Champions League Dortmund geht in Marseille unter, Bayer feiert Sieg

Bittere Niederlage für Borussia Dortmund: Der deutsche Meister verlor bei Olympique Marseille deutlich. Im Angriff vergab der BVB zu viele Chancen, in der Abwehr leistete er sich schwere Fehler. Eine schwache Leistung zeigte auch Bayer Leverkusen, doch es reichte zu einem Erfolg über Genk.

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Verkorkst. So wie die Saison bislang für Borussia Dortmund lief, so gestaltete sich auch das zweite Gruppenspiel des BVB in der Champions League bei Olympique Marseille. Bei den Franzosen unterlag der Deutsche Meister 0:3 (0:1) und bleibt in der Königsklasse ohne Sieg. Nach dem 2:1 (2:1)-Heimerfolg des FC Arsenal über Olympiakos Piräus ist der BVB mit nur einem Punkt Dritter hinter den Engländern (4 Punkte) und Marseille (6). Piräus ist noch ohne Punkt.

"Wer uns schlagen will, muss über sich hinauswachsen", hatte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp noch vor der Partie getönt. Nach dem Abpfiff schlich er mit versteinerter Miene über den Platz, quälte sich ein Lächeln beim Beglückwünschen des Gegners ab. "Zu Beginn der zweiten Halbzeit waren wir absolut am Drücker", so Klopp: "Aber wir haben uns die Niederlage letztlich selber zuzuschreiben."

Klopps Team stand nach dem Unentschieden zum Auftakt der Gruppenphase gegen Arsenal in Marseille bereits unter leichtem Druck. Entsprechend offensiv begann der Bundesligist. Doch aus seiner Überlegenheit vermochte der BVB zunächst keine Chancen zu kreieren, im Gegenteil: Die beste Möglichkeit hatte Marseille. Nach Hereingabe von Jérémy Morel stand Lucho Gonzalez an der Strafraumgrenze frei, schlug jedoch über den Ball.

Auf der anderen Seite hatte Mario Götze die erste Chance für Dortmund - und es war gleich eine riesengroße. Einen Pass von Marcel Schmelzer nahm Götze in der 19. Minute mit der Brust mit und zog aus kurzer Distanz ab, doch Marseilles Torwart Steve Mandanda parierte per Fuß. Eine Minute später machte es André Ayew im Gegenzug besser: Auf Vorlage von Loic Rémy ließ der Ghanaer aus halblinker Position BVB-Keeper Roman Weidenfeller mit einem Schuss ins lange Eck keine Chance. Dortmunds Abwehrspieler Neven Subotic und Lukasz Piszczek sahen dabei nicht gut aus.

Götze vergibt die Chancen zum Ausgleich

Das Tor war Gift für das Spiel. Denn die von Beginn an defensiv eingestellten und abwartenden Gastgeber zogen sich nun noch weiter zurück und ließen den BVB kommen. Wohlwissend, dass die Borussia kein Rezept hatte, das Olympique-Bollwerk zu knacken. Weder Götze noch Shinji Kagawa oder Kevin Großkreutz gelang es, Stürmer Robert Lewandowski in Szene zu setzen. Kapitän Sebastian Kehl und Sven Bender konnten dem BVB-Spiel aus dem defensiven Mittelfeld heraus kaum Impulse verleihen. Nur eine Dortmunder Standardsituation sorgte für Gefahr vor dem Tor der Franzosen, doch Mandanda parierte den Versuch von Piszczek (27.) im Anschluss an eine Schmelzer-Ecke.

Viel bekam die Dortmund Abwehr um Nationalspieler Mats Hummels ob der defensiven Einstellung Marseilles nicht zu tun. Und wenn doch, wirkte sie verunsichert. In der 38. Minute zog wieder Ayew aus halblinker Position ab, nahezu eine Kopie der Szene, die zum 1:0 führte. Doch dieses Mal hielt Dortmunds Torhüter den Schuss.

BVB-Coach Klopp schien in der Halbzeit die richtigen Worte gefunden zu haben. Denn nach dem Seitenwechsel trat sein Team deutlich dominanter und ideenreicher auf. Zunächst scheiterte Götze am rechten Pfosten des Olympique-Tors (50.), dann rettete Mandanda gegen den Nationalspieler (52.).

Marseille wirkte in dieser Phase angeschlagen. Auch, weil Dortmund nun viel besser in die Zweikämpfe kam und aggressiver zu Werke ging. Der Ausgleich schien nur eine Frage der Zeit - doch der Treffer fiel aus Sicht des BVB auf der falschen Seite. Nach einer völlig verunglückten Kopfballabwehr von Hummels nahm Rémy den Ball mit und ließ Weidenfeller aus rund acht Metern keine Chance.

