Champions-League Gereizte Stimmung beim BVB

Vor der Champions-League-Begegnung zwischen Dortmund und dem frisch gekürten russischen Meister Lokomotive Moskau liegen beim Deutschen Meister die Nerven blank. Zu allem Übel verpasste jetzt auch noch ein Dortmunder Profi den Flieger gen Osten.


Matthias Sammer: "Kein Gift und keine Galle mehr in den Augen"
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Matthias Sammer: "Kein Gift und keine Galle mehr in den Augen"

Dortmund- "Ich sehe kein Gift und keine Galle mehr in den Augen meiner Spieler, sondern nur noch Selbstzufriedenheit", klagte Borussen-Trainer Matthias Sammer. "Die Selbstzufriedenheit war schon immer unser größter Feind. Der will sich nun wieder einschleichen - das müssen wir verhindern", fügte er vor der Champions-League-Begegnung gegen Lokomotive Moskau am Dienstag (18.45 Uhr, Live-Ticker in SPIEGEL ONLINE) hinzu.

Seit dem 2:1-Erfolg gegen Arsenal London ist dem amtierenden Deutschen Meister nicht mehr viel gelungen. Zuletzt hagelte es Pleiten gegen den Hamburger SV (1:1), den SC Freiburg (0:3) im Pokal, Bayern München (1:2) und am Samstag in Wolfsburg (0:2). Kein Wunder, dass das Selbstwertgefühl der Dortmunder Spieler derzeit im Keller ist. Die an Tomas Rosicky gerichtete Frage eines russischen Journalisten, was er sich in Moskau kaufen würde, beantworte der BVB-Spielmacher beispielsweise mit: "Drei Punkte - wenn es möglich wäre."

Kehl verpasst den Flieger

Verärgert zeigte sich die Vereinsführung indes über Sebastian Kehl. Der Nationalspieler hatte verschlafen und deshalb am Morgen seinen Flieger in die russische Hauptstadt verpasst. "Das ist eine Undiszipliniertheit sondergleichen. Er bekommt eine Geldstrafe", tobte Borussias Sportmanager Michael Zorc. Kehl, der am Abend mit einer späteren Maschine in Moskau eintraf, muss den Flug nun offenbar aus eigener Tasche zahlen. Matthias Sammer wollte sich noch nicht festlegen, welche Disziplinarmaßnahmen der Ex-Freiburger zu erwarten hat. "Das Gebot der Fairness gebietet es, dass ich zunächst mit Kehl darüber spreche."

Für das Spiel gegen die Russen werden Temperaturen bis Minus zehn Grad Celcius erwartet, was Matthias Sammer vor dem Abflug zu der Aussage veranlasste: "Wenn es dort jemandem zu kalt ist, dann soll er das sagen. Der kann dann gerne in Dortmund bleiben".

Die voraussichtlichen Aufstellungen:
Lokomotive Moskau: Owtschinnikow - Nijegorodow, Paschinin, Sennikow - Ignaschewitsch - Jewsejew, Loskow, Maminow, Leksetho - Julio Cesar, Obiorah
Borussia Dortmund: Lehmann - Reuter, Wörns, Metzelder, Dede - Frings, Kehl, Heinrich - Rosicky - Koller, Ewerthon
Schiedsrichter: Temmink (Niederlande)



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