Bayerns Sieg bei Roter Stern Belgrad Und dann dreht Lewandowski auf

In 15 Minuten vier Treffer erzielt - so schnell wie Bayerns Robert Lewandowski war in der Champions League noch niemand. Sein Klub darf im Achtelfinale nun auf einen vermeintlich schwächeren Gegner hoffen.

Sven Hoppe/dpa

Der FC Bayern wird die Gruppenphase der Champions League als Gewinner der Gruppe B beenden. Im vorletzten Vorrundenduell setzte sich der Fußball-Bundesligist 6:0 (1:0) bei Roter Stern Belgrad durch. Leon Goretzka gelang beim fünften Sieg im fünften Spiel das Münchner Führungstor (14. Minute), es war sein erster Champions-League-Treffer überhaupt.

Robert Lewandowski erzielte per Handelfmeter (53.), aus kurzer Distanz (60.), per Kopfball (64.) und nach einem schönen Spielzug (67.) vier weitere Treffer, für ihn waren es die Tore sieben, acht, neun und zehn in der Königsklasse - allein in dieser Saison. Für den Endstand sorgte Corentin Tolisso (89.)

Das Achtelfinale hatten die Bayern bereits vor Anpfiff sicher, und so nahm der vorübergehende Bayern-Trainer Hansi Flick in seiner vierten Partie erstmals größere Veränderungen vor: Joshua Kimmich, Thomas Müller und Serge Gnabry blieben zu Beginn auf der Bank. Das sollte sich nicht als Nachteil erweisen, besonders Goretzka war auffällig. Neben seinem Kopfballtreffer zum 1:0 nach Vorarbeit von Philippe Coutinho hatte Goretzka eine weitere gute Möglichkeit bei einem Distanzschuss (16.), zudem bereitete der 24-Jährige per Steilpass eine Großchance von Lewandowski vor (7.).

Hoch in der Luft: Leon Goretzka bei seinem Kopfballtreffer in der 14. Minute
Srdjan Stevanovic / Getty Images

Hoch in der Luft: Leon Goretzka bei seinem Kopfballtreffer in der 14. Minute

Trotz klarer Überlegenheit musste der FC Bayern aber bis zur 53. Minute auf das 2:0 warten. Das war dann auch der Startschuss der großen Lewandowski-Show: Innerhalb von 14 Minuten und 31 Sekunden erzielte der 31-Jährige vier Treffer, so viele Tore in einem Spiel waren ihm in seiner Münchner Champions-League-Karriere bisher noch nicht gelungen; für Borussia Dortmund erzielte der Angreifer allerdings bereits 2013 vier Treffer im Halbfinale der Königsklasse gegen Real Madrid. Lewandowskis Tore in Belgrad waren zudem die schnellsten vier Treffer eines Profis in einem Spiel der Champions League. Lewandowski steht nun bei 27 Treffern in 20 Pflichtspielen in dieser Saison.

Dank des Gruppensiegs wird der FC Bayern bei der Auslosung am 16. Dezember gesetzt sein und einen Gruppenzweiten als Achtelfinal-Gegner bekommen; das muss allerdings nicht immer ein Vorteil sein. In der Vorsaison traf der Rekordmeister als Gruppensieger auf den FC Liverpool und späteren Gewinner des Wettbewerbs.

Im letzten Gruppenspiel empfangen die Münchner den Premier-League-Klub Tottenham (11. Dezember) mit dem neuen Trainer José Mourinho, das Hinspiel in London hatte der FC Bayern sensationell 7:2 gewonnen. Roter Stern würde mit einem Remis gegen Piräus in die Europa League einziehen.

Roter Stern Belgrad - Bayern München 0:6 (0:1)
0:1 Goretzka (14.)
0:2 Lewandowski (53.)
0:3 Lewandowski (60.)
0:4 Lewandowski (64.)
0:5 Lewandowski (67.)
0:6 Tolisso (89.)
Roter Stern: Borjan - Gobeljic, Milunovic, Degenek, Rodic - Canas (61. Vulic), Petrovic (76. Ivanic) - Vukanovic, Marin, García (69. Pankov) - Boakye
Bayern München: Neuer - Pavard, Martínez (68. Kimmich), Boateng, Davies - Thiago - Coman, Goretzka, Tolisso, Coutinho (61. Perisic) - Lewandowski (77. Müller)
Gelbe Karten: Milunovic / -
Schiedsrichter: Kuipers (Niederlande)
Zuschauer: 50.000

jan

insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
privatecandiru 26.11.2019
1. Lewi hatte wohl schon 4 Tore in einem CL Spiel erzielt
Und zwar 4 Tore für Borussia Dortmund gegen Real Madrid im CL Halbfinale 2013. Als Sportjournalist müsste man das eigentlich wissen...
hwdtrier 26.11.2019
2. Unentbehrlicher
Hansi Flick. 2014 war er der entscheidende Mann hinter Loew. Als er wegging gings mit der NM und Löw den Bach runter. Jetzt bringt er Bayern die Tugenden der NM 2014 bei.
cmann 27.11.2019
3. Was will man mehr?
Offensichtlich funktioniert die Trainerkombination Hansi Flick und Herrmann Gerland samt dem ganzen Trainerstab beim FCB in der BL und CL ganz gut. Null Gegentore unter der Regie von Flick, passt schon. Man vergisst allzu oft das Flick einen großen Anteil als Co-Trainer am erfolgreichen Abschneiden der NM mit seinem Taktikverständnis unter Jogi Löw hatte. Flick hat es offensichtlich geschafft mit seiner Art der Mannschaft wieder Leben einzuhauchen. Bayern ist gut beraten ihn zumindest bis zum Sommer als Chef-Trainer zu behalten. Was die Zukunftsplanung der Chefetage betrifft muss er wohl ein eigenes Konzept vorstellen um KHR zu überzeugen und weitzer im Amt zu bleiben.
peterkausb 27.11.2019
4. Suppa Bayern
Wer hat den noch Lust diesem Schaulaufen zuzusehen, wenn man doch weiß, das es gegen die großen Teams wieder nicht reichen wird ? Bei allen anderen deutschen Vereinen, außer Vizekusen, fiebere ich mit. Sie vermitteln nach außen, und ihren Fans gegenüber, nicht nicht den Eindruck zu den europäischen Top Teams zu gehören- sie geben das maximale- und scheitern ehrlich. Die Bayern haben aber zu oft abgeklärt enttäuscht. Da sag ich mir doch: Wenn sie nicht wollen (obwohl sie könnten) , spielt doch für euch allein -ihr seids ja ihr- und mehret den Umsatz. Hoffentlich wachen die FCB Fans nicht mal auf .
dashuhn242 27.11.2019
5.
Zitat von privatecandiruUnd zwar 4 Tore für Borussia Dortmund gegen Real Madrid im CL Halbfinale 2013. Als Sportjournalist müsste man das eigentlich wissen...
Nicht binnen 15min. Als "Sport"forist müsste man das eigentlich wissen....
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