Champions-League-Gruppenphase Und jährlich trifft es Gladbach

Die Vorrundengruppen der Champions League stehen fest. Die Auslosung hat Bayern, Dortmund, Leverkusen und Gladbach spannende Gegner beschert. Wie stehen die Chancen der deutschen Klubs?

Christoph Kramer
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Christoph Kramer

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Borussia Mönchengladbach beginnt die neue Champions-League-Saison so wie die vergangene zu Ende ging: mit einem Spiel gegen Manchester City. Das hat die Auslosung in Monaco ergeben. Auch mit einem Blick auf die gesamte Gruppe erlebt der Klub ein kleines Déjà-vu. Bayern München und Borussia Dortmund treffen ebenfalls auf alte Bekannte: Die Münchner wollen es gegen Atlético Madrid besser machen als im Halbfinale der Vorsaison, der BVB möchte seine Heimserie gegen Real Madrid ausbauen. Bayer Leverkusen findet sich in einer sehr ausgeglichenen Gruppe wieder. Die Vorrundengruppen der deutschen Teams im Check.

Gruppe C: Borussia Mönchengladbach

"Nur nicht so schwer wie im vergangenen Jahr." Das war für viele Anhänger von Borussia Mönchengladbach vor dieser Champions-League-Auslosung das Credo. Viel einfacher ist es jedoch nicht geworden. Auf Juventus Turin, Manchester City und den FC Sevilla im Vorjahr folgen nun der FC Barcelona, erneut ManCity und Celtic Glasgow . Für Gladbach wird es eng, beim Kampf um den Einzug ins Achtelfinale eine Rolle zu spielen. Der FC Barcelona ist jedes Jahr einer der großen Titelkandidaten. Manchester City scheiterte im vergangenen Jahr erst im Halbfinale und hat mit dem neuen Trainer Josep Guardiola erneut große Ambitionen.

Zumindest der dritte Platz - und damit die Qualifikation für die K.-o.-Runde der Europa League - erscheint jedoch realistisch. Celtic Glasgow hat nicht die Qualität wie sie Sevilla im Vorjahr hatte. Dennoch ist gerade das Auswärtsspiel im stimmungsvollen Celtic Park sicher ein besonderes Spiel. Außerdem hat Glasgow sehr viel Champions-League-Erfahrung. Trotz der schweren Aufgaben bezeichnete Gladbachs Manger Max Eberl die Auslosung als "schöne Gruppe".

Und ganz nebenbei ist das Los auch für Guardiola sehr interessant. Es gibt nur wenige Klubs, gegen die seine Bilanz ausgeglichen ist. Zwei davon trifft er in der Gruppenphase. Gegen seinen Ex-Verein Barcelona kam er mit den Bayern in zwei Spielen auf einen Sieg und eine Niederlage, in der Summe bedeutete dies das Ausscheiden im Champions-League-Halbfinale der Saison 2014/2015. Gegen Gladbach gab es je zwei Siege, Remis und Niederlagen. In seinen drei Jahren in der Bundesliga hatte Guardiola gegen kein Team eine schlechtere Bilanz.

Gruppe D: FC Bayern München

Das Weiterkommen ist für die Bayern in der Gruppe D Pflicht, von Losglück kann jedoch keine Rede sein. Mit Atlético Madrid gibt es einen extrem starken Konkurrenten um den Gruppensieg. Innerhalb von drei Jahren stand das Team von Trainer Diego Simeone zweimal im Champions-League-Finale. In der Vorsaison schalteten sie die Münchner im Halbfinale aus. "Da haben wir sicherlich noch eine Rechnung offen", sagte Thomas Müller nach der Auslosung. Es wird interessant zu sehen, wie der neue Trainer Carlo Ancelotti sein Team auf die aggressiven und vor allem defensiv starken Madrilenen einstellen wird.

Der zweite Gruppengegner, PSV Eindhoven, setzte sich im Vorjahr in der Gruppenphase hinter dem VfL Wolfsburg durch, besiegte unter anderem Manchester United. Erst im Achtelfinale scheiterte der Klub aus der niederländischen Eredivisie - im Elfmeterschießen gegen Atlético Madrid. Dennoch ist München hier klarer Favorit. Der FC Rostow, Playoff-Sieger gegen Ajax Amsterdam, wird für die Bayern wohl keine große sportliche Herausforderung. Dennoch hätte der deutsche Rekordmeister das Los sicher gern vermieden: Die weite Anreise zum Auswärtsspiel nach Russland bedeutet in den anstrengenden englischen Wochen eine zusätzliche Belastung.

Gruppe E: Bayer Leverkusen

"Das ist sicher die ausgeglichenste aller Gruppen, da ist alles möglich", sagte Rudi Völler. Und ja, einen klaren Favoriten auf den Gruppensieg gibt es nicht. Dennoch hat Leverkusen hier gute Chancen, sich durchzusetzen. Tottenham Hotspur ist unter Bayers Gegnern wohl am stärksten einzuschätzen. In der Vorsaison war der Klub in der Premier League lange Zeit größter Konkurrent vom späteren Überraschungsmeister Leicester City. In der Champions League haben die Spurs bisher jedoch kaum Erfahrung. Seit der Einführung des Wettbewerbs spielte Tottenham erst einmal in der Königsklasse: 2010/2011 scheiterten sie im Viertelfinale.

