Champions League Kein Happy End für Leverkusen

Drei Chancen hatte Bayer Leverkusen, in dieser Saison einen Titel zu holen. Doch am Ende stand der Verein mit leeren Händen da. Auch das Finale der Champions League gegen Real Madrid ging verloren.


Am Boden zerstört: Leverkusens Oliver Neuville nach der Final-Niederlage
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Am Boden zerstört: Leverkusens Oliver Neuville nach der Final-Niederlage

Glasgow - "Das war der schlimmste Tag meiner Karriere", entfuhr es Bayer-Trainer Klaus Toppmöller nach der unglücklichen 1:2 (1:2)-Niederlage am Mittwochabend im mit 51.456 Zuschauern ausverkauften Hampden Park von Glasgow. Den Siegtreffer für Real Madrid erzielte Zinedine Zidane direkt vor der Pause. Der französische Welt- und Europameister setzte eine Hereingabe des Brasilianers Roberto Carlos aus knapp 16 Metern volley ins Netz.

Damit vergab Bayer innerhalb von elf Tagen auch den dritten Matchball. Leverkusen hatte vor der Niederlage in der europäischen Fußball-Königsklasse bereits die Bundesliga-Meisterschaft und den DFB-Pokal verspielt. Für Real, das den FC Bayern München entthronte, war es der dritte Sieg in der Champions League (1998, 2000 sowie 2002) und der insgesamt neunte im Landesmeister-Wettbewerb.

Selbst Torwart Butt stürmte mit

Toppmöller wollte seiner Mannschaft jedoch keinen Vorwurf machen. "Wir haben immer gefightet und uns Chancen erarbeitet", erklärte der 49-Jährige, "am Schluss war es ein Alles-oder-Nichts-Spiel, aber wir haben die einfachsten Bälle nicht über die Linie bekommen." Schuld daran, dass es zu keinem Titel gelangt hat, sei der "kleine Kader" gewesen, sagte Toppmöller: "Für das Riesenpensum war das zu wenig. So muss man mit der Saison zufrieden sein."

In der Schlussphase schnürte Leverkusen Real, das 2002 sein 100-jähriges Vereinsjubiläum feiert, regelrecht im eigenen Strafraum ein. Doch es langte nicht. Die letzten Chancen zum 2:2-Ausgleich vergaben der nie aufsteckende Antreiber Michael Ballack (82.) in seinem letzten Pflichtspiel für Leverkusen, der eingewechselte Bulgare Dimitar Berbatow (85.) und in der Nachspielzeit Torhüter Jörg Butt. Der Kopfball des Bayer-Keepers landete neben dem Real-Kasten.

Bayer steckte frühen Rückstand weg

Madrids Stürmer Raul (9.) hatte das frühe 1:0 erzielt. Nach einem weiten Einwurf von Roberto Carlos überlief Raul Bayer-Abwehrspieler Lucio und schob an Butt vorbei zur Führung der Spanier ein. Der Bayer-Keeper machte bei beiden Gegentoren keine überzeugende Figur.

"Beim ersten Treffer sah ich unglücklich aus", gab Butt immerhin zu, "die Enttäuschung ist jetzt natürlich riesengroß. Wir haben eine tolle Saison gespielt und stehen wieder mit leeren Händen da."

Lucios Ausgleichstreffer ließ Bayer hoffen

Der zwischenzeitliche Ausgleich war jenem Spieler geglückt, der sich beim 0:1 von Raul hatte überrumpeln lassen. Lucio (14.) köpfte nach einer Flanke von Bernd Schneider ein. Für den Brasilianer war es bereits der dritte Treffer im laufenden CL-Wettbewerb.

Die Einnahmen von rund 40 Millionen Euro in der nun abgeschlossenen Saison der Champions League waren für Toppmöller kein Trost. "Wenn wir gesehen haben, welche dummen Tore wir bekommen haben, dann ist das schon ärgerlich", klagte der Trainer des dreifachen Zweiten.


Bayer Leverkusen - Real Madrid 1:2 (1:2)
0:1 Raul (9.)
1:1 Lucio (14.)
1:2 Zidane (45.)
Leverkusen: Butt - Zivkovic, Lucio (90. Babic), Placente - Sebescen (65. Kirsten), Schneider, Ramelow, Ballack, Bastürk - Brdaric (39. Berbatow), Neuville
Real: Cesar (68. Casillas) - Salgado, Hierro, Roberto Carlos - Helguera, Solari, Makelele (73. Conceicao), Zidane - Figo (61. McManaman), Raul, Morientes
Schiedsrichter: Meier (Schweiz)
Zuschauer: 51.456 (ausverkauft)
Gelbe Karten: - / Salgado, Roberto Carlos



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