PSG im CL-Viertelfinale Spätes Silva-Tor schockt den FC Chelsea

Wie schon in der ersten Partie spielte der FC Chelsea wenig Fußball - und wurde bestraft. Die favorisierten Londoner nutzten gegen Paris St. Germain ein langes Überzahlspiel nicht und kassierten in der Verlängerung den entscheidenden Treffer.

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Paris St. Germain steht im Viertelfinale der Champions League. Dem Team von Trainer Laurent Blanc reichte beim FC Chelsea ein 2:2 (0:0, 1:1)-Unentschieden zum Weiterkommen, den entscheidenden Treffer erzielte Abwehrspieler Thiago Silva (114. Minute).

Dabei spielte PSG seit der 31. Minute in Unterzahl, Zlatan Ibrahimovic hatte die Rote Karte gesehen. Im Anschluss waren die "Blues" durch Tore von Gary Cahill (81.) und Eden Hazard (96./Handelfmeter) zweimal in Führung gegangen, David Luiz brachte Paris mit seinem Treffer in die Verlängerung.

In der Anfangsphase sahen die Zuschauer an der Stamford Bridge ein taktisch geprägtes Spiel auf hohem Niveau. Beide Teams gingen hohes Tempo, gaben die defensive Sicherheit dabei aber nicht auf. Chelsea reichte nach dem glücklichen 1:1 im Hinspiel ein torloses Remis und Paris wollte trotz der Pflicht eines Auswärtstors nicht zu früh aufmachen.

Die erste gute Torchance gehörte den Gästen, John Terry störte nach einem Pass von Javier Pastore Edinson Cavani aber rechtzeitig vor dem Torschuss aus kurzer Distanz (2.). Insgesamt gab es im ersten Durchgang nur vier Torschüsse, die Hauptrolle übernahm dann Schiedsrichter Björn Kuipers.

In der 31. Minute wertete der Niederländer eine gelbwürdige Grätsche von Zlatan Ibrahimovic als grobes Foulspiel und stellte den Schweden zu Unrecht vom Feld. Es war die vierte Rote Karte für Ibrahimovic in der Champions League, damit stellte er den Rekord von Edgar Davids ein.

Kuipers verliert die Übersicht

Bis zum Pausenpfiff bekam Kuipers das Spiel nicht mehr in den Griff, da halfen auch die Gelben Karten gegen Thiago Motta, Blaise Matuidi und Oscar nichts - den Privatkrieg zwischen PSG-Abwehrspieler Luiz und Chelsea-Stürmer Diego Costa übersah der Schiedsrichter komplett. Stattdessen hätte er beim Foul von Cavani gegen Costa im Strafraum Elfmeter geben müssen (43.).

In Unterzahl sprach gegen die englischen Defensivkünstler wenig für Paris, doch Cavani hatte die Großchance zur Führung: Marco Verratti nutzte eine Lücke in der Chelsea-Abwehr zu einem Pass in die Tiefe auf den Uruguayer. Cavani umspielte Torhüter Thibaut Courtois, setzte den Ball aber an den Pfosten (58.).

Den "Blues" war die Überzahl in keiner Phase anzumerken. Offensiv ging wenig zusammen und in der Abwehr gab es weiterhin Lücken. Pastore vergab für PSG eine weitere gute Chance (70.) - also durfte sich Kuipers wieder in den Vordergrund drängen. Als Costa PSG-Abwehrspieler Thiago Silva von hinten umgrätschte, hätte er tatsächlich die Rote Karte zücken müssen. Es wurde jeweils Gelb für Costa und den sich beschwerenden Luiz.

In der Schlussphase wurde dann doch wieder Fußball gespielt: Ramires scheiterte mit der ersten Chelsea-Großchance noch an Torhüter Salvatore Sirigu, beim anschließenden Eckball bekam Paris den Ball nicht weg und Cahill traf per Drop-Kick (81.). Es sah nach einem typischen Mourinho-Ergebnis aus, weil Luiz einen Eckball mit dem Kopf aber ins Tor wuchtete, ging es in die Verlängerung.

Dort verursachte Thiago Silva mit einer ungeschickten Handbewegung im Zweikampf gegen den eingewechselten Kurt Zouma einen Elfmeter, den Hazard sicher verwandelte (96.). Seinen Fehler machte der Abwehrspieler in der 114. Minute wett, als er nach einem Eckball mit einer Bogenlampe per Kopf traf. Dieses Ergebnis verwaltete PSG erfolgreich und steht wie in der vergangenen Saison im Viertelfinale der Champions League.

