Real-Sieg gegen PSG Ein Argument für die Super League

Das Champions-League-Achtelfinale zwischen Real Madrid und Paris Saint-Germain bot Superstars so weit das Auge reicht. Am Ende überragte Karim Benzema mit einem Hattrick, auch, weil PSG erneut zusammenbrach.
Karim Benzema führte Real Madrid mit einem Hattrick ins Viertelfinale der Champions League

Karim Benzema führte Real Madrid mit einem Hattrick ins Viertelfinale der Champions League

Foto: SUSANA VERA / REUTERS

Mehr davon: Wir befinden uns in Zeiten, in denen Champions-League-Achtelfinals bei gefühlt acht verschiedenen Sendern laufen und mal 7:1, mal 5:0 ausgehen, weil die Schere selbst zwischen europäischen Topklubs immer größer wird. Umso besser tun Spiele wie dieses zwischen Real Madrid und Paris Saint-Germain, die einen aus dem fast schon lethargischen Winterspielplan reißen. Superstars auf beiden Seiten, die ein atemloses Spektakel auf höchstem Niveau darbieten. Hat schon einmal jemand darüber nachgedacht , das zur Regel zu machen?

König Karim: Fast 60.000 Menschen waren in einer vermeintlichen Post-Coronawelt ins Estadio Santiago Bernabéu gekommen, um am Ende einem Mann zu huldigen: Karim Benzema. Der 34-Jährige ist neben Robert Lewandowski vielleicht der kompletteste Stürmer Europas. Drei Tore erzielte er gegen Paris, beim 1:1 wurde er für sein Anlaufen belohnt, beim 2:1 blieb er eiskalt vor dem Tor und beim 3:1 zeigte er auch noch, was für eine herausragende Technik er hat: Einen Fehlpass von Marquinhos schoss Benzema aus vollem Lauf und direkt mit dem Außenrist flach ins rechte Eck.

Das Ergebnis: 3:1 (0:1) gewann Real Madrid gegen Paris Saint-Germain, vor Benzema hatte Mbappé die Führung für PSG erzielt. 0:1 war das Hinspiel ausgegangen. Lesen Sie hier den Spielbericht.

Erste Hälfte: Im Hinspiel war Real fast dauerhaft in den eigenen Sechzehner gedrückt worden. Dementsprechend überraschte es schon, dass es in der Anfangsphase in Madrid andersrum lief. Real spielte sich am gegnerischen Strafraum fest, lief aber wieder und wieder in Konter über Kylian Mbappé. Zweimal scheiterte der 23-Jährige an Thibaut Courtois (7./13.), ehe er einen weiteren tiefen Pass erlief und den Ball ins kurze Eck donnerte (39.). Die größte Chance für Real hatte Gianluigi Donnarumma vereitelt, einen Schuss von Benzema lenkte er mit den Fingerspitzen am Pfosten vorbei (25.).

Wie auf der Playstation: Glaubt man internationalen Medien, wird Mbappé im Sommer nach Madrid wechseln. Sollte es so kommen, wird der Transfer die Königlichen auf Jahre prägen. Wenn es nicht seine Geschwindigkeit ist, die für sich genommen schon fast unfair ist, illustrierte ein Abseitstor, mit welcher Überlegenheit Mbappé auftritt: Einen Ball bekam der Stürmer in der zweiten Hälfte in den Strafraum gespielt, ließ ihn durch die Beine laufen und schickte Weltklassetorhüter Thibaut Courtois mit einer aberwitzigen Körpertäuschung zu Boden, um entspannt einzuschieben. Nur: es zählte nicht.

Sehen sich womöglich bald wieder: Kylian Mbappé und Real-Trainer Carlo Ancelotti

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Foto: David Ramos / Getty Images

Zweite Hälfte: In einer denkwürdigen halben Stunde machte Donnarumma den Anfang, der oft wirkt, als wäre ihm alles egal, der diesmal aber zu cool gegen den anlaufenden Benzema agierte, den Ball verlor und damit die Aufholjagd einleitete (61.). Nach einer traumhaften Vorarbeit von Luka Modrić, der den Ball durch die Beine von Presnel Kimpembe in den Strafraum steckte, drehte Benzema das Spiel (76.). Doch damit nicht genug: Unmittelbar nach dem Anstoß spielte Marquinhos den Ball in die Füße von Benzema (78.). Real Madrid weiter, Paris Saint-Germain raus.

Milliarden-Meltdown: Seit 2011 hat eine katarische Investorengruppe mit PSG genau ein Ziel: den Champions-League-Titel. Dafür pumpte Katar mehr als eine Milliarde in den Klub, es kam nach Neymar und Kylian Mbappé mit Lionel Messi im vergangenen Sommer ein weiterer Weltstar – und dennoch wird es auch in diesem Jahr nichts. Kaum etwas deutete darauf hin, dass Real noch einmal zurückkommen würde. Doch PSG erlebte im zweiten Durchgang einen weiteren Zusammenbruch in einem K.-o.-Spiel der Champions League – nach Manchester im Jahr 2019, nach Barcelona im Jahr 2017.