Champions League Liverpool feiert historischen Triumph

Die Sensation ist perfekt: Der FC Liverpool zieht durch einen Sieg gegen den FC Chelsea zum ersten Mal nach 20 Jahren wieder ins Finale der Champions League ein. In einem dramatischen Spiel machte sich Stürmer Luis Garcia durch seinen entscheidenden Treffer an der Anfield Road unsterblich.


Rudelbildung: Nach dem 1:0 gab es für die "Reds" kein Halten mehr
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Rudelbildung: Nach dem 1:0 gab es für die "Reds" kein Halten mehr

Liverpool - Die "Reds" um den starken deutschen Nationalspieler Dietmar Hamann bezwangen die "Blues" an der heimischen Anfield Road durch das frühe Tor des Spaniers Luis Garcia (4.) mit 1:0 (1:0) und lösten damit nach dem 0:0 im Halbfinal-Hinspiel das Ticket für das Endspiel am 25. Mai in Istanbul.

"Jeder im Stadion hat gesehen, dass heute nicht das bessere Team gewonnen hat", giftete Chelseas Trainer José Mourinho nach der Partie, in der die Gastgeber einen Start nach Maß erwischten. Bereits in der vierten Minute stocherte Luis Garcia nach einem Pass von Kapitän Steven Gerrard den Ball ins Tor, Chelsea-Verteidiger William Gallas konnte das Leder erst hinter der Linie erreichen.

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Champions League: Liverpool schlägt die "Unbesiegbaren"

"Meine Spieler haben mir versichert, dass der Ball nicht hinter der Linie war", so Mourinho. Dabei vergaß er allerdings zu erwähnen, dass dem umstrittenen Tor ein elfmeterwürdiges Foul seines Torhüters Petr Cech an Liverpools Milan Baros vorausgegangen war.

Nach der Führung war Hamann maßgeblich daran beteiligt, dass die Gäste vor der Pause zu keiner einzigen Tormöglichkeit kamen. Der 31-Jährige agierte nach auskuriertem Innenbandriss im Knie in der zentralen Position vor der Abwehr zweikampfstark, gewohnt abgeklärt und mit guter Übersicht. Die Steilpässe von Chelseas Regisseur Frank Lampard fanden nie das Ziel.

Stürmerstar Didier Drogba hatte kaum Aktionen, auch nicht, als sich Liverpool zum Ende der ersten Halbzeit immer weiter zurückzog.

Mourinho: "Liverpool kann den Titel holen"

In der zweiten Halbzeit dominierten weiter beide Abwehrreihen, besonders aber die von Liverpools Teammanager Rafa Benitez. Chelsea erhöhte den Druck immer mehr, fand aber gegen die Defensive des Gegners kein Mittel. Erst ein Freistoß von Frank Lampard in der 67. Minute brachte Gefahr, Liverpools Schlussmann Jerzy Dudek war aber auf dem Posten.

In der Schlussphase drängte Chelsea dann mit Macht auf den Ausgleich. Sogar Nationalspieler Robert Huth, der ab der 76. Minute für den Kameruner Geremi spielte, tauchte als gelernter Abwehrspieler immer wieder im Sturm auf - allerdings vergeblich.

"Wir sind ins Finale eingezogen, haben folglich unsere Arbeit getan. Wenn man vor so einem Publikum spielt, rennt und grätsch man eben ein bisschen mehr", freute sich Liverpools Trainer Benitez.

"Liverpool kann den Titel holen, weil es verdammt schwer ist, gegen dieses Team ein Tor zu erzielen", resumierte Mourinho, eher er sich als fairer Verlierer zu erkennen gab: "Ich wünsche Liverpool für das Finale von Herzen alles Gute."

Es ist die erste Finalteilnahme der "Reds" im bedeutendsten europäischen Club-Wettbewerb seit 20 Jahren und der damaligen "Tragödie von Heysel". Der Endspiel-Gegner wird am Mittwoch (20.45, Liveticker bei SPIEGEL ONLINE) in der Partie zwischen dem PSV Eindhoven und dem AC Mailand (Hinspiel 0:2) ermittelt.

FC Liverpool - Chelsea London 1:0 (1:0)
1:0 Luis Garcia (4.)
Liverpool: Dudek - Finnan, Carragher, Hyypiä, Traore - Luis Garcia (84. Nunez), Hamann (73. Kewell), Gerrard, Biscan, Riise - Baros (60. Cisse)
FC Chelsea: Cech - Geremi (76. Huth), Ricardo Carvalho, Terry, Gallas - Tiago (68. Kezman), Makelele, Lampard - Cole (68. Robben), Drogba, Gudjohnsen
Schiedsrichter: Lubos Michel (Slowakei)
Zuschauer: 44.000 (ausverkauft)
Gelbe Karte: Baros / -



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