Champions League England feiert Rooney, Kaká ist frustriert

England ist elektrisiert: Das ganze Land träumt von einem englischen Champions-League-Finale - und ist dementsprechend entzückt über ManU-Stürmer Wayne Rooney. Doch dieser warnt vor dem AC Mailand. Bei den Italienern regiert der Frust über die späte Pleite.

Manchester - "Vergesst Kaká - ManU hat den wahren Kracher!", titelte das Massenblatt "The Sun" nach dem 3:2 (1:2) von Manchester United im Halbfinal-Hinspiel gegen den AC Mailand, und selbst die sonst eher nüchterne "Times" geriet nach dem Auftritt des bulligen Stürmers ins Schwärmen: "Rooney hält die Träume vom ersten rein englischen Endspiel am Leben."

ManU-Torschütze Rooney (r.): "Immer wieder angreifen"

ManU-Torschütze Rooney (r.): "Immer wieder angreifen"

Foto: AFP

Nach seinem Siegtor in der ersten Minute der Nachspielzeit hofft Rooney nun auf den ersten Triumph von Manchester in der Champions League seit dem Sieg im Finale vor acht Jahren gegen Bayern München. Es werde jedoch "erstmal ein hartes Stück Arbeit, im Rückspiel den Einzug ins Finale perfekt zu machen", sagte Rooney. Dort wäre entweder der FC Chelsea mit Michael Ballack oder der FC Liverpool der Gegner. Beide Teams stehen sich am Abend (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) gegenüber. Ein Sonderlob bekam Rooney von Teammanager Alex Ferguson. "Er war brillant. Diese Spieler braucht man, um solche Höhen zu erreichen", erklärte Ferguson. Man habe die Klasse, das Finale am 23. Mai zu gewinnen, so der Trainer.

Ferguson hatte nach Aussage Rooneys nach dem zwischenzeitlichen 1:2-Rückstand gefordert, "immer wieder anzugreifen, immer wieder nach vorn zu gehen, wir würden schon die Tore machen". Für den 21-Jährigen war die Galavorstellung gegen Milan zudem erneute Werbung in eigener Sache. Kritiker hatten ihm noch vor einem Monat seine Torflaute im internationalen Wettbewerb vorgehalten. Seit Dezember 2004 war Rooney erfolglos geblieben, als er bei seinem ManU-Debüt drei Tore gegen Fenerbahce Istanbul erzielt hatte. Im Champions-League-Viertelfinale beendete er die Durststrecke dann nach mehr als zwei Jahren und erzielte in Hin- und Rückspiel jeweils einen Treffer.

Bei Milan wurden hingegen Erinnerungen an die Endspiel-Schmach vor zwei Jahren wach, als das Team gegen den FC Liverpool nach 3:0-Führung noch im Elfmeterschießen verloren hatte. "Wir haben wieder eine große Chance vergeben. Das darf einfach nicht passieren", ärgerte sich der Brasilianer Kaká, der am Ende trotz seiner beiden Treffer frustriert war. "Bitter! Rooney verdirbt dem AC einen großen Abend", schrieb die Zeitung "La Repubblica".

Trotz der Niederlage in letzter Minute hat der 17-malige italienische Meister, der im Viertelfinale den FC Bayern ausgeschaltet hatte, die Hoffnung auf den Einzug ins Endspiel aber noch nicht aufgegeben. "Noch ist nichts verloren. Wir haben die Qualität und die Moral, zurückzuschlagen", erklärte Milan-Coach Carlo Ancelotti und kündigte ManU für das Rückspiel in San Siro einen "großen Kampf" an.

Manchester United - AC Mailand 3:2 (1:2)
1:0 Dida (5., Eigentor)
1:1 Kaká (22.)
1:2 Kaká (37.)
2:2 Rooney (59.)
3:2 Rooney (90.+1)
Manchester: van der Saar - O'Shea, Brown, Heinze, Evra - Fletcher, Carrick, Scholes - Cristiano Ronaldo, Rooney, Giggs. - Trainer: Ferguson
Mailand: Dida - Oddo, Nesta, Maldini (46. Bonera), Jankulovski - Gattuso (53. Brocchi), Pirlo, Ambrosini, Seedorf - Kaká - Gilardino (84. Gourcuff). - Trainer: Ancelotti
Schiedsrichter: Kyros Vassaras (Griechenland)
Zuschauer: 73.820
Gelbe Karten: Evra (3), Giggs - Kaka, Bonera

goe

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