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Beckham-Club Paris Saint Germain Das sind die Stars hinter den Superstars

Zlatan Ibrahimovic und David Beckham - klar, die beiden kennt man. Doch auf wen muss der FC Valencia im Duell um das Viertelfinale der Champions League noch achten? Die Schlüsselspieler der Franzosen.

Hamburg - 248 Millionen Euro. Da ist sie, die Zahl, vorneweg, ohne die ein Text über Paris Saint Germain seit 2011 nicht mehr auszukommen scheint. Zlatan Ibrahimovic und David Beckham sind die zu dieser Größenordnung passenden Namen.

Es sind diese gigantischen Summen und zwei Mega-Stars, die Präsident Nasser al-Khelaïfi und die Investorengruppe Qatar Sport Investment seit dem Mai 2011 dem Verein spendiert haben. Das Ziel ist es, endlich mal wieder einen prestigeträchtigen Titel zu gewinnen. Und das bedeutet mehr als den französischen Pokal.

Am Abend hat das Team von Trainer Carlo Ancelotti gegen den FC Valencia zumindest schon einmal die Chance, das Viertelfinale der Champions League zu erreichen (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Der Anteil der beiden prominentesten Spieler im Kader daran wird sich in Grenzen halten.

Ibrahimovic stand zwar im Hinspiel auf dem Platz, allerdings nicht bis zur allerletzten Sekunde. Der 31-Jährige hatte in der Nachspielzeit eine umstrittene Rote Karte gesehen und ist gesperrt. Beckham war beim 2:1 in Spanien lediglich als Zuschauer dabei, der seinen neuen Kollegen einen ersten Besuch abstattete. Und auch am Mittwoch wird der 37-Jährige nicht spielen.

Doch PSG im Jahr 2013 ist eine Mannschaft, die nicht nur aus zwei großen Namen besteht, sondern aus Weltklassespielern auf nahezu allen Positionen. So fallen die zusätzlichen Ausfälle von Mittelfeldspieler Marco Verratti (gesperrt) und Angreifer Jérémy Ménez (verletzt) fast ebenso schwer ins Gewicht wie der von Ibrahimovic. Ancelotti muss also rotieren, wir stellen seine Schlüsselspieler vor, Mannschaftsteil für Mannschaftsteil.

Tor

Torhüter Sirigu: Möglicher Nachfolger des großen Gianluigi Buffon

Torhüter Sirigu: Möglicher Nachfolger des großen Gianluigi Buffon

Foto: © Benoit Tessier / Reuters/ REUTERS

Seit der vergangenen Saison steht Salvatore Sirigu bei Paris im Tor. Der Italiener kommt mittlerweile auf vier Länderspiele und könnte in der Nationalmannschaft den ewigen Gianluigi Buffon ablösen. Sirigu ist einer der wenigen aus dem Pariser Kader, der bisher alle sieben Champions-League-Spiele bestritten hat. In denen musste er lediglich viermal hinter sich greifen, und mit drei Spielen ohne Gegentor war er seiner Mannschaft dabei stets ein solider Rückhalt. Auch in der Liga spielte Saint Germain in dieser Saison nicht zuletzt wegen ihm 17-mal zu null. Vor allem bei hohen Bällen wie Flanken oder Ecken zeigt Sirigu seine Stärken. Mit weiten Abwürfen macht er das Spiel schnell.

Abwehr

Thiago Silva: Wucht, Technik, Stellungsspiel - ein Verteidiger der Extraklasse

Thiago Silva: Wucht, Technik, Stellungsspiel - ein Verteidiger der Extraklasse

Foto: Dean Mouhtaropoulos/ Getty Images

Seit dieser Saison tragen die Innenverteidiger Thiago Silva und Alex ihren entscheidenden Teil zur starken Pariser Defensive bei. Die beiden Brasilianer ergänzen sich hervorragend, beide verfügen über ein gutes Stellungsspiel und sind extrem kopfballstark. Einziges Manko ist die Passgenauigkeit. Während Alex wohl gesetzt ist, war in der Liga zuletzt immer häufiger Sylvain Armand sein Nebenmann. Der Franzose könnte daher auch gegen Valencia auf einen Einsatz hoffen. Auf der rechten Außenverteidiger-Position hat Ancelotti die Wahl zwischen Gregory van der Wiel und Christophe Jallet, die Viererkette vervollständigt Maxwell auf der anderen Seite. Der Linksfuß füllt die Position als Außenverteidiger souverän aus. Seine Flankenläufe auf der Außenbahn sorgen immer wieder für Gefahr. Allerdings ist der kleine Brasilianer mit niederländischem Pass durch seine Körpergröße von 1,75 Metern nicht sonderlich kopfballstark. Nach Ajax Amsterdam, Inter Mailand und dem FC Barcelona spielt er bei Saint Germain nun schon im vierten Verein zusammen mit Ibrahimovic.

