Champions League Leverkusens vergeblicher Einsatz

Trotz der Niederlage beim FC Barcelona zeigt Bayer Leverkusen, dass für die Mannschaft in der Champions League noch einiges möglich ist.


Ze Roberto: Der Bayer-Profi bedrängt von zwei "Barca"-Spielern
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Ze Roberto: Der Bayer-Profi bedrängt von zwei "Barca"-Spielern

Barcelona - "Wir haben alles probiert in der zweiten Halbzeit und wollten unbedingt den Ausgleich machen", klagte Leverkusens Trainer Klaus Toppmöller nach dem 1:2 (1:2) vor 50.000 Zuschauern im Stadion Nou Camp.

Für den Bundesligavierten war es im 16. Pflichtspiel die erste Niederlage der Saison. Dennoch hat Bayer weiterhin gute Chancen, die Zwischenrunde zu erreichen. Vor den letzten zwei Spielen liegt Olympique Lyon, auf das Leverkusen zum Abschluss der Vorrunde in der Bayarena trifft, drei Punkte hinter dem neuen Spitzenreiter Barcelona und Bayer (beide je neun Zähler) zurück.

Patrick Kluivert (12.) hatte Barcelona mit seinem 26. Europapokal-Treffer in Führung gebracht. Einen Pass von Javier Saviola in den Rücken der Leverkusener Abwehr nahm der niederländische Nationalspieler auf und vollendete aus acht Metern.

Hübsche Ballstafette vor dem Ausgleich

Die Gäste waren jedoch nicht geschockt, sondern drangen auf den Ausgleich. Nach einer guten halben Stunde wurden die Bemühungen der Leverkusener belohnt. Einen Eckball von Oliver Neuville verlängerte der am kurzen Pfosten lauernde Michael Ballack zu Carsten Ramelow. Der Bayer-Profi, dem der ehemalige 04-Coach Berti Vogts vor dem Spiel mangelnde "internationale Klasse" vorgeworfen hatte, ließ sich die Chance nicht entgehen.

Ein Fehler von Torwart Jörg Butt machte dann den Traum vom Punktgewinn zunichte. Der ehemalige HSV-Keeper schätzte eine Freistoßflanke falsch ein und konnte Kluivert nicht am Kopfball hindern. Den abprallenden Ball drückte "Barca"-Kapitän Luis Enrique, der schon bei Barcelonas 1:2-Hinspielniederlage getroffen hatte, aus kurzer Entfernung über die Linie.

Viele Chancen, dennoch kein Punkt

"Das war ärgerlich", gab sich Toppmöller trotz des spielentscheidenden Patzers seines Schlussmannes moderat. Seine Mannschaft haben Moral gezeigt und Barcelona eingeschnürt. "Ihre Superstars haben wir kontrolliert", befand der Bayer-Coach. Dennoch reichte es nicht mehr zum Ausgleich, obwohl Leverkusen nach dem Wechsel Barcelona, das auf den ehemaligen Bayern-Profi Patrik Andersson verzichten musste, phasenweise einschnürte.

Doch die guten Chancen von Ulf Kirsten, Bernd Schneider und Ballack wurden nicht genutzt. Am Ende setzte sich der Favorit durch. "Wir können erhobenen Hauptes von hier weg fahren", zog Toppmöller ein positves Fazit, obwohl seine Mannschaft am Ende gegen Rivaldo & Co. mit leeren Händen da stand.


FC Barcelona - Bayer Leverkusen 2:1 (2:1)
1:0 Kluivert (12.)
1:1 Ramelow (32.)
2:1 Luis Enrique (38.)
Barcelona: Bonano - Puyol, Christanval, de Boer, Coco - Luis Enrique, Xavi (48. Gerard), Cocu - Saviola (79. Geovanni), Kluivert, Rivaldo (74. Gabri)
Leverkusen: Butt - Schneider, Nowotny (46. Zivkovic), Lucio, Placente - Ballack, Ramelow (79. Sebescen), Bastürk, Ze Roberto - Neuville, Kirsten (79. Brdaric)
Schiedsrichter: Collina (Italien)
Zuschauer: 50.000
Gelbe Karten: Luis Enrique (2), Puyol (2), Christanval / Placente (3), Lucio (3)



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