Champions League Mourinho prophezeit vier Titel, Valencia eine Schlacht

Unter mangelndem Selbstbewusstsein hat José Mourinho noch nie gelitten. Doch vor dem Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League in Valencia hat der Teammanager des FC Chelsea noch einen draufgesetzt. Der Gegner aus Spanien gibt sich indes martialisch.


Hamburg - "Wir können alle vier Wettbewerbe gewinnen", sagte Mourinho einen Tag vor der entscheidenden Partie am Dienstag in Valencia (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) und machte damit seiner Mannschaft klar, dass nach dem Ligapokal auch die Trophäen für den Gewinn der Meisterschaft, des FA-Cups sowie der Königsklasse in die Club-Vitrinen wandern sollen.

Obwohl das Team um den deutschen Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack im Hinspiel gegen die Spanier nicht über ein 1:1 hinausgekommen war, hat Mourinho nach dem zurückliegenden Spieltag der Premier League wieder genügend Selbstbewusstsein. Die Pleite von Titelkonkurrent Manchester United beim FC Portsmouth (1:2) und der gleichzeitige Erfolg der Blues gegen Tottenham Hotspur (1:0) gibt sich Mourinho, über dessen angeblich bevorstehende Ablösung zuletzt heftig spekuliert worden war, wieder kampfeslustig.

"In der Liga liegen wir nur noch drei Punke zurück und für die Champions League sind wir bereit. Nach fünf Minuten wird Valencia verstanden haben, dass wir nicht der Außenseiter sind. Wir können das nötige Resultat holen und brauchen dafür kein Glück", erklärte der Coach, dem zwar ein mittlerweile gestörtes Verhältnis zu Clubbesitzer Roman Abramowitsch nachgesagt wird, der sich aber mit einem Vierfach-Triumph ein Denkmal in London setzen würde. Valencia will selbstverständlich die Pläne Mourinhos durchkreuzen. Zwar hat der Champions-League-Finalist von 2000 und 2001 am Samstag 0:1 bei Athletic Bilbao verloren, doch dabei verzichtete Trainer Enrique Sanchez Flores auf sieben Stammspieler. Die ausgeruhten Profis sollen nun dafür sorgen, dass die Serie von zehn ungeschlagenen Heimspielen gegen englische Mannschaften weiter ausgebaut wird.

"Ich erwarte eine Schlacht, denn ein Aus wäre für Chelsea ein Schock", sagte Valencias Verteidiger Miguel, der angeblich vor einem Wechsel zum Rivalen aus London steht. Eine Schlacht will die Europäische Fußball-Union (Uefa) allerdings verhindern. Nach den Spieler-Ausschreitungen im Achtelfinale gegen Inter Mailand und dem zuletzt zum Vorschein gekommenen Rassismus zahlreicher Valencia-Fans steht die Partie unter besonderer Beobachtung der Uefa.

Unter den gleichen Vorzeichen steht die Begegnung zwischen Manchester United und dem dreimaligen italienischen Meister AS Rom. Der 2:1-Erfolg der Römer im Hinspiel stand im Schatten der Krawalle rund um das Spiel, bei denen 18 Menschen verletzt worden waren. Ähnliche Szenen sollen sich in Manchester nicht wiederholen.

Aus sportlicher Sicht geht Rom mit breiter Brust in die von Trainer Luciano Spalletti zum "Spiel des Lebens" hochgepuschte Partie. "Die beste Vorbereitung ist ein Sieg", sagte Spalletti nach dem 2:0-Erfolg in der Serie A bei Catania Calcio, bei dem der Coach seine Stars um Weltmeister Francesco Totti schonte. Mehr Sorgen als Spalletti hat sein Gegenüber Sir Alex Ferguson, der ohne Nemanja Vidic, Gary Neville, Mikael Silvestre (alle verletzt) und Paul Scholes (gesperrt) auskommen muss.

fpf/sid

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