Zusammengefasst: Paris St. Germain ist ins Viertelfinale der Champions League eingezogen. Dem französischen Erstligisten reichte in einem von Fehlentscheidungen des Schiedsrichters geprägten Spiel ein 2:2-Remis nach Verlängerung gegen den FC Chelsea. Das entscheidende Tor erzielte Thiago Silva, Zlatan Ibrahimovic sah schon in der ersten Halbzeit die Rote Karte. Für die favorisierten Londoner endet die Champions-League-Saison unerwartet früh.

FC Chelsea - Paris St. Germain 2:2 (2:1, 1:1, 0:0) n.V.
1:0 Cahill (81.)
1:1 Luiz (86.)
2:1 Hazard (96., Handelfmeter)
2:2 Silva (114.)
Chelsea: Courtois - Ivanovic, Cahill, Terry, Azpilicueta - Fabregas, Matic (84. Zouma) - Ramires (91. Drogba), Oscar (46. Willian), Hazard - Costa.
Paris: Sirigu - Marquinhos, Silva, David Luiz, Maxwell - Motta - Verratti (81. Lavezzi), Matuidi (82. Rabiot) - Pastore (118. van der Wiel), Ibrahimovic, Cavani.
Schiedsrichter: Kuipers (Niederlande)
Zuschauer: 37.692
Rote Karte: Ibrahimovic wegen groben Foulspiels (32.)
Gelbe Karten: Oscar, Ramires, Costa - Motta, Matuidi (2), Luiz, Verratti (3)

krä

insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
von_scheifer 12.03.2015
1. Offenbar hassen Schiedsrichter den Zlatan Ibrahimovic
"In der 31. Minute wertete der Niederländer eine gelbwürdige Grätsche von Zlatan Ibrahimovic als grobes Foulspiel und stellte den Schweden zu Unrecht vom Feld." Das ging schon mal so weit, dass ein Sportsgericht den Zlatan Ibrahimovic von einer Sperre freigesprochen hat, als den ein anderer Schiedsrichter vom Felde stellte. Der ist eben ein Riesenkerl -voll trainiert- und stiefelt manchmal einfach durch den Gegenspieler durch. Seine oft zutreffenden, vom pc abweichenden Aussagen zum Fussball und zu schwachen Schiedsrichterleistungen machen ihn wohl zum Zielobjekt charakterschwacher Schiedsrichter. Die genau wissen, dass dieser Spieler alleine ein Spiel entscheiden kann. Es ist immer trostlos, wenn der 23. Mann versucht, die Spiele zu beeinflussen. Solche Entscheidungen (wie übrigens auch der Feldverweis in München -wegen eines unklaren Berührens im Strafraum, bei dem wohl der Windhauch Götze umfegte- gegen einen Spieler von Donezk in der 3. Minute) erkläre ich nicht mehr mit einfachem Versagen von Schiedsrichtern.
officerex777 12.03.2015
2. Tja Jose......
Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall....nimm nun brav deine zusammengeklaubten Starkicker und dann könnt ihr ja zusammen mit eurem Russenboss weinen. Der Fußballgott hats endlich mal gut gemeint mit den Arroganzkönigen......das trifft auch für Ibra zu.
observer2014 12.03.2015
3. Mourinho und Chelsea
Es hat den Anschein als würde José Mourinho der Gewinn der Champions-League mit Chelsea versagt bleiben genauso wie mit Real Madrid. Kaum war er aus Chelsea und Madrid weg, gewanne seine Nachfolger jeweils gleich danach diesen wichtigesten europäischen Vereinstitel. Mourinho wird es persönlich verschmerzen können und das Weiterkommen von PSG ist nicht schlecht für den weiteren Verlauf des Wettbewerbs.
rudy532 12.03.2015
4.
schätze,diese Ergebnis hat Mourinho's grosse maul gestopft.c'est la vive.
couprevers 12.03.2015
5. Naja
Für das unfassbare Glück mit dem sich Chelsea zu seinem Champions League Sieg geduselt hat müssen die Insulaner noch 10 Jahre lang in der Verlängerung scheitern. Scheich schlägt Oligarch oder Dieb schlägt Dieb.
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