Champions-League-Finale Barça bejubelt Triumph über Manchester

Was für eine Demonstration des FC Barcelona: Im Finale der Champions League führten die Spanier Manchester United vor, sicherten sich souverän den Titel. Die Engländer hielten nur eine Viertelstunde mit und bekamen einen Spieler nie in den Griff - Barças Superstar Lionel Messi.

AP

Hamburg - Sie waren enttäuscht, natürlich. Doch wirklich ärgern, so schien es, konnten sich die Spieler von Manchester United kurz nach dem Schlusspfiff kaum. Zu überlegen war der FC Barcelona im Endspiel der Champions League. Zu wenig Chancen hatten die Engländer in der Neuauflage des Finals von 2009 gegen einen Gegner, der getrost als die derzeit beste Mannschaft der Welt bezeichnet werden darf. Sky-Experte Stefan Effenberg brachte es nach dem 3:1 (1:1)-Sieg auf den Punkt: "Was Barcelona gezeigt hat, war Fußball von einem anderen Stern."

Pedro (27. Minute), Lionel Messi (54.) und David Villa (69.) bescherten Barça den insgesamt dritten Titel in der Königsklasse. Wayne Rooney (34.) hatte zwischenzeitlich für Manchester ausgeglichen, das im mit 87.695 Zuschauern ausverkauften Londoner Wembley-Stadion zunächst erfolgreich Barcelonas Zauber-Fußball unterbunden hatte. Der englische Meister setzte den spanischen von Beginn an unter Druck, attackierte das Team von Trainer Josep Guardiola bereits in dessen Hälfte. Und hätte Barças Torwart Víctor Valdés in der achten Minute an der Strafraumgrenze nicht per Faust vor dem heranstürmenden Rooney geklärt, Uniteds Anfangsoffensive wäre mit dem Führungstreffer belohnt worden.

Eine Viertelstunde ging das so, dann hatte Barcelona genug von den aus Sicht der Spanier lästig-aggressiven Engländern. Nach Flanke von Xavi besaß Pedro die erste Barça-Chance (16.), verzog jedoch knapp. Es war das Startsignal für eine Phase, in der ManUnited von Barcelona förmlich an die Wand gespielt wurde. Zweimal vergab Villa (20./21.) für die Spanier, anschließend klärte Manchesters Verteidiger Nemanja Vidic in höchster Not vor dem einschussbereiten Messi (22.).

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CL-Triumph: Barças Ballkünstler im Feierrausch
Barças Führungstreffer war nur eine Frage der Zeit - und er fiel. Regisseur Xavi lief in zentraler Position mit dem Ball in Richtung United-Tor, zog drei Gegenspieler auf sich und passte unter Druck mit dem Außenrist auf den freistehenden Pedro. Der 23-Jährige ließ Manchesters Keeper Edwin van der Sar mit einem Flachschuss aus rund 15 Metern ins rechte untere Eck keine Abwehrchance.

ManUnited schien schockiert. Nichts deutete darauf hin, dass das Gegentor die Engländer aus ihrer Lethargie gerissen hätte. Doch sie schlugen überraschend zurück. Nach Ballverlust von Barça und Doppelpass mit dem knapp im Abseits stehenden Ryan Giggs zog Rooney aus rund elf Metern ab und traf aus zentraler Position ins linke obere Eck. Víctor Valdés streckte sich vergebens.

United-Keeper van der Sar patzt bei Messis Führungstreffer

Im Gegensatz zu Manchester wirkte Barcelona durch dieses Gegentor nicht schockiert, war anschließend weiter spielbestimmend. Doch den Aktionen der Spanier fehlte die Präzision, um van der Sar ernsthaft in Gefahr bringen zu können. Die vielen Pässe brachten zwar Raumgewinn, aber keine Chancen.

Nach dem Seitenwechsel zunächst das gleiche Bild: Barcelona dominant, aber zu ungefährlich. Und es wäre wohl erst einmal beim 1:1 geblieben, wenn van der Sar nach der starken Fußabwehr gegen Dani Alves (52.) auch zwei Minuten später richtig gestanden hätte. Doch bei Messis Schuss aus knapp 20 Metern war der Niederländer ein wenig zu weit links positioniert und musste den Ball passieren lassen.

