Sieben Tore im Champions-League-Halbfinale De Bruyne eröffnet ein Fußballfest – Manchester City schlägt Real

Tempo, Abwehrfehler, Traumtore: Das Halbfinal-Hinspiel zwischen den Topteams aus England und Spanien hatte viel zu bieten. Ob City oder Real das Finale erreicht, ist völlig offen.
Kevin de Bruyne (links) gelang gegen Real ein schnelles Führungstor

Kevin de Bruyne (links) gelang gegen Real ein schnelles Führungstor

Foto: Mike Egerton / dpa

Manchester City ist dem Champions-League-Finale etwas näher gekommen, doch der ganz große Schritt wurde verpasst. In einem temporeichen Halbfinal-Hinspiel hat sich das Team von Trainer Pep Guardiola 4:3 (2:1) gegen Real Madrid durchsetzen können, es wäre auch ein deutlicheres Ergebnis möglich gewesen.

Kevin De Bruyne brachte den Tabellenführer der Premier League nach zwei Minuten in Führung, Gabriel Jesus erhöhte für die Engländer (11. Minute). Den City-Treffer zum 3:1 erzielte Phil Foden (53.), zuvor hatte der zuletzt überragende Karim Benzema Real Madrid wieder ins Spiel gebracht (33.). Zudem war Vinícius Júnior für die Gäste erfolgreich (55.). Das 4:2 besorgte Bernardo Silva mit einem Traumtor in den linken Torwinkel (74.), der Endstand gelang Benzema per Elfmeter (82.).

Das Rückspiel findet am kommenden Mittwoch in Madrid statt (21 Uhr). City hofft auf die zweite Endspiel-Teilnahme in der Königsklasse in Folge. Den Titel gewann der aus Abu Dhabi finanzierte Klub noch nie.

Für City begann das Spiel mit einem Traumstart. Von der rechten Seite durfte Riyad Mahrez den Ball nahezu unbedrängt in den Strafraum heben, dort traf de Bruyne, der sich im Rücken von Daniel Carvajal freigelaufen hatte, per Kopf zur Führung (2.). Das Abwehrverhalten der Gäste wurde nicht besser. Neun Minuten später war es Jesus, der die großen Löcher in der Madrider Verteidigung zum 2:0 nutzte. Nach Pass von de Bruyne setzte sich Jesus gegen David Alaba durch, nach einer Drehung schob er den Ball aus kurzer Distanz ins rechte Eck.

Die Partie blieb unterhaltsam, denn auch Madrid kam inzwischen zu kleineren Chancen. Doch die große Gefahr ging weiter von City aus: In der 26. Minute verpasste Mahrez das 3:0 mit einem harten Schuss rechts über das Tor, anschließend verpasste Phil Foden nach einer Kontersituation den nächsten City-Treffer. Die Begegnung hätte längst entschieden sein können.

Doch dann gelang dem Tabellenführer der spanischen Liga der Anschluss. Im Mittelfeld eroberte Luka Modrić den Ball per Grätsche und anschließend versenkte Benzema nach Flanke von Ferland Mendy zum 1:2 (33.), er hatte dabei Glück, vom rechten Innenpfosten prallte der Ball ins Tor.

Mahrez eröffnete die zweite Hälfte mit einem Schuss an den Pfosten, wieder einmal überfielen die schnellen City-Angreifer Reals Hintermannschaft, der jede Organisation fehlte (47.). Das beinahe überfällige 3:1 erzielte Foden aus kurzer Distanz per Kopf (53.), entscheidend in der Entstehung war ein Ballverlust im Madrider Spielaufbau, den Fernandinho erzwingen konnte.

Immer wieder Benzema

Kurz darauf stand Fernandinho wieder im Mittelpunkt, diesmal aber, weil er Vinícius Júnior an der Mittellinie marschieren ließ, statt das taktische Foul zu ziehen. Nach einem langen Tempolauf gelang dem Real-Angreifer das 2:3 (55.). Mit diesem Ergebnis hätte Reals Trainer Carlo Ancelotti wohl leben können, doch dann traf Bernardo Silva mit einem Traumschuss.

Damit war noch immer nicht Schluss. Benzema traf erneut, diesmal nach einem Handelfmeter, den er frech in die Mitte des Tores lupfte. Benzema war auch bei Reals Weiterkommen im Achtelfinale (gegen Paris Saint-Germain) und Viertelfinale (gegen den FC Chelsea) der überragende Spieler. Insgesamt in dieser Saison hat der französische Angreifer bereits neun Treffer in der K.-o.-Phase erzielen können und 14 im gesamten Wettbewerb.

Im zweiten Halbfinale der Champions League stehen sich der FC Liverpool und Bayern-Bezwinger FC Villarreal gegenüber. Das Hinspiel steigt am Mittwoch (21 Uhr).

jan
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