeldspieler Reus nutzte den Platz und zog aus der Distanz ab, doch sein Schuss ging knapp neben das Tor.

Nur vier Minuten später war es dann erneut Reus, der zunächst einen Fehlpass spielte, den Ball aber postwendend zurückeroberte. Robert Lewandowski setzte anschließend Mchitarjan in Szene, der überlegt zum 1:0 einschob (16.).

Arsenal machte nach dem Gegentreffer mehr - und Dortmund auf einmal Fehler: Erst vergab Kieran Gibbs, vom ansonsten meist unauffälligen Mesut Özil in Szene gesetzt, eine gute Angriffschance (21.), dann setzte sich Giroud auf der linken Seite durch und musste von Hummels mit einem Foul gestoppt werden.

Hummels klärt auf der Linie

Noch gefährlicher wurde es, als Jack Wilshere nach einer Unachtsamkeit in der BVB-Defensive frei vor Roman Weidenfeller stand, von dem Torhüter jedoch noch entscheidend gestört wurde (29). Dortmund hatte nun wesentlich weniger Kontrolle über das Spiel als noch zu Beginn und brachte sich immer wieder selbst in Bedrängnis: Hummels agierte zunächst schwach gegen Giroud, stand bei Tomas Rosickys anschließendem Schuss jedoch wieder gut und klärte auf der Linie (39.).

Es war nur folgerichtig, dass auch dem Ausgleichstreffer durch Giroud eine Unstimmigkeit in der BVB-Defensive vorausging: Neven Subotic und Weidenfeller behinderten sich nach einer Flanke von Bacary Sagna gegenseitig, der Arsenal-Angreifer brachte den Ball zum 1:1 über die Linie (41.).

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich der BVB wieder stärker, Arsenal zog sich wie zu Beginn zunächst in die eigene Hälfte zurück. Doch die ersten gefährlichen Szenen spielten sich im BVB-Strafraum ab: Subotic musste zunächst vor Özil klären (61.), dann fing Weidenfeller eine Hereingabe von Santi Carzola ab (63.).

Der eingewechselte Angreifer verpasste kurz darauf die Führung, als er nach einem Özil-Pass aus 20 Metern nur die Latte traf. Und wenn Großkreutz nicht bei einem weiteren Schuss von Carzola dazwischengesprungen wäre, dann wäre Weidenfeller womöglich machtlos gewesen (76.).

Dortmund war nun längst nicht mehr spielbestimmend - doch in der Überlegenheit des FC Arsenal traf der BVB zur Führung: Lewandowski erzielte nach einem Dortmund-typischen Konter über Aubameyang und Großkreutz das 2:1. Die letzten Minuten verteidigten die Borussen mit Kampf und Köpfchen. Als der Abpfiff ertönte, war auch bei Klopp auf der Tribüne Erleichterung zu sehen.

"Es war ein offenes Spiel, wir haben es am Ende mit einem phantastischen Angriff 2:1 gewonnen", sagte der BVB-Coach, und Matchwinner Lewandowski stellte nur lapidar fest: "Das ist ein wichtiger Sieg."

FC Arsenal - Borussia Dortmund 1:2 (1:1)
0:1 Mchitarjan (16.)
1:1 Giroud (41.)
1:2 Lewandowski (82.)
Arsenal: Szczesny - Sagna, Mertesacker, Koscielny, Gibbs - Ramsey (86. Bendtner), Arteta - Wilshere (58. Cazorla), Özil, Rosicky (89. Gnabry) - Giroud
Dortmund: Weidenfeller - Großkreutz, Subotic, Hummels, Schmelzer - Sahin, Sven Bender - Blaszczykowski (67. Aubameyang), Mchitarjan (66. Hofmann), Reus (87. Sokratis) - Lewandowski
Schiedsrichter: Jonas Eriksson
Zuschauer: 60.011 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Rosicky, Özil - Hummels, Lewandowski, Sven Bender (2)

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Foto: SPIEGEL ONLINE
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