Champions-League-Qualifikation Spiel des Jahres für den HSV

Drei Tage vor dem Bundesligastart steht für den Hamburger SV das wichtigste Spiel der Saison auf dem Programm. In der Champions-League-Qualifikation gegen CA Osasuna geht es nicht nur um viel Geld - der HSV will auch sportlich zu den Großen in Europa aufschließen.


Hamburg - "Ich habe als Spieler schon viele große Partien erlebt", erklärte HSV-Coach Thomas Doll, "aber dies ist das Spiel meines Lebens, der nächste Höhepunkt meiner jungen Trainerkarriere." Rund acht Millionen Euro Einnahme hätte der HSV sicher, wenn er sich nach dem Spiel heute und dem Rückspiel am 22. August zum zweiten Mal nach 2000 für die europäische Königsklasse qualifiziert hätte. Geld, um vielleicht doch noch einmal auf der Suche nach Verstärkungen nachzulegen.

HSV-Trainer Doll: "Das Spiel meines Lebens"
Getty Images

HSV-Trainer Doll: "Das Spiel meines Lebens"

Innerhalb von zehn Jahren will HSV-Chef Bernd Hoffmann den Verein schließlich unter den Top Ten in Europa platzieren. Regelmäßige Europacup-Teilnahme ist deshalb Pflicht. "Ich erwarte bei unserem Kader schon, dass wir uns gegen Osasuna durchsetzen", sagte Hoffmann. Champions League ist schließlich auch ein Anreiz für die Spieler und damit ein wichtiges Argument für Sportchef Dietmar Beiersdorfer bei Vertragsgesprächen. "Mit Hamburg in Europa gegen die Besten der Besten zu spielen, wäre das Größte überhaupt", sagt Mannschaftskapitän Rafael van der Vaart.

Vorher aber ist eben noch der schwere Gegner aus Spanien zu überwinden. Die Mannschaft hat in Europas stärkster Liga schließlich Teams wie Champions-League-Halbfinalist Villareal und Uefa-Cup-Sieger FC Sevilla hinter sich gelassen. Das Team mit dem ehemaligen HSV-Torjäger Bernardo Romeo steht kompakt in der Abwehr, "nervt" mit konsequentem Forechecking und ist mit schnellen Kontern über Spielmacher Raul Garcia auf den Serben Savo Milosevic und dem von Real Madrid ausgeliehenen Roberto Soldado brandgefährlich.

Doll warnt deshalb vor zu viel "Hurra-Fußball". "Entscheinend wird sein, dass wir zuhause zu Null spielen. Wir müssen keinen Sturmlauf abliefern, sondern intelligent spielen", sagt er: "Ein 1:0 reicht uns". So hatte es schließlich auch im Vorjahr im UI-Cup-Finale durch das 0:0 im Rückspiel gegen den höher eingeschätzten FC Valencia zum Sprung in den Uefa-Cup gereicht.

Die Spanier aber hatten damals den HSV offenbar zunächst nicht ernst genommen. Das ist nun anders. Trainer Jose Ziganda hat seine Mannschaft akribisch auf den Gegner vorbereitet, ließ beim Test gegen AS Rom (1:0) spionieren und zeigte Videozusammenschnitte von den Stärken und Schwächen der Hanseaten. "Mit der richtigen Einstellung können wir dem HSV wehtun", sagte Bernardo Romeo.

Ziganda traf heute mit 24 Spielern in der Hansestadt ein. Am Abend stand das Abschlusstraining in der Arena auf dem Programm. Der 39-Jährige hofft aber vor allem auf das Rückspiel im Hexenkessel des Stadions Reyno de Navarra. "Wir müssen versuchen, den kleinen Vorteil zu nutzen, dass wir zuerst auswärts antreten", so Ziganda: "Fast jeder sieht den HSV als Favoriten, aber wir kommen nicht als Opfer."

bri/sid



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.