Champions League Leipzig erlebt ein Debakel, Haaland bleibt Sevillas Albtraum

Am ersten Spieltag der Champions League standen die Stars im Mittelpunkt: Kylian Mbappé und Erling Haaland trafen, Karim Benzema musste verletzt raus. Leipzig ging gegen Donezk unter.
Erling Haaland (l.)

Erling Haaland (l.)

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Julio Munoz / EPA

Wechselhafter Einstand in die Champions-League-Saison für die deutschen Vertreter. Während Borussia Dortmund gegen den FC Kopenhagen gewann, unterlag RB Leipzig überraschend gegen den ukrainischen Vertreter Schachtjor Donezk.

Nach der 0:4-Liganiederlage in Frankfurt stellte RB-Coach Domenico Tedesco um, taktisch und personell. Gleich fünf Spieler standen neu in der Startelf, zudem wechselte er auf Viererkette.

Einer derjenigen, die im Team geblieben waren, hatte die erste Chance des Spiels: »Deutschlands Fußballer des Jahres« Christopher Nkunku scheiterte an Anatoliy Trubin (12. Minute). Auf der Gegenseite patzte Torhüter Péter Gulácsi: Mit viel Zeit und Platz vertändelte er den Ball vor dem Strafraum – Marian Shved bedankte sich und traf zum 0:1 (16.).

Den Ausgleich besorgte der aufgerückte Abwehrspieler Mohamed Simakan mit einem satten Schuss in den rechten Winkel (57.), doch nur 81 Sekunden später die kalte Dusche: Shved erzielte mit einem abgefälschten Ball die erneute Gästeführung (58.).

Leipzig spielte nun offener und kassierte weitere Tore: Mykhailo Mudryk (76.) und Lassina Traoré (85.) machten das Leipziger Debakel perfekt.

Fünf Minuten waren gespielt, als die Pariser Offensivstars erstmals zauberten: Neymar lupfte die Kugel über Juves Abwehr zu Kylian Mbappé, der per Volleyschuss aus spitzem Winkel ins lange Eck traf. PSG-Keeper Gianluigi Donnarumma verhinderte bei einem Kopfball von Arkadiusz Milik das 1:1 (19.).

Mbappé vollendete auch die nächste Kombination des PSG-Angriffs, die Marco Verratti mit einem Pass zum Franzosen eröffnete. Der ließ direkt zu Achraf Hakimi klatschen, bekam den Ball zurück und erhöhte mit einem sehenswerten Direktschuss auf 2:0 (22.).

Zwei Ex-Bundesliga-Profis brachten die Turiner noch mal ins Spiel: Filip Kostić (Ex-Frankfurt) flankte zu Weston McKennie (Ex-Schalke), der bei seinem Kopfball zum Anschlusstreffer davon profitierte, dass Donnarumma sein Tor verlassen hatte (53.). Zum Ausgleich reichte es aber nicht mehr für Juventus.

Manchesters neuer Angreifer Erling Haaland hat bei den Gastgebern Albtraumstatus: Im Achtelfinale 2020/2021 hatte er damals den BVB mit vier Treffern gegen Sevilla ins Viertelfinale geschossen.

Sie wussten also, was auf sie zukam, verteidigen konnten sie es nicht. In der 20. Minute brachte Kevin De Bruyne einen Ball scharf an den Fünfmeterraum und dort drückte – natürlich – Haaland den Ball über die Linie.

Sevilla nahm zu Beginn der zweiten Hälfte all seinen Mut zusammen, agierte offensiv und kassierte das 0:2: Phil Foden sorgte mit seinem Treffer für die Vorentscheidung (58.), Haaland erhöhte auf 0:3 (67.). Rúben Dias setzte den Schlusspunkt (90.+2).

Es sind derzeit Festtage für Celtic Glasgow. Am vergangenen Wochenende hatte der Klub den alten Stadtrivalen Rangers 4:0 besiegt, zum Champions-League-Auftakt schaute Titelverteidiger Real Madrid vorbei.

Und die Schotten hätten nach 21 Minuten fast nahtlos weitergejubelt: Kapitän Callum McGregor jagte den Ball aus 16 Metern an den Pfosten, Thibaut Courtois wäre ohne Abwehrchance geblieben. Die Sorgenfalten von Real-Trainer Carlo Ancelotti wurden nach 30 Minuten noch tiefer: Sein Torgarant Karim Benzema musste verletzt den Platz verlassen.

Real legte nun erst einmal Wert auf Stabilität und schlug in der zweiten Hälfte eiskalt zu: Vinícius Júnior besorgte das 1:0 (56.), Luka Modrić erhöhte kurz darauf in seinem 100. Champions-League-Spiel auf 2:0 (60.). Eden Hazard erzielte nach schöner Kombination über Toni Kroos und Daniel Carvajal das 3:0 (77.).

Benfica-Trainer Roger Schmidt verzichtete beim ersten Europapokalspiel mit seinem neuen Klub auf Neuzugang Julian Draxler in der Startelf. Ohne den deutschen Mittelfeldspieler tat sich der Klub aus Lissabon zunächst schwer gegen Maccabi Haifa, den ersten israelischen Champions-League-Teilnehmer seit sieben Jahren.

Erst im zweiten Durchgang entschied Benfica das Spiel für sich. An beiden Toren war Linksverteidiger Alejandro Grimaldo beteiligt, zunächst durch seine Flanke zu Rafa Silva (49.). Das 2:0 erzielte der Spanier mit einem spektakulären Winkelschuss aus 21 Metern selbst (54.).

Das Team von Trainer Thomas Tuchel geriet bei Dinamo Zagreb schon nach 13 Minuten in Rückstand, als der schnelle Angreifer Mislav Oršić nach einem langen Ball frei vor Chelseas Torhüter Kepa auftauchte und diesen überlupfte.

In der zweiten Halbzeit spielte Chelsea besser und schaffte beinahe den Ausgleich, Pierre-Emerick Aubameyang stand bei seinem vermeintlichen Treffer aber im Abseits (50.). Fast fiel das 2:0 für die Kroaten, Kepa lenkte den Distanzschuss von Stefan Ristovski noch an die Latte (56.). Die beste Chance zum Ausgleich vergab Chelseas Reece James mit einem Pfostenschuss (86.).

Das 1:0 für Salzburg war sehenswert: Auf der linken Seite bekam Noah Okafor von Fernando den Ball, ging ins Dribbling und tunnelte dabei Milans Pierre Kalulu. Der ohnehin schon ungeschickt aussehende Innenverteidiger fiel dabei auch noch hin und schaute hinterher, wie Okafor erfolgreich abschloss (28.).

Die Österreicher agierten zwar stark, aber noch vor der Pause schlug der Favorit zurück. Nach einem Vorstoß auf dem linken Flügel spielte das portugiesische Offensivtalent Rafael Leão ins Zentrum zu Alexis Saelemaekers, der gut verzögerte und dadurch nur noch einschieben musste (40.). In der Nachspielzeit traf Leão mit einem Schlenzer den Pfosten (90.+4), so blieb es beim Remis.

mfu/mrk
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