Inter besiegt Gladbach dank Lukaku Alle wissen, was passiert, niemand kann es verhindern

Gladbacher Fans erinnerten in der Nacht vor dem Spiel gegen Inter lautstark an den Büchsenwurf vom Bökelberg im Jahr 1971. Die Mailänder waren trotzdem hellwach, vor allem Stürmer Romelu Lukaku.
Im Hinspiel zwei Tore, im Rückspiel zwei Tore: Romelu Lukaku

Im Hinspiel zwei Tore, im Rückspiel zwei Tore: Romelu Lukaku

Foto:

INA FASSBENDER / AFP

Eine verrückte Gruppe: Nach fünf Spieltagen in der Champions League führt Mönchengladbach die Gruppe B vor Schachtar Donezk, Real Madrid und Inter Mailand an. Das war nach der Auslosung so nicht zu erwarten. Kommende Woche können alle vier Teams noch weiterkommen. Der Borussia reicht dann ein Remis bei Real für den Einzug ins Achtelfinale.

Das Ergebnis: Die Gladbacher haben das erste Endspiel ums Achtelfinale 2:3 (1:1) verloren, hier geht es zum Spielbericht.

Kein Böllerverbot in Mönchengladbach: In Deutschland wird diskutiert, ob es wegen der drohenden Menschenansammlungen an Silvester Feuerwerk geben darf. In Mönchengladbach hatten ein paar vermeintliche Borussia-Fans noch ein paar Batterien vom vergangenen Jahr übrig. Sie störten die Nachtruhe der Mailänder gegen 4 Uhr, die im Spiel aber wach wirkten.

Büchsenwurf vom Bökelberg: Mit Revanchen im Sport ist es so eine Sache. Die Gladbacher schieden 1971 gegen Inter im Europapokal der Landesmeister aus. Büchsenwurf vom Bökelberg, Roberto Boninsegna, 7:1, Wiederholungsspiel – sie wissen schon. Trainer Marco Rose ist Jahrgang 1976, und doch wird in Mönchengladbach vereinzelt von einer Revanche gesprochen. Die nächtlichen Feuerwerker legten leere Cola-Dosen vor das Inter-Hotel und zeigten ein Transparent mit der Aufschrift "Ricordati, Inter (Erinnere dich, Inter), Things go better with Coke". Was für eine zündende Idee.

Erste Hälfte: Inter-Trainer Antonio Conte hatte am vergangenen Spieltag in der Serie A einige Stammspieler geschont, darunter Romelu Lukaku. Das Signal war deutlich: Nach zwei Punkten aus vier Partien in der Champions League wollten die Mailänder unbedingt gewinnen. Eine halbe Stunde lang ging Contes Konzept auf, nicht nur wegen des Tores von Matteo Darmian (17. Minute) war Inter das bessere Team. Doch Gladbach wurde besser, Stefan Lainer (36.) und Marcus Thuram (37.) scheiterten noch, ehe Alassane Pléa nach einer Flanke von Inter-Leihspieler Valentino Lazaro per Kopf zum Ausgleich traf (45.+1).

Romelu Lukaku (M.) versetzt Tony Jantschke (l.)

Romelu Lukaku (M.) versetzt Tony Jantschke (l.)

Foto:

INA FASSBENDER / AFP

Jantschke vs. Lukaku: Tony Jantschke spielt seit 2006 für die Borussia. Nach 227 Bundesliga-Spielen ist der Abwehrspieler nicht mehr erste Wahl. Da Nico Elvedi verletzt passen musste, rückte Jantschke in die Innenverteidigung und hatte es mit einem der besten Stürmer der Welt zu tun: Lukaku. Inter sucht den Belgier schon an normalen Tagen bei fast jedem Angriff, wenn der Gegenspieler nahezu keine Spielpraxis hat, umso mehr. Nach 45 Minuten war für den angeschlagenen Jantschke Schluss, Denis Zakaria durfte sich danach gegen Lukaku versuchen.

Zweite Hälfte: Die Gladbacher wollten den Schwung des späten Ausgleichstors nutzen. Die beste Chance zur Führung vergab Thuram, als er eine Ecke von Lars Stindl per Kopf nicht auf das Tor brachte (51.). Inter wurde Mitte des Durchgangs aber immer stärker und traf in Person von Lukaku doppelt. Pléa verkürzte wenig später (75.) - es blieb jedoch bei der unglücklichen Niederlage für die Borussia.

Zakaria vs. Lukaku: Mit der Einwechslung von Zakaria stellte Rose in der Abwehr auf Dreierkette um. Der Schweizer führte sich mit konsequenter Zweikampfführung gut ein. Mit Lukaku ist es jedoch wie mit dem Hamburger SV als Tabellenführer in der 2. Bundesliga. Alle wissen, was passiert, niemand kann es verhindern: 1) Lukaku lässt einen langen Ball mit der Brust prallen, Lautaro Martínez trifft den Pfosten (62.). 2) Nach einem Ballverlust von Thuram spielt Marcelo Brozovic in den Lauf von Lukaku, der sich Zakaria vom Leib hält und mit rechts ins lange Eck trifft (64.). 3) Der eingewechselte Achraf Hakimi marschiert die rechte Seite entlang, Lukaku steht im Zentrum völlig frei und schiebt aus acht Metern ein (73.).

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Leck mich am Arsch: In der 83. Minute erzielte Pléa seinen dritten Treffer und stach Lukaku vermeintlich aus. Der eingewechselte Breel Embolo stand knapp im Abseits - die Frage war, ob er dabei Torhüter Samir Handanovic irritierte. Schiedsrichter Danny Makkelie sagte ja und verweigerte dem Tor die Anerkennung. In der Folge war im leeren Borussia-Park mehrmals ein "Leck mich am Arsch" zu hören. Ob es von Trainer Rose kam, ob Makkelie Deutsch versteht, man weiß es nicht. In jedem Fall sah Rose die Gelbe Karte. Wenn sich die Aufregung legt, wird auch der Trainer wissen, dass der Borussia am letzten Spieltag ein Punkt zum Weiterkommen reicht.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.