Klopp reagierte, brachte Ivan Perisic und Jakub Blaszczykowski für Großkreutz und Kagawa. Doch anstatt damit neuen Schwung zu bekommen, erlitt Dortmund kurz nach den Auswechslungen den endgültigen K.o. Nach Foul von Kehl an Rémy im Strafraum der Borussia verwandelte Ayew den anschließenden Elfmeter sicher zum 3:0 (69.). Es war erst der vierte echte Patzer der BVB-Defensive - aber drei dieser Fehler führten zu Gegentoren. Eine Quote, die nicht reicht, um in der Champions League zu bestehen.

Olympique Marseille - Borussia Dortmund 3:0 (1:0)
1:0 A. Ayew (20.)
2:0 Rémy (62.)
3:0 A. Ayew (69./Foulelfmeter)
Marseille: Mandanda - Azpilicueta, Diawara, Nkoulou, Morel - Lucho Gonzalez (73. Amalfitano), A. Diarra, Kaboré - Valbuena, Rémy (71. J. Ayew), A. Ayew (89. Sabo)
Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, M. Hummels, Schmelzer - Kehl, S. Bender - Götze, Kagawa (63. Blaszczykowski), K. Großkreutz (63. Perisic) - Lewandowski (72. Barrios)
Schiedsrichter: Eriksson (Schweden)
Zuschauer: 26.142
Gelbe Karten: Morel - M. Hummels
Gelb-Rot: J. Ayew (90.+3/Unsportlichkeit)

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Hovac 28.09.2011
1. Ist
wie verhext, so habe ich mich schon lange nicht mehr aufgeregt. Solche Dödeltore. Immerhin haben sie nicht aufgegeben.
ndwai 28.09.2011
2. Dortmund: die europäische Lachnummer....
echt peinlich wie dusslig die sich anstellen. Dortmund bringt sich langsam, aber sicher, um die verdienten Sympathien Fußball-Deutschlands, nach einer überragenden Bundesligasaison mit hochverdienter Meisterschaft. Nachdem sie sich schon letztes Jahr in der Euro-League nicht mit Ruhm bekleckert haben, machen sie sich dieses Jahr lächerlich. Alle meckern über die Bayern, aber die reißen wenigstens international was, und zwar regelmäßig. Bleibt zu hoffen, daß Dortmund nicht Platz 5 in der laufenden Bundesligasaison erreicht, damit der hart erkämpfte 3. Platz in der UEFA-5-Jahreswertung nicht wieder flöten geht.
hfftl 28.09.2011
3. Verdiente Niederlage
Dieses ewige Versemmeln von Torchancen nervt inzwischen nur noch. Ein Verein, der das Problem seit langem kennen muss und trotzdem vor der Saison keinen Euro investiert hat, um es zu beheben, hat nichts anderes verdient als so eine Niederlage.
Mittelfeldmotor, 28.09.2011
4. Bayern das Maß aller Dinge!
Ob`s einem nun gefällt oder nicht(mir sicher nicht!!!), die Bayern sind in Deutschland und als deutscher Vertreter im Europacup nun einmal das Maß aller Dinge! Sorry, aber wer könnte sich bitte vorstellen, dass Bayern heute gegen Marseille -eine Mannschaft, die im Mittelfeld der franz. Liga dümpelt- mit 0:3 untergeht? Wenn`s darauf ankam und ankommt, ist der FC Bayern immer da! Es ist so schade, dass die Überraschungsmeister der BL, wie Stuttgart und Wolfsburg, dann in der CL dermaßen versagen. Wobei "Versagen" für den BVB auch wieder nicht das richtige Wort ist, denn sie haben ja gut gespielt und wenn Götze in der ersten Halbzeit die Buden macht und in der 2ten etwas weiter nach links schießt, dann... Zumindest hat Bayer04 etwas für die UEFA-5-Jahreswertung getan, selbst wenn sie sich gegen Genk nicht mit Ruhm bekleckerten! Wie Dortmund in ihrer auf dem Papier leichten Gruppe noch Zweiter(!) werden will ist fraglich. Den direkten Vergleich gegen Marseille haben sie schon verloren - es sei denn, sie gewinnen das Rückspiel 4:0... Also bleibt alles wieder an Bayern hängen. Schade, aber nicht zu ändern!
wetnoodle 29.09.2011
5. Tja, irgendwie habe ich es kommen sehen
Wenn die so weiter machen, werden sie aus der CL geprügelt wie letztes Jahr aus der EL. Aber Hauptsache Grosskreutz konnte kurz vor Anpfiff noch Kaugummi kauend Faxen machen...
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