Gerade das ist bei ZSKA Moskau anders: Bei vier der letzten fünf Austragungen des Wettbewerbs war der aktuelle russische Meister dabei. Zuletzt scheiterte Moskau jedoch dreimal in Folge in der Gruppenphase. Und dabei verlor ZSKA all seine sechs Spiele gegen einen Bundesligisten (viermal gegen Bayern, zweimal gegen Wolfsburg). Gegen Leverkusen gibt es eine neue Chance.

Mit dem dritten Vorrundengegner, AS Monaco, hat Leverkusen schlechte Erfahrungen gemacht. 2014/2015 schaffte Bayer zwar den Einzug ins Achtelfinale, verlor in der Vorrunde aber gleich zweimal 0:1 gegen Monaco. Damals galt der Klub in Frankreich allerdings auch noch als klarer Verfolger von Paris Saint-Germain, seitdem haben die Monegassen etwas nachgelassen. Trotzdem ist der Vorjahresdritte aus der Ligue 1 nicht zu unterschätzen - auch, weil der Klub sich in den Playoffs souverän gegen den FC Villareal durchgesetzt hat.

Gruppe F: Borussia Dortmund

Borussia Dortmund trifft auf den Titelverteidiger - und dennoch ist die Gruppe F für den BVB insgesamt ein machbares Los. Das Duell mit Real Madrid zählt mit Blick auf die jüngste Vergangenheit der Champions League fast schon zu einem Klassiker. In den Saisons 2012/2013 und 2013/2014 trafen die beiden Klubs gleich sechsmal aufeinander, der BVB gewann dabei all seine Heimspiele. In Madrid gab es ein Remis und zwei Niederlagen. Es wird ein enges Duell gegen das Team um Europas neuen Fußballer des Jahres Cristiano Ronaldo.

Hinzu kommen zwei Vereine, auf die der BVB noch nie getroffen ist. Dabei werden vor allem die Spiele gegen Sporting Lissabon kein Selbstläufer. In der portugiesischen Liga fehlten der Mannschaft von Trainer Jorge Jesus in der vergangenen Saison nur drei Punkte zur Meisterschaft. Dennoch gilt Dortmund hier als Favorit, genauso wie gegen den polnischen Meister Legia Warschau.

Auch hier gibt es bisher keinen direkten Vergleich mit dem BVB. Warschau, die erste polnische Mannschaft in der Champions-League-Vorrunde seit 20 Jahren, setzte sich in den Playoffs nur knapp gegen den FC Dundalk aus Irland durch und gilt in der Gruppe F als klarer Außenseiter. BVB-Trainer Thomas Tuchel sieht die Gruppe als "reizvoll, schwer und attraktiv gleichermaßen" an.

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Thorkh@n 26.08.2016
1. Wieso ...
... gilt der gerade mitten im Umbruch steckende BVB als Mitfavorit für seine Gruppe? Wackelkandidat triffts weitaus besser.
Wunderläufer 26.08.2016
2. Genießen
Gladbach soll einfach die Gruppenphase genießen, mehr dürfte nicht drin sein. Die sog. Champions-League ist mittlerweile eine uninteressante, geschlossene Gesellschaft geworden, die ich dann auch nicht weiter verfolgen werde
mischubo 26.08.2016
3.
Gladbach zum zweiten mal überhaupt in der CL und das ist dann schon eine Serie á la "jährlich trifft es..."?? Ansonsten freu ich mich als Gladbach-Fan wie Bolle auf diese Spiele. Gegen ManCity haben wir auch letzte Saison schon ganz ordentlich ausgesehen, richtig chancenlos waren wir eigentlich nur gegen Sevilla, gegen Juve darf man auch mal knapp verlieeren. Celtic müsste zu packen sein und, tja, Barcelona: da hat man so wenig Druck, dass es eigentlich nur gut werden kann (zumindest im Heimspiel).
hummel1 26.08.2016
4. Teile die Freude!
Zitat von mischuboGladbach zum zweiten mal überhaupt in der CL und das ist dann schon eine Serie á la "jährlich trifft es..."?? Ansonsten freu ich mich als Gladbach-Fan wie Bolle auf diese Spiele. Gegen ManCity haben wir auch letzte Saison schon ganz ordentlich ausgesehen, richtig chancenlos waren wir eigentlich nur gegen Sevilla, gegen Juve darf man auch mal knapp verlieeren. Celtic müsste zu packen sein und, tja, Barcelona: da hat man so wenig Druck, dass es eigentlich nur gut werden kann (zumindest im Heimspiel).
Genau so sehe ich das auch. Lasst die Jungs mal machen. Sie sind dabei und das ist Wichtigste, wenn es um die Finanzen geht, das Sportliche kann doch gänzlich ohne Druck angegangen werden und wer weiß vielleicht klappts ja gerade deshalb. Wie auch immer generell macht die Entwicklung des Clubs richtig Spaß. Bin auch schon ewig Gladbach Fan und die Jahre in denen man von Saison zu Saison zittern musste haben einmal Pause und das tut der Fanseele schon gut! :-)
frau_bert 26.08.2016
5. Besser könnte es für MG...
... kaum werden. Ok, Barcelona ist so gut wie durch. Aber wie sieht Peps Bilanz gegen MG aus? EBEN! Juve ist geschwächt und MG ist gut drauf. Mein Tip: Barcelona-1., MG-2.,Juve-3., Man.-City-4.
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