Champions League Chelsea erzielt Minimalerfolg gegen Liverpool

Das erste britische Inselduell geht an den FC Chelsea. Das Team von Trainer Mourinho gewann ohne den verletzten Michael Ballack Runde eins im Champions-League-Halbfinale - doch Liverpool spielte stark. Den Treffer des Abends erzielte ein englischer Nationalspieler.

London - Der FC Chelsea ist dem Traum vom Gewinn der Champions League ein großes Stück näher gekommen. Ohne Michael Ballack, der wegen einer Knöchelverletzung passen musste, gewann das Starensemble in der Neuauflage des englischen Duells von 2005 das Halbfinal-Hinspiel gegen Angstgegner FC Liverpool mit 1:0 (1:0) und schaffte sich für das Rückspiel am kommenden Dienstag an der Anfield Road (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) eine gute Ausgangsposition. "Es war wichtig, dass wir kein Tor kassiert haben. Das 1:0 ist ein gutes Resultat. Wir wissen aber auch, dass Liverpool sehr heimstark ist. Das wird ein schwerer Gang für uns", sagte Ballack nach dem Schlusspfiff.

Tags zuvor hatte Manchester United mit einem 3:2 gegen den AC Mailand einen ersten Schritt zu einem möglichen ersten englischen Finale in der Königsklasse überhaupt am 23. Mai in Athen gemacht. Das Tor des Abends vor 42.500 Zuschauern an der ausverkauften Stamford Bridge erzielte der englische Nationalspieler Joe Cole (29.). Dennoch hielt sich die Freude beim Mann des Abends in Grenzen: "Wir sind zufrieden, aber nicht begeistert", so der 25-Jährige. "Der Sieg war ein wichtiger Schritt, aber die Entscheidung fällt nächste Woche", so Cole.

Die Gastgeber übernahmen von Beginn an die Initiative, um den Bann gegen Liverpool in der Königsklasse endlich zu brechen. In vier Begegnungen in der Champions League zuvor brachten die "Blues" keinen Treffer gegen die "Reds" zustande (0:0, 0:1 im Halbfinale 2005, zweimal 0:0 in der Gruppenphase 2005/2006). Nach acht Minuten scheiterte Mittelfeldstar Frank Lampard am blitzschnell reagierenden Liverpool-Keeper Pepe Reina, danach verpasste Joe Cole Hereingaben der Stürmerstars Didier Drogba (16.) und Andrej Schewtschenko (18.).

Es folgten große Möglichkeiten durch Drogba (21.) und einen Freistoß von Lampard (23.). In der 29. Minute zahlte sich der Dauerdruck der Gastgeber aus. Der portugiesische Innenverteidiger Ricardo Carvalho spielte einen langen Ball auf Drogba, der überlief Daniel Agger auf der rechten Seite, brachte den Ball in die Mitte, wo Cole seinen ersten Treffer in der laufenden Champions-League-Saison erzielt. Danach erhöhte Liverpool etwas den Druck, einzige Möglichkeit blieb allerdings ein Kopfball des Pool-Kapitäns Steven Gerrard.

Mourinho trauerte den verpassten Chancen des ersten Durchganges nach: "Wir hatten in der ersten Hälfte fünf, sechs gute Möglichkeiten, da hätten wir ein Tor mehr machen müssen", so der Chelsea-Trainer. "In der zweiten Hälfte waren wir dann nicht mehr ganz so gut unterwegs", gab Mourinho zu.

Nach dem Seitenwechsel drückte das Team von Trainer Rafa Benitez aufs Tempo und schnürte die Gastgeber regelrecht ein. Gerrard hatte in der 53. Minute mit einem Schuss aus 18 Meter eine Riesenmöglichkeit, Chelseas Torhüter Petr Cech musste erstmals richtig eingreifen und parierte sehr gut. Chelsea blieb aber durch Konter gefährlich, so scheiterte Lampard in der 81. Minute am erneut überragenden Reina. In der intensiv, aber fair geführten Begegnung ragte auch Schiedsrichter Merk heraus, der keine Probleme hatte und stets die Übersicht behielt.

FC Chelsea - FC Liverpool 1:0 (1:0)
1:0 Joe Cole (29.)
Chelsea: Cech - Paulo Ferreira, Ricardo Carvalho, Terry, Ashley Cole - Mikel, Lampard, Makelele, Joe Cole (85. Wright Phillips) - Drogba, Schewtschenko (76. Kalou). - Trainer: Mourinho Liverpool: Reina - Arbeloa, Carragher, Agger, Riise - Gerrard, Xabi Alonso (83. Pennant), Mascherano, Zenden - Bellamy (53. Crouch), Kuyt. - Trainer: Benitez
Schiedsrichter: Markus Merk (Otterbach)
Zuschauer: 42.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: - / Mascherano (2)

mig/sid

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