Mittelfeld defensiv

Mittelfeldspieler Beckham: Bei Paris zentral defensiv statt auf der rechten Seite

Mittelfeldspieler Beckham: Bei Paris zentral defensiv statt auf der rechten Seite

Foto: Dean Mouhtaropoulos/ Getty Images

Im Mittelfeld könnte die Gelbsperre für Verratti Beckham die Tür öffnen. Während er zu seinen besten Nationalmannschaftszeiten auf der rechten Außenbahn gesetzt war, lief er in der Liga für Paris zuletzt im defensiven Mittelfeld auf. Die neue Rolle scheint ihm zu liegen, er darf nach drei Jahren Pause auf ein Champions-League-Comeback von Beginn an hoffen. Gesetzt ist allerdings Blaise Matuidi. Der 22-Jährige hat in der Champions League bisher alle sieben Spiele absolviert. Für Beckham weichen müsste wohl eher Clément Chantôme. Der Franzose ist der krasse Gegensatz zu den teuren Stars. Chantôme spielt bereits seit 1999 für den Hauptstadtclub. Noch nie hat er für einen anderen Verein gespielt. Für ihn sprechen in erster Linie sein schnelles Umschaltspiel und sein Spielwitz. Die Entscheidung dürfte Ancelotti daher alles andere als Leicht fallen.

Mittelfeld offensiv

Lucas: Sorgt für Tempo auf der rechten Seite

Lucas: Sorgt für Tempo auf der rechten Seite

Foto: Yoan Valat/ dpa

Zehn Jahre ist es her, da lief ein überdurchschnittlich begabter Brasilianer für PSG auf, ehe er für knapp 30 Millionen Euro zum FC Barcelona wechselte. Inzwischen lässt Ronaldinho bei Atlético Mineiro seine Karriere ausklingen, und bei Paris ist ein anderer Mittelfeldspieler aus Brasilien dabei, für Furore zu sorgen. Lucas Rodrigues Moura da Silva, kurz Lucas, ist kein so großer Zauberer wie sein Landsmann, sondern sorgt mit anderen Attributen über den rechten Flügel für Schwung nach vorne: Tempo und Wucht. Valencia bekam die Dynamik des 20-Jährigen zu spüren, als Lucas einen Distanzschuss an den Pfosten setzte und das zweite Tor durch Javier Pastore unwiderstehlich vorbereitete. Der Argentinier Pastore hat seine Torgefährlichkeit in seinen knapp zwei Jahren an der Seine hinreichend bewiesen, zudem lenkt er im offensiven Mittelfeld das Spiel. Wenn es Valencia gelingt, ihn zu stoppen, können sie das Spiel der Pariser lahmlegen.

Angriff

Torjäger Lavezzi: Schon im Hinspiel erfolgreich

Torjäger Lavezzi: Schon im Hinspiel erfolgreich

Foto: FRANCK FIFE/ AFP

Durch die Ausfälle von Ibrahimovic und Ménez ist klar: Für Tore soll gegen Valencia vor allem Ezequiel Lavezzi zuständig sein. Die zehnte Minute im Estadi de Mestalla vor drei Wochen zeigte deutlich, was den Argentinier auszeichnet. Bei einer Größe von 1,73 Meter und 75 Kilogramm ist der 27 -Jährige extrem wendig und trickreich, verfügt zudem über einen enormen Antritt und einen harten Schuss. Selbst auf engstem Raum ist Lavezzi schwer zu kontrollieren. In der Champions League gelangen ihm schon vier Tore und damit eines mehr als in der Liga. Setzt Ancelotti auf zwei Angreifer, dürfte neben Lavezzi Kévin Gameiro zum Einsatz kommen. Der 25-Jährige ist ebenfalls relativ klein (1,70 Meter) und dribbelstark. Beim FC Lorient wurde er zweimal zweitbester Torschütze der Ligue 1, in der Saison 2009/2010 mit 17 Toren, im Jahr darauf mit 22 Treffern.