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Real vs. Dortmund: Zittern bis zur 96. Minute

Foto: PIERRE-PHILIPPE MARCOU/ AFP

Champions League Dortmund steht nach Thriller von Madrid im Finale

Am Ende war es eine nervenaufreibende Zitterpartie, doch nun ist es geschafft: Dortmund hat trotz einer Niederlage in Madrid das Endspiel der Champions League erreicht. Real startete atemberaubend, scheiterte aber immer wieder an BVB-Keeper Weidenfeller.
Von Nils Lehnebach

Hamburg - José Mourinho wetzte durch seine Coaching-Zone, schrie Anweisung nach Anweisung Richtung Spielfeld und versuchte mehrfach, die Partie als Aushilfsballjunge zu beschleunigen. Doch alle Mühen des Real-Trainers waren vergebens, sein Team ist trotz eines 2:0 (0:0)-Sieges im Halbfinal-Rückspiel an Borussia Dortmund gescheitert. Der BVB hingegen hat seinen märchenhaften Lauf fortgesetzt und spielt am 25. Mai um den zweiten Champions-League-Titel seiner Vereinsgeschichte.

"Das war am Ende ein bisschen eng. Vorher hatten wir riesige Chancen gehabt. Wenn wir da ein Tor machen, ist das Ding gegessen", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp.

Im Wembley-Stadion dürfte es dann zum Duell mit dem FC Bayern kommen. Die Münchner sind nach ihrem 4:0-Erfolg im Hinspiel am Mittwoch (20.45 Uhr, ZDF, Liveticker SPIEGEL ONLINE) beim FC Barcelona gefordert.

Dortmund begann mit der gleichen Aufstellung wie beim 4:1-Hinspielsieg, also auch mit dem zuletzt fraglichen Lukasz Piszczek. Bei Madrid saß Sami Khedira zunächst nur auf der Bank.

Die Real-Profis hatten ihre Fans vor der Partie mit einem Video um Unterstützung gebeten . Und die Anhänger folgten. Ein Eckball in Minute zwei verursachte fast einen Platzsturm, ein Schuss deutlich über das Tor wenig später frenetischen Jubel. Und die Madrilenen wurden zügig zielstrebiger, in der vierten Minute tauchte Gonzalo Higuaín frei vor BVB-Torwart Roman Weidenfeller auf, konnte diesen aber nicht überwinden.

Drei Riesenchancen in vier Minuten

Bereits in der siebten Minute hatte Real seinen vierten Eckball, gefährlich wurden die Gastgeber dabei aber nicht. Doch die spektakulären Szenen reihten sich fast im Minutentakt aneinander. In der zwölften Minute scheiterte Robert Lewandowski mit einem Volleyschuss aus sechs Metern, im Gegenzug vergab Cristiano Ronaldo völlig frei vor Weidenfeller.

In Minute 14 musste Mario Götze mit Verdacht auf eine Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden, für ihn kam Kevin Großkreutz. Erneut nur 60 Sekunden später war plötzlich Mesut Özil frei vor dem BVB-Tor, schoss aber vorbei. Welch eine unglaubliche Startphase, ein 3:1 für Real zu diesem Zeitpunkt wäre nicht unverdient gewesen.

Anschließend beruhigte sich die Partie etwas, wurde dafür aber umso härter. Kaum ein Zweikampf endete ohne Grätsche oder Rempler, was auch an Schiedsrichter Howard Webb lag, der very british pfiff. So endete Halbzeit eins zwar mit vier Gelben Karten, aber ohne Tore, und damit für Dortmund ziemlich erfreulich.

BVB übersteht dramatische Schlussminuten

Und für die Gäste ging es gleich gut weiter, Lewandowski (49.) hatte direkt nach dem Wiederanpfiff eine Großchance, traf den Ball aus elf Metern aber nicht richtig. Der BVB stürmte immer weiter, nach einem optimal getimten Pass von Marco Reus war Lewandowski erneut frei, knallte den Ball aber gegen die Latte.

Mourinho wechselte anschließend offensiv, brachte Kaká und Karim Benzema für Higuaín und Fábio Coentrão. Trotz der neuen Stürmer waren es die Gäste, die sich Großchance um Großchance erspielten. Doch nach einem Zuspiel von Reus vergab auch Ilkay Gündogan (61.) freistehend aus kürzester Distanz.

Real fand nur ganz allmählich wieder den Weg in die Offensive, in der 71. Minute schlitterte Ángel di María am zweiten Pfosten mit einer Grätsche knapp am Ball vorbei. Auf der anderen Seite gönnte sich der BVB weiterhin den Luxus, Chance um Chance zu vergeben. Erneut war es Lewandowski (76.), der aus gut zehn Metern vergab.

Erst in der 83. Minute erlaubte sich die BVB-Defensive ihre erste folgenschwere Unachtsamkeit, Benzema erzielte nach einer Hereingabe von Özil das 1:0. Es war der Auftakt einer nervenaufreibenden Schlussphase, nur fünf Minuten später schoss Sergio Ramos aus kurzer Distanz das zweite Real-Tor. Nun fehlte den "Königlichen" nur noch ein Treffer zum Finaleinzug. Doch dieser fiel, auch in der fünfminütigen Nachspielzeit, nicht mehr.

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