Champions League PSG zeigt Leipzig die Grenzen auf und steht erstmals im Finale

Es war ein Klassenunterschied: Im Halbfinale der Champions League hatte Paris Saint-Germain mit RB Leipzig keine Mühe. Die Franzosen hatten diesmal mehr zu bieten als Neymars One-Man-Show.
Haben Grund zum Feiern: Ángel di María und Neymar stehen im Champions-League-Finale

Haben Grund zum Feiern: Ángel di María und Neymar stehen im Champions-League-Finale

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David Ramos/POOL/EPA-EFE/Shutterstock

Paris Saint-Germain ist zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte ins Finale der Champions League eingezogen. 3:0 (2:0) gewann der französische Meister gegen RB Leipzig. Im deutschen Trainerduell zwischen Thomas Tuchel und seinem ehemaligen Protegé Julian Nagelsmann machten die Treffer von Marquinhos (13. Minute), Ángel di María (42.) und Juan Bernat (56.) den deutlichen Unterschied.

Noch im Viertelfinale gegen Atalanta hatte PSG sich schwergetan, in die Partie zu finden, und war lange nur über Einzelaktionen Neymars gefährlich geworden. Davon war gegen Leipzig nichts zu spüren: Die Pariser schnürten den Bundesligisten von Beginn an tief in der eigenen Hälfte ein. Torhüter Péter Gulácsi fand schon am eigenen Strafraum kaum Anspielstationen, da Neymar, di María und Kylian Mbappé ihre Gegenspieler sofort attackierten.

Dazu kam der Spielwitz der Pariser Superstars: Nach Mbappés Pass in die Schnittstelle zwischen der Leipziger Außen- und Innenverteidigung spitzelte Neymar den Ball an den Außenpfosten (6.). Eine Minute später schoss Gulácsi Neymar, der den Ungarn im Aufbau unter Druck gesetzt hatte, an die Hand. Mbappé schoss den freien Ball ins Tor, der Treffer zählte aufgrund des Handspiels jedoch nicht.

Oft ge-, mitunter überfordert: Leipzigs Torwart Péter Gulácsi

Oft ge-, mitunter überfordert: Leipzigs Torwart Péter Gulácsi

Foto: MANU FERNANDEZ / AFP

Für die Führung sorgte eine Standardsituation: Di María brachte einen Freistoß von links mit Schnitt in den Fünfmeterraum, Marquinhos köpfte druckvoll in die lange Ecke (13.). Mbappé bot sich aus abseitsverdächtiger Position die Chance auf das nächste Tor, der Weltmeister scheiterte aber aus kurzer Distanz an Gulácsi (17.).

Leipzig kam kaum in Ballbesitz. Bis zur ersten guten Gelegenheit dauerte es 28 Minuten: Konrad Laimer hatte sich auf dem rechten Flügel durchgesetzt, doch Yussuf Poulsen brachte die flache Hereingabe des Österreichers nicht aufs Tor. Danach übernahm PSG wieder die Kontrolle. Neymar traf mit einem Freistoß aus 30 Metern den Pfosten (36.), di María aus kurzer Distanz das Tor (42.). Dem Treffer war ein erneuter Abspielfehler Gulácsis vorausgegangen.

Bernats erstes Kopfballtor sorgt für die Entscheidung

Zur Pause ordnete Nagelsmann seine Offensive neu: Mit Patrik Schick kam ein zweiter Stürmer für Ex-PSG-Talent Christopher Nkunku, Emil Forsberg ersetzte Dani Olmo als Spielmacher. Den Treffer aber machte Paris: Nach einem hohen Ballgewinn köpfte der aufgerückte Bernat eine Di-María-Flanke aus kurzer Distanz ins Tor (56.). Es war das erste Kopfballtor in der Profikarriere des 1,70 Meter großen Außenverteidigers, der von 2014 bis 2018 beim FC Bayern unter Vertrag stand.

Der Pariser Finalgegner für den Sonntagabend entscheidet sich am Mittwoch (21 Uhr, Liveticker SPIEGEL, Stream: DAZN, TV: Sky) zwischen Olympique Lyon und dem FC Bayern München. Im Endspiel ist also das nächste Duell zwischen Ligue 1 und Bundesliga möglich - oder aber das erste Finale zwischen zwei französischen Klubs in der Geschichte der Champions League.

cev
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