Ein Gegentor der Kategorie "haltbar" in van der Sars letztem Spiel als Profi. Der 40-Jährige beendete mit diesem Finale seine Karriere. Und er wird sich in Zukunft wohl nicht gerne an diese Partie erinnern. Denn sein Team war nach dem Treffer von Messi völlig chancenlos. Barcelona machte mit United, was es wollte. Ein Tor nach Messis Hackentrick (65.) wäre die Krönung gewesen, doch Fabio klärte für den geschlagenen van der Sar auf der Linie.

Vier Minuten später war jedoch die komplette United-Mannschaft machtlos. Nach feiner Einzelleistung des überragenden Messi und Vorlage von Sergio Busquets schlenzte Villa den Ball von der Strafraumgrenze in den rechten Winkel. Es war die Entscheidung. Barça verteidigte seine Führung routiniert und feierte nach dem Schlusspfiff den dritten Champions-League-Titel binnen fünf Jahren. "Es ist unmöglich, noch glücklicher zu sein. So zu gewinnen, ist wunderbar", sagte Villa.

Für die Spanier war es nach 1992 (damals noch Europapokal der Landesmeister), 2006 und 2009 der vierten Erfolg im wichtigsten Wettbewerb des europäischen Club-Fußballs. Damit zog Barcelona mit Bayern München und Ajax Amsterdam gleich. Mehr Titel haben nur Real Madrid (9), der AC Mailand (7) und der FC Liverpool (5) geholt.

FC Barcelona - Manchester United 3:1 (1:1)
1:0 Pedro (27.)
1:1 Rooney (34.)
2:1 Messi (54.)
3:1 Villa (69.)
Barcelona: Valdes - Alves (88. Puyol), Mascherano, Pique, Abidal - Busquets - Xavi, Iniesta - Pedro (90.+2 Afellay), Messi, Villa (86. Keita)
Manchester: van der Sar - Fabio (69. Nani), Ferdinand, Vidic, Evra - Carrick (77. Scholes), Giggs - Valencia, Park - Rooney, Chicharito
Schiedsrichter: Kassai (Ungarn)
Zuschauer: 87.695 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Alves (2), Valdes - Carrick, Valencia

insgesamt 50 Beiträge
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Seite 1
Tahlos 28.05.2011
1. was für eine peinliche Berichterstattung in Sat1
es reichte wenn man mal 5 min reingeschaltet hatte, um diesen Männerporno für Moderatoren abzuhaken. Jedes "gefühlte" zweite Wort des Kommentatoren war ein gestöhntes "MMMMääässsiiii". Und dieser Eindruck reichte im Zweifel dann auch schon um sich schnell wieder auszuklinken.
tubolix 28.05.2011
2.
naja - ein handelfmeter 10 minuten vor schluss hätte vlt nochmal für spannung sorgen können. dennoch gibt es am ausgang der party nichts zu deuteln.
Reziprozität 28.05.2011
3. .
Zitat von sysopWas für*eine Demonstration des FC Barcelona: Die Spanier führten Manchester United im Finale der Champions League vor, sicherten sich souverän den Titel. Die Engländer hielten nur eine Viertelstunde mit und bekamen einen Spieler nie in den Griff - Barças Superstar Lionel Messi. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,765502,00.html
Die Erwartungen an diesen Final waren gross, aber sie wurden alle erfüllt. Die zwei besten Vereinsmannschaften Europas lieferten sich einen denkwürdigen Fight. Ferguson widerstand der Versuchung Abwehrbeton a la Mourinho anzurühren und er tat gut daran. Der Bessere hat gewonnen, aufgestellt von dem jetzt schon genialen Guardiola. ManU als Unterlegene waren faire Verlierer. Messi einmal mehr der Matchwinner, bleibt nur die Frage wann es denn mal ein argentinisches Nationalteam geben wird, das diesen Ausnahmespieler adäquat in sein Team integrieren kann.
luca duca conte 29.05.2011
4. morinho ...
klarer nichtgepfiffener Handselfer. i hate em!
Koltschak 29.05.2011
5. Ja, leider sehr einseitig....
...da hat es Inter im letzten Jahr besser gemacht! ManU hatte ja nicht den geringsten Hauch einer Chance. Und Edwin war auch total von der Rolle. Zwei der drei Tore waren absolut haltbar! ManU sollte sich Neuer und holen und dann rollen auch die Titel! Barcelona hat zu Recht gewonnen. Überzeugend...!
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