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07. November 2013, 09:22 Uhr

Dortmund-Pleite gegen Arsenal

Ausgebremst von einem Feingeist

Von , Dortmund

In Dortmund macht sich nach der Niederlage gegen den FC Arsenal in der Champions League Ernüchterung breit. Die Wenger-Elf schaffte es mit Abwehrdisziplin, den BVB-Schwung fast komplett zu brechen. Für die beiden verbleibenden Partien muss Trainer Jürgen Klopp eine neue Strategie finden.

Nuri Sahin sah schwer mitgenommen aus, als er in die graue Novembernacht hinaustrat. Er sei "sehr traurig", sagte der Dortmunder Mittelfeldspieler nach dem 0:1 (0:0) gegen den FC Arsenal, es sei ein "bitterer Abend". Wer die Tabelle der Champions-League-Gruppe F nicht kannte, hätte meinen können, der Vorjahresfinalist sei gerade aus dem Wettbewerb geflogen. Ganz so dramatisch ist es noch nicht, aber Sahin machte deutlich, dass Dortmund an dieser Niederlage durchaus zu knabbern hat nach all den magischen Europapokalnächten, die in Dortmund fast zur Gewohnheit geworden sind.

An diesem Abend war nun so etwas wie Alltag eingekehrt. So wenig Spektakel hatte es lange nicht gegeben in einem Champions-League-Heimspiel des BVB. "Die positivste Nachricht ist, dass wir mit zwei weiteren Siegen in die nächste Runde einziehen", sagte Trainer Jürgen Klopp nach dem Abpfiff, aber das war auch vor der Partie schon klar gewesen. Interessanter war die Erkenntnis, dass die Dortmunder auf ein Team getroffen waren, das ein adäquates Mittel gegen das gefürchtete Gegenpressing des BVB gefunden hatte.

"Wenn sie im Mittelfeld den Ball erobern, sind sie sehr stark, das wollten wir verhindern", sagte Arsenals hervorragend gelaunter Innenverteidiger Per Mertesacker. Selten hat eine Mannschaft diesen Vorsatz in Dortmund so geschickt umgesetzt wie der FC Arsenal in diesem Spiel.

Arsenal befreit sich mit dem Tor des Tages

Eigentlich sind die Londoner mit ihrem feinsinnigen Trainer Arsène Wenger ja nicht gerade für ausgefeilte Defensivstrategien bekannt, aber neuerdings beherrscht das Team offenbar auch die Kunst, Tempo aus dem Angriff des Gegners zu nehmen. "Wir haben eine neue Stabilität in der Defensive hinzugewonnen, das hat uns in den vergangenen Jahren gefehlt, das kann den Unterschied ausmachen", sagte Tomas Rosicky und Wenger ergänzte: "Wir haben taktisch reif gespielt, keine großen Fehler gemacht, und wir haben Geduld gehabt."

Eigentlich hatte der BVB nur eine kurze gute Phase in der zweiten Halbzeit, während der es gelang, den FC Arsenal über mehrere Minuten unter Druck zu setzen. Doch aus dieser Situation befreiten sich die Engländer mit dem Tor des Tages. Sokratis, der den verletzten Mats Hummels vertrat, verlor den Ball 20 Meter vor dem Strafraum, gegen den starken Rosicky, Olivier Giroud flankte und Aaron Ramsey köpfte das 1:0 (62. Minute).

Anschließend griffen die Londoner ein paar Minuten lang energisch an und hatten Gelegenheiten zum 2:0, "besonders in der zweiten Hälfte waren wir sehr gut", sagte Wenger. Auch weil das Hauptmerkmal der Darbietung des FC Arsenal immer erkennbar blieb: Ein kluges Defensivspiel, das darauf angelegt war, den Dortmunder Heimspielschwung gar nicht erst zur Entfaltung kommen zu lassen. In den gesamten 90 Minuten hatte der BVB nur eine wirklich klare Möglichkeit, als Henrich Mchitarjan zentral vor dem Tor zum Schuss kam, den Ball aber knapp neben den Pfosten setzte (37.).

Vierte Niederlage mit Klopp an der Seitenlinie

Zwar fand Klopp, dass sein Team grundsätzlich gut gespielt hatte: Die Intensität im Mittelfeld war hoch, es war durchaus zu sehen, dass sich hier zwei hoch veranlagte Teams bekämpften. Aber die meisten Dortmunder Angriffsversuche wurden nicht bis zur finalen Abschlusssituation ausgespielt. "Wir hatten viele Super-Momente, haben es aber nicht geschafft, daraus gute Torchancen zu machen", sagte Klopp. "Das fühlt sich ungerecht an", aber Fußball sei nun einmal ein "Ergebnissport".

Am Ende hatten die Gäste auch noch ein wenig Glück, als Metersacker derart an Robert Lewandowski herumgezerrt hatte, dass kein Londoner sich über einen Elfmeter hätte beschweren können. "Aber in der dritten Minute der Nachspielzeit wollte der Schiedsrichter nur noch einen ganz klaren Strafstoß pfeifen, das ist menschlich", sagte Klopp.

Saisonübergreifend ist dies für den BVB die vierte Champions-League-Niederlage in Folge gewesen, wenn der Cheftrainer an der Außenlinie stand. Gewonnen hat das Team nur die beiden Partien, in denen Assistent Zeljko Buvac den gesperrten Klopp vertrat. Gelten lassen möchte in Dortmund diesen Einwand niemand. Als Gegenbeweis bleiben Klopp bis Weihnachten noch zwei Partien, ansonsten kehrt tatsächlich Alltag ein - Liga-Alltag.

Borussia Dortmund - FC Arsenal 0:1 (0:0)
0:1 Ramsey (62.)
Dortmund: Weidenfeller - Großkreutz, Sokratis, Subotic, Schmelzer - Sahin, Bender (75. Hofmann) - Blaszczykowski (74. Aubameyang), Mchitarjan, Reus (86. Schieber) - Lewandowski
Arsenal: Szczesny - Sagna, Mertesacker, Koscielny, Gibbs - Ramsey, Arteta - Cazorla (75. Monreal), Özil, Rosicky (90.+1 Vermaelen) - Giroud (90.+1 Giroud)
Schiedsrichter: Kuipers (Niederlande)
Zuschauer: 65.829 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Lewandowski - Arteta

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