Klopp schlägt Tuchel Liverpool feiert Last-minute-Sieg über Paris Saint-Germain

Champions League, wie sie sein sollte: Der FC Liverpool und PSG haben sich zum Auftakt der Königsklasse ein packendes Duell geliefert. Der Siegtreffer fiel in der Nachspielzeit.
Feiernde Liverpool-Profis

Feiernde Liverpool-Profis

Foto: Julian Finney/ Getty Images

Der FC Liverpool hat das Top-Spiel des ersten Spieltags in der Champions League gewonnen. Die Mannschaft von Jürgen Klopp bezwang das von Thomas Tuchel trainierte Paris Saint-Germain 3:2 (2:1). Daniel Sturridge (30. Minute) und James Milner per Foulelfmeter (36.) trafen für die Gastgeber, für PSG glichen Thomas Meunier (40.) und Kylian Mbappé (83.) aus. In der Nachspielzeit gelang Roberto Firmino der Siegtreffer (90+2.).

Das Anfield-Stadion in Liverpool wird als mythischer Ort beschrieben, an dem Mannschaft und Fans gemeinsam solche Energie entfachen können, dass selbst stärkste Gegner geradezu überrannt werden. Dass der Mythos nicht von ungefähr kommt, hat nun auch PSG erfahren.

Ob beim Verteidigen oder im Angriff, Liverpool spielte derart intensiv, dass die in der Ligue 1 selten geforderten Franzosen oft das Nachsehen hatten. Bis zur ersten Chance durch Liverpools Virgil van Dijk dauerte es sechs Minuten, allein in der ersten Viertelstunde gaben die Reds vier Schüsse ab. Gerade als Paris das Spiel unter Kontrolle zu kriegen schien, fiel das 1:0.

Sturridge köpfte eine Flanke von Andrew Robertson an PSG-Torwart Alphonse Areola vorbei ins Tor. Ausgerechnet Sturridge, ließe sich anfügen; der 29-Jährige stand überraschend anstelle von Starstürmer Roberto Firmino in der Startelf, es war das erste Mal seit Februar, dass er von Beginn an spielen durfte.

Während sich Paris meist in Person von Neymar festdribbelte und vom Tuchel'schen Positionsspiel wenig zu sehen war, legten die Reds nach: Milner traf mit einem genau getretenen Strafstoß zum 2:0, nachdem zuvor Ex-Bayern-Profi Juan Bernat Liverpools Georginio Wijnaldum im Strafraum touchiert hatte. Während über das 2:0 also diskutiert werden konnte, hätte das 2:1 wohl nicht zählen dürfen.

Meuniers sehenswerter Direktabnahme mit links - der Belgier ist eigentlich Rechtsfuß - ging ein Torversuch Edinson Cavanis voraus, der dabei aber im Abseits stand. Das Eingreifen des PSG-Stürmers wurde aber nicht abgepfiffen. Anders als Klopp, der Liverpools Treffer lautstark und gestenreich gefeiert hatte, versuchte Tuchel seine Spieler unmittelbar nach dem Tor zu beruhigen. Allerdings mit geringem Erfolg.

Paris leistete sich gegen die starke Liverpooler Defensive zu viele Ballverluste, um sich klare Chancen zu erspielen. Die beste Gelegenheit neben dem Meunier-Treffer resultierte nicht zufällig aus einem Eckball, nach dem Mbappé knapp über das Tor schoss (34.). Es brauchte schon einen Fehlpass von Mohamed Salah in der eigenen Hälfte für den zweiten PSG-Treffer. Neymar beschleunigte das Spiel, brachte den Ball zu Mbappé, sein Tor zum 2:2 schien Paris das glückliche Remis zu sichern.

Glücklich, weil Liverpool nicht nur mehr Ballbesitz hatte als die Gäste, sondern auch die besseren Chancen. Sturridge scheiterte an Areola (58.), Salah verfehlte das Tor (72.), am Ende wurde aber trotzdem gejubelt, als der eingewechselte Roberto Firmino mit einem Schuss ins lange Eck traf.

FC Liverpool - Paris Saint-Germain 3:2 (2:1)
1:0 Sturridge (30.)
2:0 Milner (36., Foulelfmeter)
2:1 Meunier (40)
2:2 Mbappé (83.)
3:2 Roberto Firmino (90+2.)
Liverpool: Alisson - Alexander-Arnold, van Dijk, Gomez, Robertson - Milner, Henderson, Wijnaldum - Salah (85., Shaqiri), Sturridge (72. Roberto Firmino), Mané (90+3. Fabinho)
PSG: Areola - Meunier, Thiago Silva, Kimpembe, Juan Bernat - Marquinhos - Rabiot , di Maria (80. Choupo-Moting) - Mbappé , Cavani (80. Draxler), Neymar
Schiedsrichter: Cakir (Türkei)
Zuschauer:
52.478
Gelbe Karten: van Dijk / Meunier


Roter Stern Belgrad - SSC Neapel 0:0

Napoli kontrollierte die Partie in Belgrad und kam unter anderem durch Lorenzo Insigne (18.), Arkadiusz Milik (28.), Piotr Zielinski (60.) und José Callejón (68.) auch zu guten Chancen. Doch dem Team von Ex-Bayern-Trainer Carlo Ancelotti wollte gegen gut verteidigende Gastgeber und einen starken Torwart Milan Borjan schlicht kein Tor gelingen.

Roter Stern Belgrad - SSC Neapel 0:0 (0:0)
Roter Stern: Borjan - Stojkovic, Savic, Degenek, Rodic - Jovicic (56. Jovancic), Krsticic - Ben, Causic, Marin (88. Simic) - Boakye (81. Pavkov)
Neapel: Ospina - Hysaj, Koulibaly, Albiol, Mario Rui - Allan (61. Mertens), Fabian, Zielinski (76. Hamsik) - Insigne, Milik, Callejón
Schiedsrichter: Marciniak (Polen)
Zuschauer: 55.000
Gelbe Karten: Krstici, Degenek / Allan, Albiol

mon/sak
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